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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/boden-und-erosionsschutz.html

Boden- und Erosionsschutz

Die Böden sind die Grundlage der landwirtschaftlichen Produktion. Sie sind eine begrenzte, in menschlichen Zeiträumen nicht erneuerbare Ressource und bedürfen deshalb eines besonderen Schutzes vor schädlichen Einwirkungen, wie zum Beispiel Erosion oder Verdichtung.

Bodenerosion

Nach den Vorgaben der EU sind Erosionsschutzmaßnahmen risikoorientiert durchzuführen. Deutschland hat entschieden, den Erosionsschutz anhand eines Erosionsgefährdungskatasters mit entsprechenden Auflagen umzusetzen. Bayern musste wie jedes andere Bundesland die Voraussetzungen schaffen, um beurteilen zu können, welche Flächen erosionsgefährdet sind.

Nach den Vorgaben des Bundesgesetzgebers wurde von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ein räumlich hoch auflösendes Erosionsgefährdungskataster der landwirtschaftlichen Fläche Bayerns erstellt. Die Wassererosionsgefährdung wird aus Hangneigung und Bodenart abgeleitet (Daten der Bayerischen Landesvermessungsverwaltung). Mit zunehmender Hangneigung nimmt die Erosionsgefährdung zu. Sand- und Tonböden sind weniger erosionsgefährdet als schluffig-lehmige Böden.

Auf Grundlage des Erosionsgefährdungskatasters wird ermittelt, ob ein Feldstück, das ackerbaulich genutzt wird, erosionsgefährdet ist. Dabei werden folgende Gefährdungsklassen unterschieden:

  • CC-Wasser 0: keine Erosionsgefährdung
  • CC-Wasser 1: Erosionsgefährdung
  • CC-Wasser 2: starke Erosionsgefährdung

In Bayern erhält knapp ein Viertel der Ackerfläche eine Erosionsgefährdungseinstufung, die Verhältnisse sind aber regional sehr unterschiedlich. Das Hügelland zwischen Donau, Isar und Inn, der Bayerische Wald sowie Teile Unterfrankens sind besonders stark betroffen. Feldstücke in Hanglagen sind dort in der Regel als wassererosionsgefährdet eingestuft (vgl. Schaubild „Erosionsgefahr durch Wasser in Bayerns Gemeinden“).

Erosionsgefahr durch Wasser in Bayerns GemeindenSchaubild 37 in höherer Auflösung

 

Um den Boden bestmöglich zu schützen, müssen gemäß den bundesrechtlichen Vorgaben bei der Bewirtschaftung erosionsgefährdeter Flächen bestimmte Auflagen eingehalten werden. Diese Auflagen betreffen vor allem Ackerflächen mit Reihenkulturen (Mais, Zuckerrüben). Der Einsatz des Pfluges wird an die Aussaat einer Zwischenfrucht gebunden. Für Flächen, die in die KULAP-Maßnahmen „Mulchsaatverfahren“, „Winterbegrünung“ oder „Grünstreifen zum Gewässer- und Bodenschutz“ einbezogen sind, entfallen die Vorgaben nach der Direktzahlungen-Verpflichtungenverordnung.

Die Winderosion spielt in Bayern kaum eine Rolle. Nur wenige hundert Hektar Niedermoorböden sind als winderosionsgefährdet eingestuft.

Schadstoffe in Böden

Seit einiger Zeit verstärkt in der Diskussion sind die perfluorierten Tenside (PFT). Aufgrund ihrer schmutz-, farb-, fett-, öl- und wasserabweisenden Eigenschaften sind sie in zahlreichen Industrie- und Konsumprodukten enthalten. Da die PFT chemisch sehr stabil und kaum biologisch abbaubar sind, werden sie weltweit in fast allen biotischen und abiotischen Umweltmedien gefunden.

Nach den Ergebnissen eines bayerischen Screenings stellen PFT in Böden kein flächenhaftes Problem dar, punktuelle Funde im näheren Umfeld einer PFT-emittierenden Anlage weisen auf einen möglichen Eintrag über den Luftpfad hin. Auf dortigen landwirtschaftlichen Flächen wurden bisher allerdings im Boden nur unkritische Belastungen gemessen, ebenso im Grünlandaufwuchs. Nach toxikologischer Beurteilung geht auch bei ausschließlicher Aufnahme des Aufwuchses von diesen Flächen durch Nutztiere keine Gesundheitsgefährdung aus.

Auch Klärschlamm kann eine Senke für PFT sein. Im Rahmen eines Forschungsprojekts werden das Versickerungsverhalten von PFT und der mögliche Übergang vom Boden in die Pflanze untersucht. Im Oberboden, der mit einem hoch PFT-belasteten Klärschlamm gedüngten Ackerflächen, wurde geringfügig PFT gefunden. In bisher analysierten Pflanzen (Mais, Gerste, Raps) konnte nur in einem Fall PFT in sehr niedriger Konzentration nachgewiesen werden.