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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/bienen.html

Bienen

Den drei bayerischen Imkerlandesverbänden waren im Berichtszeitraum rd. 27 000 Imkerinnen und Imker angeschlossen. Diese halten im Durchschnitt weniger als zehn Bienenvölker als Hobby bzw. im Nebenerwerb. Berufsimkerei im Vollerwerb ist hingegen nur wenigen spezialisierten Betrieben möglich.

Trotz der europaweit rückläufigen Zahl der Bienenvölker stellt Bayern mit rd. 250 000 Bienenvölkern nach wie vor ein Drittel des deutschen Bienenvölkerbestandes.

Der Nutzen aus dieser Bienenhaltung geht weit über den Wert der Imkereiprodukte hinaus.

Um auch weiterhin über die, zur Bestäubung zahlreicher Wild- und Kulturpflanzen erforderliche Zahl an Bienenvölkern zu verfügen, unterstützt Bayern seit 2008 die Aktivitäten der Imkervereine und Schulen, neue Interessenten für die Imkerei zu gewinnen.

Im Rahmen der Richtlinie zur Förderung der Bienenhaltung wurde die Maßnahme „Imkern auf Probe“ im Jahr 2008 gestartet. Insgesamt wurden in den Jahren 2008 und 2009 2 159 Probeimker und 59 Imkergruppen an Schulen mit rd. 233.000 € gefördert.

Für Anfänger in der Imkerei gelten darüber hinaus im Rahmen der EU-kofinanzierten Förderung imkerlicher Ausrüstungsgegenstände besondere Konditionen. Es werden Maßnahmen zur Verbesserung der Erzeugungs- und Vermarktungsbedingungen, der Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen und der Bekämpfung der Varroose gefördert.

Dafür wurden in den Jahren 2008 und 2009 insgesamt 1,2 Mio. € bereitgestellt. Davon entfielen auf EU-Mittel 462.622 €.

Die im Frühjahr 2008 insbesondere in Baden durch unsachgemäße Beizung von Maissaatgut verursachten Bienenschäden wurden in geringerem Umfang auch in Bayern beobachtet. Nach entsprechendem Nachweis am Julius-Kühn-Institut in Berlin wurden insgesamt zehn Imker durch eine Kulanzregelung des Wirkstoffherstellers entschädigt.

Die Vermeidung von Giftschäden an Bienenvölkern ist nach wie vor Leitbild staatlichen Handelns bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. Durch enge Zusammenarbeit der Erwerbsobstbauern und der örtlichen Imkerschaft konnte auch der Streptomycineinsatz gegen Feuerbrand auf das absolut Notwendige verringert werden.

An dem seit Herbst 2004 laufenden deutschen Bienenmonitoring beteiligt sich auch das Fachzentrum Bienen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau. Nach wie vor werden die Varroamilbe und mit ihr einher gehende Sekundärinfektionen als Hauptursache für alljährliche Bienenverluste des Bestandes angesehen.

Auch gewinnt die Verbesserung der Bienenweide immer mehr an Bedeutung. Die im Rahmen des Bayerischen Kulturlandschaftsprogrammes angebotene Maßnahme „A 36 – Agrarökologische Ackernutzung und Blühflächen“ wird von den Landwirten nach Verbesserung der Konditionen inzwischen sehr stark nachgefragt.

2008 und 2009 waren, von regionalen Ausnahmen abgesehen unterdurchschnittliche Honigjahre mit nur geringer Waldtracht. Die Preise für bayerischen Honig haben demzufolge wieder angezogen. Im Durchschnitt beträgt die Jahresernte pro Volk 20 bis 25 kg Honig – also in Bayern ca. 5 000 Tonnen. Der Großteil der Honigernte wird von den bayerischen Imkerinnen und Imkern direkt vermarktet. Darüber hinaus bestehen auch drei Honigerzeugergemeinschaften.