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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/einkommensentwicklung-nach-bundeslaendern.html

Einkommensentwicklung nach Bundesländern

Für den überregionalen Vergleich der Einkommensentwicklung in der Landwirtschaft sind die folgenden Daten aus den Buchführungsergebnissen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz entnommen. Die Ergebnisse dort weichen von den bayerischen Ergebnissen geringfügig ab, weil die Anzahl der ausgewerteten Betriebe für das Testbetriebsnetz des Bundes etwas geringer ist.

Die bayerischen Haupterwerbsbetriebe haben nach der Buchführungsstatistik des Bundes mit 44,3 ha LF eine geringere Flächenausstattung als ihre Kollegen in den anderen Bundesländern. Dies ist u. a. darauf zurückzuführen, dass der Strukturwandel in den letzten 30 Jahren in Bayern langsamer verlief als in anderen Bundesländern. Durch die geringere Flächenausstattung sind die Gewinne je Unternehmen niedriger als in anderen Bundesländern.

Die Intensität der Bewirtschaftung in den landwirtschaftlichen Betrieben spiegelt sich im Gewinn je Hektar wider. Hier weisen die bayerischen Betriebe mit einem Gewinn von 650 € je ha LF den vierthöchsten Wert in Deutschland auf. Dabei berücksichtigt der Unternehmensgewinn meist noch keine außerlandwirtschaftlichen Nebentätigkeiten der Betriebsinhaber und dessen Ehegatten, die häufig als Gewerbebetrieb behandelt werden. Hierzu zählen zum Beispiel Urlaub auf dem Bauernhof, Direktvermarktung und die Energieerzeugung durch Photovoltaik oder Biogas.

Die bayerischen Buchführungsergebnisse zeigen, dass das Gesamteinkommen je Haupterwerbsbetrieb den ausgewiesenen landwirtschaftlichen Gewinn um 5.600 € übersteigt. Die multifunktionale Ausrichtung der landwirtschaftlichen Betriebe, die in Bayern traditionell stärker ausgeprägt ist als in vielen anderen Ländern, muss daher im Bund-Länder-Vergleich gewürdigt werden, da sie im Unternehmensgewinn weitgehend unberücksichtigt bleibt. Bei einem Vergleich mit anderen Ländern ist außerdem der in Bayern mit 61 % der LF relativ hohe Anteil sogenannter benachteiligter Gebiete von Bedeutung.

Buchführungsergebnisse der Haupterwerbsbetriebe WJ 2008/2009 (Bund-Länder-Vergleich nach den Buchführungsergebnissen des Bundes).

LandGe-winn/Unter-nehmen (€)Fläche der Haupterwerbs-betriebe (ha LF)Ge-winn/ha LF (€)Gewinn/ha LF (%)Unternehmens-bezogene Leistungen/Unter-nehmen (€)Unternehmens-bezogene Leistungen (€/ha)Darunter: Agrar-umwelt-maßnahmen (€/ha)Darunter: Ausgleichs-zulage (€/ha)Darunter: Zins- und Investitions-zuschüsse (€/ha)
Bayern28.77544,365010522.350505584723
Baden-Württemberg33.37346,272211720.42744276224
Brandenburg53.355194,62744470.255361421113
Hessen36.61970,85178428.193398282812
Mecklenburg-Vorpommern83.602265,03155195.5113601633
Niedersachsen40.82069,65869528.4034081407
Nordrhein-Westfalen46.99453,388214323.4394402485
Rheinland-Pfalz45.81445,31.01116415.470342192013
Saarland37.822118,33205245.23138230915
Sachsen44.719112,93966447.447420411713
Sachsen-Anhalt99.678228,94357187.2733812226
Schleswig-Holstein38.10180,94717631.904394707
Thüringen54.490153,33555861.942404482610
Deutschland38.49862,461710026.582426341811

Die unternehmensbezogenen Ausgleichszahlungen (Zulagen und Zuschüsse) von EU, Bund und Land betrugen im Buchführungsjahr 2008/2009 für die bayerischen Haupterwerbsbetriebe im Durchschnitt 505 € je ha LF, das sind 78 % des Gewinns. In den neuen Bundesländern sind die Anteile von Beihilfen am Unternehmensgewinn deutlich höher und erreichen dort Werte von weit über 100 %. In den unternehmensbezogenen Beihilfen Bayerns sind neben der entkoppelten Betriebsprämie als wichtiger Bestandteil der Honorierung der Gemeinwohlleistungen die Zahlungen für die Agrarumweltmaßnahmen in Höhe von 58 € je ha LF enthalten; das sind 9 % des Gewinns der bayerischen Haupterwerbsbetriebe. Ebenfalls enthalten sind die Ausgleichszulage in Höhe von 47 € je ha LF sowie die Zins- und Investitionszuschüsse in Höhe von 23 € je ha LF. Bei diesen Fördermaßnahmen nimmt Bayern in der Summe im Bund-Länder-Vergleich eine absolute Spitzenposition ein.

Die Ergebnisse des Bundes weisen für das WJ 2008/2009 für Bayern einen Gewinnrückgang in Höhe von 34,7 % je Haupterwerbsbetrieb aus. Dieser Rückgang liegt über dem Bundesdurchschnitt in Höhe von 22,8 %.