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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/einkommenslage-nach-foerdergebieten.html

Einkommenslage nach Fördergebieten

Die untersuchte Gesamtheit der Haupterwerbsbetriebe stammt zu 56,1 % aus den benachteiligten Gebieten und zu 43,9 % aus der nicht benachteiligten Agrarzone.

Im Berggebiet (9,4 % der bayerischen Betriebe) haben die Ausgleichzulage und die Prämien für umweltgerechte Agrarerzeugung einen Anteil von 40 % an den staatlichen Zuwendungen. Diese waren im WJ 2008/2009 gegenüber dem Vorjahr in der Summe praktisch unverändert. Der Rückgang bei den Prämien für umweltgerechte Agrarerzeugung wurde durch geringfügige Steigerungen bei den anderen Prämien kompensiert. Die Betriebsprämie erreichte mit 9.464 € je Unternehmen einen Anteil an den Beihilfen insgesamt in Höhe von 46 %. Das Berggebiet liegt mit seinen kleinstrukturierten Milchviehbetrieben beim Gewinn je Unternehmen 14 % unter dem bayerischen Durchschnitt und am Ende der Fördergebiete. Gegenüber dem WJ 2007/2008 ergab sich ein Gewinnrückgang um 35,2 % auf 29.412 €.

Das Kerngebiet (9,3 % der bayerischen Betriebe) umfasst große Teile der ostbayerischen Mittelgebirge sowie von Spessart und Rhön. Der Standortnachteil zeigt sich am Vergleichswert je Hektar LF von nur 347 € pro ha (Tabelle „Unternehmensbezogene Beihilfen nach Fördergebieten im WJ 2008/2009“). Die Beihilfen sind im WJ 2008/2009 um 1,9 % (481 €) gesunken. Der Gewinn verminderte sich um 34,7 % auf 29.499 € und lag damit geringfügig über dem des Berggebietes. Mit Abstand wichtigste Fördermaßnahme war die Betriebsprämie. Sehr bedeutsam waren auch die Ausgleichszulage und die Prämien für umweltgerechte Agrarerzeugung.

Unternehmensbezogene Beihilfen nach Fördergebieten im WJ 2008/2009 (Gebietskategorie)

Merkmal Einheit Berggebiet Kerngebiet Übrige benachteiligte Agrarzone Nicht benachteiligtes Gebiet Insgesamt
Anteil an der Gesamtheit % 9,4 9,3 37,4 43,9 100
Betriebsgröße ha LF 34,67 45,27 49,77 48,55 46,62
Vergleichswert €/ha LF 538 347 528 775 606
Gewinn €/Untern. 29.412 29.499 31.325 39.824 34.096
Unternehmensertrag €/Untern. 118.726 148.346 168.743 209.949 175.397
Ausgleichszulage €/Untern. 3.393 4.604 (2.102) (119) 1.743
Agrardieselerstattung €/Untern. 504 1.033 1.035 1.182 1.015
Zinszuschüsse €/Untern. (478) (391) 506 (346) 427
Investitionszuschüsse ohne Zinszuschüsse €/Untern. (1.399) 312 944 393 727
Beihilfen pflanzliche Produktion €/Untern. 0 214 132 339 202
Zuschüsse Tierproduktion €/Untern. 377 (147) 82 55 118
Entkoppelte Betriebsprämie €/Untern. 9.464 15.524 17.485 19.328 16.853
Prämien für umweltgerechte Agrarerzeugung €/Untern. 4.899 2.107 2.283 1.368 2.261
Summe Beihilfen €/Untern. 20.606 24.538 24.795 23.569 23.634
Veränderung gegenüber 2007/2008 % 0,8 –1,9 –1,1 3,1 0,6
Beihilfen am Unternehmensertrag % 17,4 16,5 14,7 11,2 13,5
Beihilfen am Gewinn % 70,1 83,2 79,2 59,2 69,3

Zur übrigen benachteiligten Agrarzone gehören der Jura, das Nordbayerische Hügelland und der Keuper, die Fränkischen Platten, Teile des Voralpinen Hügellandes und die schlechteren Lagen im südlichen Tertiären Hügelland. Auf sie entfallen 37,4 % der Betriebe.

Die Gewinnhöhe lag um knapp 2.700 € oder 8 % unter dem bayerischen Durchschnitt. Der Gewinnrückgang um 36,2 % auf 31.325 € lag aufgrund der starken Bedeutung der Milchviehhaltung und des Ackerbaus in dieser Region über dem Landesdurchschnitt. Die mit Abstand wichtigste Fördermaßnahme war die Betriebsprämie. Die Prämien für umweltgerechte Agrarerzeugung sowie die Ausgleichszulage erreichten einen Anteil an den staatlichen Zuwendungen in Höhe von 18 % und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur Einkommenssicherung.

Zum nicht benachteiligten Gebiet zählen die Gäugebiete, der nördliche Teil des Tertiären Hügellandes und die besseren Lagen des südlichen Tertiären Hügellandes sowie große Teile des Voralpinen Hügellandes. Es repräsentiert 43,9 % der Betriebe.

Die Beihilfen in diesem Gebiet sind insbesondere durch die weitere Einbeziehung der Zuckerrübenprämie in die Betriebsprämie und die Verbesserungen bei der Agrardieselerstattung um 3,1 % angestiegen. Die Gewinne der Unternehmen übertrafen aufgrund der besseren Produktionsstandorte den bayerischen Durchschnitt.