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Betriebsformen

Differenzierende Kräfte wie Standort, Betriebsgröße und Angebot an Arbeitskräften veranlassen die Landwirte, ihre Betriebe sehr unterschiedlich zu organisieren. Die Aufbereitung der Buchführungsergebnisse nach Betriebsformen gibt einen Überblick über die Einkommensentwicklung in den einzelnen Hauptproduktionsrichtungen.

Einkommenslage der Haupterwerbsbetriebe WJ 2008/2009 nach Betriebsformen (Gewinn je Unternehmen) – Schaubild 22 in höherer Auflösung

 

Die spezialisierten Ackerbaubetriebe (13,8 % der Betriebe) lagen mit einem Gewinn von 47.938 € im WJ 2008/2009 um etwa 41 % über dem Durchschnitt aller Betriebe. Der Einkommensrückgang betrug 31,6 % gegenüber dem Vorjahr und beruhte vor allem auf den niedrigeren Erzeugerpreisen im Ackerbau, die aufgrund von Überversorgung und geringerer Nachfrage auf dem Weltmarkt besonders bei Getreide zurückgegangen sind. Die Preise für Ölfrüchte stiegen dagegen an. Im Hackfruchtbau waren die Erlöse stabil.

Gewinnmindernd wirkten sich auch gestiegene Kosten in der pflanzlichen Produktion aus. Der Materialaufwand erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 11 %, vor allem wegen gestiegener Kosten bei Düngemitteln. Die Aufwendungen für Viehzukäufe sowie Treib- und Schmierstoffe waren ebenfalls höher als im Vorjahr.

Ergebnisse der Haupterwerbsbetriebe nach Betriebsformen WJ 2008/2009

MerkmalEinheitAckerbauMilchviehSonstiger FutterbauVeredelungWeinbauSonstige Dauer-kulturenVerbund-betriebeInsgesamt
Anteil an der Gesamtheit%13,8 61,7 5,6 1,8 0,3 0,2 16,8 100
Betriebsgrößeha LF55,64 41,75 51,48 39,95 16,49 11,04 57,64 46,62
Vergleichswert€/ha LF770 551 613 648 370 480 677 606
ArbeitskräfteAK/Betrieb1,97 1,57 1,51 1,68 2,24 1,72 1,60 1,63
dar. Familien-AKFAK/Betrieb1,42 1,49 1,44 1,57 1,54 1,43 1,48 1,48
Ackerfläche (AF)% LF87,44 42,29 69,41 94,46 49,81 21,39 88,27 61,69
ViehbesatzVE/ha LF0,28 1,57 1,56 4,56 0,00 0,00 2,06 1,50
Umsatzerlöse€/Unternehmen143.571 105.188 156.674 235.360 108.009 59.370 189.814 129.686
Sonstige betriebliche Erträge€/Unternehmen54.202 39.488 60.985 43.147 33.459 16.449 53.216 44.971
Materialaufwand€/Unternehmen68.352 49.780 113.755 150.415 32.720 17.234 133.166 71.433
Personalaufwand€/Unternehmen8.544 2.673 2.919 3.490 13.917 6.540 3.764 3.763
Abschreibungen€/Unternehmen19.898 23.099 19.841 24.409 12.283 12.877 21.590 22.164
Sonstige betriebliche Aufwendungen€/Unternehmen51.222 34.363 44.068 48.321 40.075 15.966 51.465 40.313
Gewinn€/ha LF861 761 674 1.180 2.580 1.920 514 731
Gewinn€/FAK33.807 21.247 24.086 29.995 27.633 14.792 19.997 23.034
Gewinn€/Unternehmen47.938 31.761 34.680 47.150 42.556 21.206 29.607 34.096
Gewinnrate%24,0 21,9 15,8 16,8 29,2 27,8 12,1 19,4
Gesamteinkommen€/Inhaberehepaar54.007 36.872 40.254 53.378 45.973 23.565 36.588 39.681
Änderung gegenüber 2007/2008: Gewinn%–31,6–38,8–17,2–227,8–4,5–27,2–34,5–34,3
Relativ zum Durchschnitt 2008/2009%141 93 102 138 125 62 87 100

Spezialisierte Milchviehbetriebe (61,7 % der Haupterwerbsbetriebe oder 92 % der Futterbaubetriebe) hatten im WJ 2008/2009 einen Einkommensrückgang von 38,8 % zu verzeichnen. Bei den sonstigen Futterbaubetrieben betrug der Einkommensverlust 17,2 %.

Wegen noch relativ hoher Milchpreise zu Beginn des Wirtschaftsjahres betrug der Netto-Milchpreis im Durchschnitt des Wirtschaftsjahres 32 Cent je kg. Die verkaufte Milchmenge wurde um 4 % auf 223 000 kg je Milchviehbetrieb ausgeweitet.

Aufgrund der gestiegenen Preise für Kälber sowie für Zucht- und Schlachtrinder erhöhten sich die Umsatzerlöse bei Rindern um 4,5 % (Milchviehbetriebe) bzw. 14,6 % (sonstige Futterbaubetriebe). Die sonstigen Futterbaubetriebe waren vom Rückgang des Getreidepreises betroffen. Die Umsatzerlöse im Pflanzenbau gingen bei ihnen um 24,3 % zurück. Darüber hinaus belasteten Kostensteigerungen, insbesondere bei Futtermitteln, Mastkälbern und Energie das Ergebnis der Futterbaubetriebe. Der Materialaufwand stieg um 5,4 % (Milchviehbetriebe) bzw. 17,1 % (sonstige Futterbaubetriebe).

Der Anteil an spezialisierten Veredelungsbetrieben beträgt in Bayern nur 1,8 %. Die Umsatzerlöse aus der Schweineproduktion betrugen in diesen Betrieben etwa 93 % der gesamten Umsatzerlöse. Bei den Veredelungsbetrieben kam es im WJ 2008/2009 zu deutlichen Einkommenszuwächsen in Höhe von 138 %. Grund hierfür waren vor allem die um 39 % auf 58 € (netto) deutlich gestiegenen Ferkelpreise, die zu entsprechend höheren Umsatzerlösen aus der Schweinehaltung führten (+34,3 %). In den Schweinemastbetrieben belasteten vor allem die hohen Ferkelkosten. Kostensteigerungen bei Futtermitteln, Düngemitteln und Energie betrafen alle Veredelungsbetriebe gleichermaßen. Der Materialaufwand stieg um 17.000 € oder 12,8 % an.

Bei den spezialisierten Dauerkulturbetrieben mit einem Anteil von 0,5 % müssen sich die Aussagen im Wesentlichen auf die Weinbaubetriebe Nordbayerns beschränken. Seit dem Gewinneinbruch im WJ 2002/2003 auf knapp 20.000 € haben sich die Einkommen der Weinbaubetriebe in den letzten Jahren deutlich verbessert. Dies hängt vor allem mit einem verbesserten Marketing, einer klaren Qualitätsstrategie und der damit verbundenen hohen Nachfrage nach Frankenwein zusammen. Wegen Rückgängen bei der Erntemenge sanken im vergangenen WJ 2008/2009 die Gewinne um 4,5 % auf 42.556 €. Die sonstigen Dauerkulturbetriebe umfassen vor allem Obstbaubetriebe. Wegen der geringen Stichprobenzahl sind die Ergebnisse statistisch nicht vollkommen abgesichert. Im letzten Wirtschaftsjahr mussten diese Betriebe deutliche Einkommensrückgänge in Höhe von 27,2 % verzeichnen. Die Ursache für diese Entwicklung lag in deutlich gesunkenen Naturalerträgen.

Die Verbundbetriebe (Anteil 16,8 %) erwirtschafteten mit 29.607 € im WJ 2008/2009 einen um 34,5 % niedrigeren Gewinn als im Vorjahr. Bei der Gruppe der Verbundbetriebe wurde der Umsatzrückgang in der Pflanzenproduktion und bei Milch durch Umsatzsteigerungen bei Schweinen überkompensiert, so dass die Umsatzerlöse um 1,4 % anstiegen. Die gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Kosten, insbesondere für Tierzukäufe (12.300 € oder 34 % mehr), aber auch für Düngemittel und Energie führten zu Steigerungen beim Materialaufwand um 12,9 %.