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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/erbschaftssteuer.html

Erbschaft- und Schenkungsteuer

Die bisherige Bewertung, auch die Ertragswertermittlung in der Land- und Forstwirtschaft, für Zwecke der Erbschaftsteuer ist nach Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 7. November 2006 mit dem Gleichheitsgrundsatz nicht vereinbar. Bis Ende 2008 musste für alle Vermögensarten eine Neuregelung bzw. „eine Wertermittlungsmethode mit einer gleichheitsgerechten, am Verkehrswert orientierten Bewertung“ gefunden werden.

Das Gesetz zur Reform des Erbschaftsteuer- und Bewertungsrechts vom 24. Dezember 2008 enthält aufgrund bayerischer Vorschläge eine am Ertragswert orientierte Besteuerung und wichtige Verschonungsregelungen, um die generationenübergreifende Weiterbewirtschaftung der Höfe zu sichern und die, für die gesellschaftliche Stabilität wichtige breite Streuung des Eigentums auch weiterhin zu gewährleisten. Grundsätzlich gilt eine Verschonung in Höhe von 85 % des Vermögenswertes und ein degressiv gestalteter Abzugsbetrag, beginnend mit 150.000 € für den Betriebsteil. Dem zufolge sind Betriebe, die unter die Steuerbegünstigung fallen, bis zu einem Vermögenswert von 1 Mio. € gänzlich steuerbefreit. Aufgrund bayerischer Initiativen enthält das Gesetz weitere wichtige Regelungen, u. a. zur Verschonung verpachteter Betriebe, zur zeitanteiligen Ausgestaltung der Verschonung und hinsichtlich eines akzeptablen Mindestwertes für Forstflächen. Der Freibetrag je Erblasser/Schenker und je Kind wurde auf 400.000 € erhöht. Damit kann i. d. R. auch der Wohnteil und sonstiges Vermögen abgedeckt werden.

Mit dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz erfolgte eine Senkung der Steuersätze für Geschwister und Geschwisterkinder.