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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/eler.html

ELER-Zahlungen (einschließlich Kofinanzierung)

Grundlage ist die VO (EG) Nr. 1698/2005 über die Entwicklung des ländlichen Raums durch ELER. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen des Bayerischen Zukunftsprogramms Agrarwirtschaft und Ländlicher Raum 2007 bis 2013 (BayZAL), das am 5. September 2007 von der EU-Kommission genehmigt und zwischenzeitlich mehrfach an die aktuellen Herausforderungen angepasst wurde.

Dem Freistaat Bayern stehen im Zeitraum 2007 bis 2013 insgesamt 1,253 Mrd. € aus dem ELER für die Förderung der Agrarwirtschaft und des ländlichen Raums zur Verfügung. Dieser Betrag erhöhte sich nach den Health-Check-Beschlüssen 2009 infolge der zusätzlich bereitgestellten Modulationsmittel, weiterer EU-Konjunkturmittel und Ausgabenreste auf insgesamt 1,413 Mrd. €.

Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raums 

Bayerisches Kulturlandschaftsprogramm – Teil A
Das KULAP-A ist in Bayern mit einer Finanzmittelausstattung von insgesamt über 1 Mrd. € auch in der laufenden Förderperiode 2007 bis 2013 das finanzstärkste Programm der 2. Säule der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP).

Daneben werden Maßnahmen zur Erhaltung der Kulturlandschaft auch im Rahmen der Flurneuordnung verwirklicht. Zusätzlich führt die Landwirtschaftsverwaltung den operativen Verwaltungsvollzug für das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm/Erschwernisausgleich des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit durch, dem die fachliche, politische und finanzielle Rahmenkompetenz für dieses Programm obliegt (vgl. Agrarumweltmaßnahmen).

Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete

Die Ausgleichszulage (AGZ) spielt in der bayerischen Agrarpolitik auch in der laufenden Förderperiode 2007 bis 2013 wieder eine zentrale Rolle. Die flächendeckende Pflege und Gestaltung der einzigartigen Kulturlandschaft Bayerns kann in den ertragsschwachen und schwer bewirtschaftbaren Regionen auf Dauer nur mit der AGZ sichergestellt werden (vgl. Ausgleichszulage).

Einzelbetriebliche Investitionsförderung

Die Einzelbetriebliche Investitionsförderung (EIF) dient der Modernisierung und Rationalisierung der Betriebe und somit der Wettbewerbsverbesserung der bayerischen Landwirtschaft. Durch die Förderung werden erhebliche Investitionen ausgelöst, die vor allem dem Mittelstand zugutekommen und daher die regionalen Wirtschaftskreisläufe insgesamt stärken und der Zukunftsfähigkeit des gesamten ländlichen Raums dienen. In den Jahren 2008 und 2009 wurden im Rahmen der EIF insgesamt rd. 127,4 Mio. € EU-, Bundes- und Landesmittel ausgegeben (vgl. Einzelbetriebliche Investitionsförderung).

ELER-Zahlungen (EU-, Bundes-, Landesmittel)* (in Mio. €)

Maßnahmengruppe20072008200920101)
Bayerisches Kulturlandschaftsprogramm – Teil A172,8125,7147,2177,2
Ausgleichszulage113,1113111,7112,5
Einzelbetriebliche Investitionsförderung58,148,379,181,4
Verbesserung der Marktstruktur15,51512,613
Flurneuordnung50,2525044,3
Dorferneuerung65,857,456,567
Forstliche Maßnahmen20,427,225,232,8
Vertragsnaturschutz/Erschwernisausgleich2)17,317,63228
Leader0 [12,7]3)0 [18,7]3)1,88,6
Summe··516,1564,8

* Nicht enthalten: Landschaftspflege (kulturelles Erbe), Hochwasserschutz, Breitband, da in anderen Ressorts abgewickelt.

1) Haushaltsansatz.

2) Ko-Finanzierung erfolgt aus dem Haushalt des StMUG.

3) In den Jahren 2007 und 2008 erfolgten die Zahlungen aus dem Strukturfonds EAGFL.

Verbesserung der Marktstruktur

Die Förderung der Verarbeitung und Vermarktung verbessert die Wettbewerbsfähigkeit und die Wertschöpfung in der Land- und Ernährungswirtschaft. Sie sichert zugleich Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Landwirtschaftliche Betriebe profitieren von einer verbesserten Marktstruktur durch bessere Absatzmöglichkeiten und gegebenenfalls höhere Produkterlöse. Auch wird die Versorgung der Bevölkerung mit heimischen Produkten verbessert (vgl. Marktstrukturförderung).

Flurneuordnung

Die Neuordnung der Eigentums- und Pachtflächen und die Schaffung bedarfsoptimierter angepasster Infrastrukturen stärkt nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe. Mit ihren Möglichkeiten des Boden- und Flächenmanagements, der Infrastrukturverbesserung und der Förderung unterstützt die Flurneuordnung auch Bereiche wie kommunale Entwicklung, Naturschutz, Hochwasserschutz, Straßenbau und Freizeitaktivitäten. Erhalt und Stärkung einer intakten Umwelt, der ökologischen Vielfalt und eines hohen Erholungswertes der Landschaft verbessern umfassend die Lebensqualität im ländlichen Raum und seine Standorteignung für die Wirtschaft (vgl. Flurneuordnung). 

Dorferneuerung

Die Dorferneuerung dient der nachhaltigen Verbesserung der Lebens-, Wohn-, Arbeits- und Umweltverhältnisse im ländlichen Raum. Ziel ist es, gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Landesteilen zu erhalten bzw. zu schaffen. Gefördert werden insbesondere Vorbereitung und Begleitung, Planung, Beratung, gemeinschaftliche und öffentliche sowie private Maßnahmen (vgl. Dorferneuerung).

Forstliche Maßnahmen

Die Verbesserung der forstwirtschaftlichen Infrastruktur ermöglicht in bisher unzureichend erschlossenen Waldgebieten eine rationelle, nachhaltige und wettbewerbsfähige Bewirtschaftung. Zudem macht sie den Wald für Erholungssuchende zugänglich. Gefördert werden der Neubau von schwerlastbefahrbaren Wegen sowie die Reparatur von durch Schadereignisse beschädigten Wegen.

Die Erstaufforstung auf bisher nicht forstwirtschaftlich genutzten Flächen kann ebenfalls gefördert werden. Die erstmalige Aufforstung von Grundstücken mit standortgemäßen Mischbeständen ist sowohl für die Bodennutzung, und damit für die zusätzliche Produktion des nachwachsenden Rohstoffes Holz, als auch für den Umwelt- und Klimaschutz von großer Bedeutung.

Gefördert werden auch Maßnahmen zur Bestands- und Bodenpflege sowie Waldschutzmaßnahmen im Schutzwald. Zudem sind die Wiederaufforstung von Waldflächen mit Laubholz oder Weißtanne sowie vorsorgende Waldumbaumaßnahmen förderfähig. Vor dem Hintergrund des Klimawandels ist der Umbau unserer Wälder in standortgemäße, ökonomisch und ökologisch wertvolle stabile Misch- und Laubwälder eine der zentralen Herausforderungen der nächsten Jahre (vgl. Finanzielle Förderung des Privat- und Körperschaftswaldes).

Vertragsnaturschutz

Das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm und der Erschwernisausgleich fördern naturschonende Bewirtschaftungsweisen und Pflegemaßnahmen wertvoller Lebensräume bzw. Einzelflächen von besonders hoher ökologischer Bedeutung für die heimischen Tier- und Pflanzenarten. Die fachliche und finanzielle Zuständigkeit liegt beim StMUG. Die fördertechnische Abwicklung erfolgt innerhalb der Landwirtschafts- bzw. Forstverwaltung (Vertragsnaturschutzprogramm Wald) (vgl. Agrarumweltmaßnahmen).

Leader

Mit dem EU-Programm Leader werden umfassende, innovative und partnerschaftliche Ansätze zur Stärkung und selbstbestimmten Entwicklung ländlicher Regionen gefördert. Zentrale Elemente sind sektorübergreifende Ansätze, Nachhaltigkeit und eine aktive Bürgergesellschaft. Leader steht unter dem Motto „Bürger gestalten ihre Heimat“.

Der umfassende bayerische Leader-Ansatz ermöglicht auch die Förderung von Projekten, die andere Förderprogramme nicht bedienen können, die aber oft für eine optimale Nutzung der Stärken einer Region besonders wichtig sind (vgl. Leader-Maßnahmen).