Sprungmarken:

http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/berufsausbildung.html

Berufsausbildung in der Agrar- und Hauswirtschaft

Seit dem Jahr 2005 ist das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten neben den Agrarberufen auch zuständige Stelle für die gesamte Berufsbildung in der Hauswirtschaft.

Im Jahr 2009 begannen 2 245 Personen eine betriebliche Ausbildung in einem Agrarberuf; das sind 44 Berufsanfänger mehr als im Vorjahr. Von den Berufsanfängern begannen 33,4 % eine Ausbildung im Beruf Landwirt und 36,3 % im Beruf Gärtner. Unter den 2 245 Berufsanfängern befinden sich 250 (Jahr 2008: 187), die bereits einen anderen Beruf erlernt und 614 (Jahr 2008: 742), die ein schulisches Berufsgrundschuljahr mit Erfolg besucht hatten.

In nahezu allen Agrarberufen ist bei der Zahl der Berufsanfänger eine stabile Entwicklung zu verzeichnen.

Berufsanfänger in den landwirtschaftlichen Berufen

JahrInsgesamtLandwirt/inHausw. (ländl.)Gärtner/inForstwirt/inÜbrige
19805.0932.3041.2071.086110386
19902.544986248846137327
20001.9615829982359398
20082.2016875782470563
20092.2457513781554588

Insgesamt befanden sich 5 393 Lehrlinge (Jahr 2008: 5 488) am Jahresende 2009 in einem Agrarberuf in betrieblicher Ausbildung.

Im Jahr 2009 nahmen an der Berufsabschlussprüfung 3 151 (Jahr 2008: 2 968) Bewerber teil; 85 % davon waren erfolgreich. Unter Berücksichtigung von Wiederholungsprüfungen gelangten 90,7 % zum Berufsabschluss.

Berufsabschlüsse in den landwirtschaftlichen Berufen 2009

MerkmalInsgesamtLandwirt/inHausw.(ländl.)Gärtner/inForstwirt/inÜbrige
Auszubildende insgesamt5.3931.3911072.2591731.463
Berufsanfänger2.2457513781554588
Teilnehmer Abschlussprüfung3.1511.18035496461592
Erfolgreiche Prüfungsteilnehmer2.6661.04632976259470

Die Zahl der Personen, die eine berufliche Abschlussprüfung nach § 45 Abs. 2 Berufsbildungsgesetz (BBiG), d. h. nach mehrjähriger haupt- oder nebenberuflicher Tätigkeit ablegten, ist geringfügig zurückgegangen (vgl. Tabelle „Erfolgreiche Abschlussprüfungsteilnehmer nach § 45 Abs. 2 BBiG“).

Erfolgreiche Abschlussprüfungsteilnehmer nach § 45 Abs. 2 BBiG

JahrInsgesamtLandwirt/inHausw. (ländl.)Gärtner/inForstwirt/inÜbrige
198032313087404521
1990632354187344314
200076242926621244
20086753533014543
200965432628616521

Berufsgrundschuljahr Agrarwirtschaft

Vor Beginn der betrieblichen Ausbildung besuchen die künftigen Auszubildenden in den Berufen Landwirt/in und Tierwirt/in in der Regel ein vollzeitschulisches Berufsgrundschuljahr. Bei erfolgreichem Besuch wird dies als erstes Ausbildungsjahr angerechnet. Die Zahl der Schüler im Berufsgrundschuljahr Agrarwirtschaft beträgt im Schuljahr 2009/2010 insgesamt 795.

Die Entwicklung des Berufsgrundschuljahres Agrarwirtschaft

SchuljahrBGJ-Schüler
1985/19861.622
1995/1996722
2000/2001592
2004/2005828
2006/2007894
2007/2008778
2008/2009774
2009/2010795

Ausbildungsberuf Landwirt/in

Im Jahr 2009 begannen 751 Auszubildende eine betriebliche Ausbildung (Lehre) zum Landwirt. Davon haben 585 (Jahr 2008: 531) das Berufsgrundschuljahr (BGJ) erfolgreich besucht. 115 (Jahr 2008: 98) Auszubildende können bereits einen anderen Berufsabschluss nachweisen.

Berufsanfänger

JahrBay.OBNBOPf.OFr.MFr.UFr.Schw.
200868721910459607731137
200975123112880728639121

Im Jahr 2009 haben, wie schon 2008, über 1 000 Teilnehmer die Abschlussprüfung zum Landwirt bestanden.

Teilnehmer mit bestandener Abschlussprüfung Landwirt nach Regierungsbezirken

JahrBay.OBNBOPf.OFr.MFr.UFr.Schw.
20081.043313176119979254192
20091.04631915198879870223

Viele Söhne und Töchter treten erst dann in den landwirtschaftlichen Beruf ein, wenn sie den elterlichen Betrieb übernehmen. Nach einer außerlandwirtschaftlichen Berufsausbildung und -tätigkeit erwerben sich die jungen Landwirte zumeist im Bildungsprogramm Landwirt das für die Bewirtschaftung des Betriebes notwendige fachliche Wissen und Können und legen die Abschlussprüfung nicht nach einer landwirtschaftlichen Lehre, sondern aufgrund ihrer mehrjährigen Berufspraxis nach § 45 Abs. 2 BBiG ab.

Erfolgreiche Teilnehmer an der Abschlussprüfung nach mehrjähriger beruflicher Tätigkeit

JahrBay.OBNBOPf.OFr.MFr.UFr.Schw.
200835396714825292856
200932688452431133590

Der Anteil von Abschlussprüflingen ohne vorausgegangene Berufsausbildung (Zulassung nach § 45 Abs. 2 BBiG) an den gesamten Prüfungsteilnehmern hat einen Anteil von über 31 %. Diese Quote liegt weit über dem Bundesdurchschnitt.

Bildungsprogramm Landwirt

Bei den kleineren Nebenerwerbsbetrieben steht das außerbetriebliche Einkommen im Vordergrund. Die Qualifizierung für die Bewirtschaftung des Nebenerwerbsbetriebs erfolgt meist zu einem späteren Zeitpunkt.

Im modularen Bildungsprogramm Landwirt (BiLa) erhalten diese Betriebsleiter/innen das notwendige fachliche Wissen und Können. Das Bildungsspektrum reicht dabei von der Vermittlung der Standards im Tier- und Umweltschutz über zeitgemäße Produktionsverfahren und Bürokommunikation bis hin zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung Landwirt/in.

In den vergangenen Jahren haben jährlich annähernd 10 000 Männer und Frauen an diesen Bildungsmaßnahmen der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten teilgenommen.

Gärtner/in

Im Gartenbau ist die Zahl der Berufsanfänger stabil. In den einzelnen Fachrichtungen entwickelte sich die Zahl der Berufsanfänger in den letzten Jahren unterschiedlich (vgl. Tabelle „Berufsanfänger in den einzelnen Fachrichtungen des Gartenbaus“).

Berufsanfänger in den einzelnen Fachrichtungen des Gartenbaues

Fachrichtung1990200020082009
Zierpflanzenbau390310239235
Staudengärtnerei20271925
Gemüsebau73324438
Baumschule65615256
Obstbau867
Garten-/Landschaftsbau282382455446
Friedhofsgärtnerei8698
Gärtner insgesamt846823824815

Auszubildende im Gartenbau nach schulischer Vorbildung (in %)

JahrHauptschulabschlussMittlerer BildungsabschlussFachhochschulreife/Abitur
199051,623,221,9
200065,320,49,3
200865,124,16,2
200965,624,77,9

Die Zahl der Auszubildenden in den drei Ausbildungsjahren beim Gärtner beträgt 2 259 (Jahr 2008: 2 312).

Auszubildende im Gartenbau nach Fachrichtung in den Regierungsbezirken zum 31.12.2009

FachrichtungOBNBOPf.OFr.MFr.UFr.Schw.Bayern
Gärtner insgesamt 8472171462122763092882.295
dav. Zierpflanzenbau2236161837710093698
      Staudengärtnerei1710-1023446
      Gemüsebau571315121410112
      Baumschule342388151535138
      Obstbau23-6213
      Garten- und Landschaftsbau505107761061641661421.266
      Friedhofsgärtnerei965222
Werker Gartenbau insgesamt13687585773123117651

An der Abschlussprüfung zum Gärtner nahmen 2009 964 Bewerber teil, davon waren 79 % erfolgreich. Derzeit bilden 978 Betriebe in den Fachrichtungen des Gartenbaues aus.

Teilnehmer an der Abschlussprüfung Gärtner/in

Jahr Insgesamt Bestanden Zahl Bestanden % Darunter weiblich
1990 1.039 922 88,7 383
2000 911 720 79 236
2008 812 642 79 154
2009 964 762 79 197

Werker/in Gartenbau

In 121 (Jahr 2008: 151) Bildungswerken bzw. privaten oder kommunalen Ausbildungsstätten werden insgesamt 646 (Jahr 2008: 651) Personen zu Werkern in den Fachrichtungen Zierpflanzenbau (262), Gemüsebau (70), Garten- und Landschaftsbau (305) und Baumschule (9) ausgebildet.

Von den 184 Prüfungsteilnehmern haben 147 die Prüfung bestanden, davon 57 im Zierpflanzenbau, 13 im Gemüsebau, 74 im Garten- und Landschaftsbau, zwei in der Baumschule und einer in der Staudengärtnerei.

Winzer/in

65 Winzerlehrlinge werden in 44 Betrieben in Unterfranken und einem Betrieb in Lindau (Bodensee) ausgebildet.
Von den 56 Teilnehmern an der Abschlussprüfung im Jahr 2009 waren 42 erfolgreich, 11 legten aufgrund ihrer praktischen Tätigkeit ohne betriebliche Lehre (i. d. R. Nebenerwerbswinzer) die Prüfung ab, davon bestanden 7 die Prüfung.

Tierwirt/in

Von den 25 Lehrlingen haben 19 die Prüfung bestanden.

Lehrlinge im Beruf Tierwirt/in

Fachrichtung1990200020082009
Tierwirt insgesamt27182525
dav. Rinderhaltung 41
      Schweinehaltung1122
      Schäferei10699
      Geflügelhaltung1191111
      Imkerei1133

Pferdewirt/in

Insgesamt wurden im Jahr 2009 181 Pferdewirtlehrlingen ausgebildet. 61 Auszubildende weisen einen mittleren Bildungsabschluss, 10 die Fachhochschulreife und 35 das Abitur nach. Von 92 Teilnehmern an der Abschlussprüfung haben 72 bestanden (78 %). Im Jahr 2009 betrug die Zahl der Berufsanfänger, deren Ausbildungsverhältnis am Jahresende noch bestand, insgesamt 86; 3 haben das BGJ Agrarwirtschaft erfolgreich besucht und 14 weisen bereits einen anderen Berufsabschluss nach.

Pferdewirtlehrlinge nach Schwerpunkten

Berufssparte1990200020082009
Pferdewirt insgesamt135154172181
dav. Zucht und Haltung46699694
      Reiten69666173
      Rennreiten6464
      Trabrennfahren1415910

Fischwirt/in

Bei 28 Berufsanfängern beträgt die Zahl der Ausbildungsverhältnisse insgesamt 52 Lehrlinge; davon werden 44 im Schwerpunkt Haltung und Zucht und 8 im Schwerpunkt Seen- und Flussfischerei ausgebildet. Von den 43 Teilnehmern an der Abschlussprüfung waren 38 (88 %) erfolgreich.

Forstwirt/in

Die Zahl der Berufsanfänger beträgt 54 (Jahr 2008: 70). Die insgesamt 173 Auszubildenden verteilen sich auf 84 Auszubildende im Staatswald, 49 im Kommunal- und Körperschaftswald, 29 im Privatwald und 11 in Forstunternehmen. Die Zahl der Abschlussprüfungsteilnehmer betrug 61, 59 davon waren erfolgreich. 

Revierjäger/in

Derzeit werden 9 Revierjägerlehrlinge, überwiegend in Oberbayern und Schwaben ausgebildet.

Landwirtschaftliche Brenner/in

Derzeit besteht kein Ausbildungsverhältnis zum Brenner. 

Molkereifachmann/-fachfrau

104 Jugendliche haben 2009 (Jahr 2008: 108) eine Berufsausbildung begonnen; insgesamt werden 335 Lehrlinge in 63 milchwirtschaftlichen Betrieben zur Molkereifachfrau und zum Molkereifachmann ausgebildet. An der Abschlussprüfung nahmen 111 Auszubildende teil, 97 haben die Prüfung bestanden.

Milchwirtschaftliche Laborant/in

Im Jahr 2009 haben 51 (Jahr 2008: 56) Auszubildende mit einer Ausbildung begonnen. Von den 82 Teilnehmern an der Abschlussprüfung bestanden 55, davon 49 weibliche, die Prüfung. 

Fachkraft Agrarservice

14 Auszubildende haben die Ausbildung begonnen. Insgesamt befinden sich 18 Auszubildende in Lohnunternehmen zur Berufsausbildung.

Hauswirtschafter/in

Im Herbst 2009 haben insgesamt 206 Jugendliche eine betriebliche Ausbildung zum/zur Hauswirtschafter/in begonnen. Die Möglichkeit der Heimlehre wird meist nur noch aus familiären Gründen oder aufgrund schwieriger Ausbildungsstellensituationen genutzt.

Auszubildende in der Hauswirtschaft im zweiten Ausbildungsjahr

Jahr Insgesamt Davon Beruf der HW Davon Beruf der LW
2007 257 192 55
2008 210 159 51
2009 183 146 37

Die Prüfungsteilnehmer/innen an der Abschlussprüfung in der Hauswirtschaft gliedern sich in drei Gruppen:

  • Auszubildende der dualen Ausbildung, § 43 Abs. 1 BBiG
  • Berufsfachschüler/innen, § 43 Abs. 2 BBiG
  • Prüfungsteilnehmer nach § 45 Abs. 2 BBiG (Zulassung aufgrund von Praxiszeiten).

Die Mehrzahl der Auszubildenden bevorzugen den Weg über die Berufsfachschule (BFS). Neben der schwierigen Ausbildungsstellensituation ist dies auch darauf zurückzuführen, dass die Berufsschulen zentral liegen und gut erreichbar sind. Viele Schülerinnen erhalten zudem eine Förderung über BAföG.

Die Zahl der Prüfungsteilnehmer nach § 45 Abs. 2 BBiG ist in den letzten Jahren relativ konstant. Dazu bieten städtische Verbände spezielle Lehrgänge zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung an.

Studierende können im Anschluss an den einsemestrigen Studiengang Hauswirtschaft an den Landwirtschaftsschulen bei ausreichender Praxiszeit die Abschlussprüfung „Hauswirtschafter/in“ ablegen.

Teilnehmer/innen an der Abschlussprüfung in der Hauswirtschaft

Jahr Insgesamt Davon Azubis1) Davon BFS1) Davon § 45 Abs.2 BBiG1) Davon Azubis2) Davon BFS2) Davon § 45 Abs. 2 BBiG2)
2006 2.227 214 1.269 380 64 20 280
2007 2.198 222 1.287 355 60 27 247
2008 2.302 204 1.352 363 79 36 268
2009 1.984 162 1.189 282 72 34 248

1) Beruf der Hauswirtschaft.

2) Beruf der Landwirtschaft.

 Hauswirtschaftstechnische Helfer/in

Der Beruf des/der Hauswirtschaftstechnischen Helfer/in wird in Berufsbildungswerken von jungen Menschen mit Behinderung erlernt. Die Ausbildung ist auf den Großhaushalt mit den Schwerpunkten Nahrungszubereitung, Hausreinigung und Entsorgung sowie Textilpflege und Instandhaltung ausgerichtet. Um die Arbeitsmarktchancen der Jugendlichen zu erhöhen, wird derzeit die Ausbildungsverordnung zum/zur zukünftigen „Dienstleistungshelfer/in Hauswirtschaft“ überarbeitet

Hauswirtschaftstechnische/r Helfer/innen Ausbildungsverhältnisse und Teilnehmer/innen an der Abschlussprüfung

JahrZahl der AusbildungsverhältnisseTeilnehmer/innen an der Abschlussprüfung
2008742252
2009684231