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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/alm-und-alpwirtschaft.html

Alm- und Alpwirtschaft

Eine vom Alpenforschungsinstitut in Garmisch-Patenkirchen durchgeführte Studie zeigt, dass die bergbäuerliche Kulturlandschaft eine sehr hohe allgemeine Wertschätzung genießt. Dies bestätigt, dass Bergregionen unverzichtbare wirtschaftliche, ökologische, soziokulturelle und gesellschaftliche Aufgaben erfüllen. Die unterschiedlichen Nutzungsansprüche von Einheimischen und Besuchern (Freizeit- und Erholungsraum, Ressourcenspeicher, Land- und Forstwirtschaft, Verkehr etc.) beeinflussen diesen einmaligen Naturraum sowie dessen Schutzfunktionen grundlegend.

Die Landbewirtschaftung durch bäuerliche Familienbetriebe ist eine wesentliche Voraussetzung für eine vitale Bergregion, die auch den gesellschaftlichen Anforderungen gerecht wird. Dabei spielen die vielfältigen Leistungen der Berglandwirtschaft, die über die Erzeugung von Lebensmitteln hinausgehen, eine wichtige Rolle. Die positiven Umweltleistungen der auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Landbewirtschaftung sind von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Eine Abgeltung der Raumfunktion und der ökologischen Leistungen soll den bäuerlichen Betrieben zusammen mit dem Markterlös aus der Landwirtschaft ein ausreichendes Einkommen ermöglichen und damit die flächendeckende Bewirtschaftung bzw. die Bereitstellung von „Umweltgütern“ sichern.

Die Erhaltung der Berglandwirtschaft gehört deshalb zu den Kernanliegen bayerischer Agrarpolitik. Bestandteil dieser Politik sind u. a. zukunftsorientierte Fördermaßnahmen:

Für das Jahr 2009 errechnet sich ein Fördervolumen in Höhe von ca. 16,6 Mio. €. Davon entfielen auf

  • die Ausgleichszulage Almen/Alpen und für Flächen über 1 000 m ca. 8,1 Mio. €,
  • den Behirtungszuschuss im Rahmen des KULAP-Teil A ca. 1,7 Mio. €,
  • die EU-Direktzahlungen in Form der Grünlandprämie ca. 4,9 Mio. € und
  • Investitionsmaßnahmen im Rahmen KULAP-Teil B und das sogenannte Schwendprogramm ca. 1,9 Mio. €.

Im Jahr 2008 bewegte sich das Fördervolumen auf etwa gleichem Niveau. Darüber hinaus leisten Maßnahmen zur Förderung der Einkommenskombination, z. B. Urlaub auf dem Bauernhof, Direktvermarktung einen wichtigen Beitrag zur Existenzsicherung der Bergbauernbetriebe.

Für die Aus- und Fortbildung wurden Alp- und Almakademien eingerichtet. Im Berichtszeitraum war dies in Miesbach und Traunstein jeweils am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten der Fall. Mit Immenstadt gibt es in Bayern nun drei dieser Aus- und Fortbildungseinrichtungen.

Die differenzierten Fördermaßnahmen und sonstigen Aktivitäten zugunsten der Alm- und Alpwirtschaft und des Berggebietes haben sich stabilisierend auf den Strukturwandel ausgewirkt.

Der Bestoß auf den 1 388 bayerischen Almen und Alpen bewegte sich im Berichtszeitraum etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Insgesamt wurden im Jahr 2009 auf den rd. 40 600 ha Lichtweideflächen ca. 50 500 Rinder, davon 4 500 Kühe, 3 200 Schafe und Ziegen sowie über 1 000 Pferde gesömmert bzw. geälpt.