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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/eiweisspflanzen.html

Verbesserung der heimischen Eiweißfuttermittelversorgung

Bayern will zunehmend eiweißhaltige Futtermittel-Importe durch heimische Eiweißpflanzenproduktion ersetzen. Dazu wird derzeit eine Strategie von der LfL entwickelt, mit der die bayerische Landwirtschaft in erster Linie von den Soja-Importen unabhängiger wird. Für die tierische Veredelung werden in Bayern jährlich etwa 775 000 Tonnen Sojaschrot benötigt. Das entspricht einer Rohproteinmenge von 295 000 Tonnen. Der Ersatz von Importsoja durch heimische Eiweißpflanzen muss jedoch tierartspezifisch betrachtet werden.

Bei der Milch- und Rindfleischerzeugung ist ein leistungsneutraler Ersatz durch eine optimale Grünlandwirtschaft, einen intensiven Feldfutterbau mit leistungsfähigen Leguminosen in Verbindung mit einer verlustarmen Konservierung und einem erhöhten Einsatz von Rapsextraktionsschrot, durchaus möglich.

In der Schweine- und Geflügelfütterung stellt sich die Situation anders dar. Das importierte Soja-Eiweiß ist derzeit durch heimische Eiweißpflanzen nicht ohne fütterungsphysiologische Nachteile, verbunden mit einem erheblichen Leistungsabfall, zu ersetzen. Für die Schweine- und Geflügelhaltung sind jährlich etwa 380 000 Tonnen Sojaschrot bzw. 145 000 Tonnen Rohprotein erforderlich. Bei einer Eigenerzeugung dieser Sojamenge ist mit einem Ertrag von derzeit etwa 0,9 Tonnen Rohprotein pro Hektar – mit erheblichen Ertragsschwankungen – zu rechnen. Es wären also ca. 160 000 ha bzw. ca. 8 % der bayerischen Ackerfläche erforderlich, um von Importsoja weitgehend unabhängig zu werden.

Diese Dimension macht deutlich, dass langfristig ein erheblicher Forschungsbedarf in der Tierernährung, im Pflanzenanbau und insbesondere in der Pflanzenzüchtung besteht.