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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/eudirektzahlungen.html

EU-Direktzahlungen

Als wichtigstes Element der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP-Reform) wurde eine Betriebsprämie mit der Zuteilung von Zahlungsansprüchen (ZA) eingeführt. Diese Betriebsprämie wird entkoppelt von der Produktion ausgezahlt. Ein Großteil der bisherigen Flächen- und alle Tierprämien (Direktzahlungen) sind in der Betriebsprämie aufgegangen.

Bei der Ermittlung des Werts eines ZA wurde ein flächenbezogener Betrag (Acker: 298,46 € je ha, Grünland: 88,34 € je ha) und ein betriebsindividueller Betrag berücksichtigt. In diese beiden Beträge sind die historischen Prämien gemäß Tabelle „Zusammensetzung der unterschiedlichen, bei der Wertermittlung eines ZA zugrunde gelegten Beträge“ eingeflossen.

Zusammensetzung der unterschiedlichen, bei der Wertermittlung eines ZA zugrunde gelegten Beträge

Flächenbezogener BetragBetriebsindividueller Betrag
Prämien für landwirtschaftliche Kulturpflanzen Sonderprämie für männliche Rinder
Saatgutbeihilfe Schlachtprämie für Kälber
Hopfenprämie (ohne Zahlungen an die Erzeugergemeinschaften) Mutterkuhprämie
75 % des entkoppelten Teils der Stärkekartoffeln Mutterschafprämie
Schlachtprämie für Großrinder 50 % der Extensivierungszuschläge für Rinder
Nationale Ergänzungsprämie für Rinder Milchprämie
50 % der Extensivierungszuschläge für Rinder 25 % des entkoppelten Teils der Stärkekartoffelprämie
Entkoppelter Teil der Trockenfutterbeihilfe
Entkoppelter Teil der Tabakbeihilfe (ab 2006 )
Zuckerausgleich (ab 2006 )

Im Jahr 2008 erfolgte die Festsetzung zusätzlicher ZA für Betriebsinhaber mit Obstplantagen bzw. Reb- oder Baumschulflächen. Darüber hinaus erfolgte eine nochmalige Erhöhung des betriebsindividuellen Betrages für Zucker im Rahmen der Ausgleichszahlung durch die Zuckermarktreform.

Ab dem Jahr 2010 beginnt der sog. „Gleitflug“, d. h. die unterschiedlich hohen Werte der ZA werden angepasst und schrittweise in einen bayernweit einheitlichen Wert von 354,55 € je ZA im Jahr 2013 überführt.

Art und Umfang von ZA in Bayern

MerkmalEinheit2008
ZA insgesamtAnzahl3.222.3241)
dar. Stilllegungs-ZAAnzahl118.534
      OGS-ZA²)Anzahl50.006
      Besondere ZAAnzahl100
Gesamtwert Zahlungsansprüche1.136.850.142
Ø Wert eines ZA352,8

1) Anteil am Bund: 18,9 %

2) OGS: Obst, Gemüse und nicht zur Stärkeherstellung verwendete Kartoffeln.

Die Aktivierung eines ZA bei der Betriebsprämie (entkoppelte Direktzahlungen) ist grundsätzlich nur zusammen mit einem Hektar beihilfefähiger Fläche möglich.

Zur Aktivierung der ZA wurden in Bayern 3 202 388,44 ha im Jahr 2008 beantragt und 3 197 151,71 ha im Jahr 2009.

Aufteilung der Direktzahlungen in Bayern 2008 gemäß VO (EG) Nr. 1782/2003 (EU-Haushaltsjahr 2008/Antragsjahr 2007)

Direktzahlungen je Betrieb in €Anzahl der BegünstigtenAnteil der Gesamtzahl der Begünstigten in % Absolute Beihilfenhöhe in Mio €1)Anteil der Beihilfe an der Gesamtbeihilfe in %
unter 50012.92710,63,40,3
500 – 2 00022.30318,325,82,3
2 000 – 5 00024.44320,082,97,6
5 000 – 10 00025.40320,8183,116,7
10 000 – 50 00035.67529,2700,3 63,8
50 000 – 100 0001.2891,082,37,5
100 000 – 200 000112 0,114,21,3
200 000 – 300 000802,10,2
300 000 oder mehr603,30,3
Summe122.1731001.097,40100
dar. Entkoppelte Direktzahlungen122.1401001.086,60100

1) Modulation bereits abgezogen.

In Bayern erhielten im EU-Haushaltsjahr 2008 122 173 Betriebe knapp 1,09 Mrd. € entkoppelte Direktzahlungen. 1 % der Direktzahlungen rd. 10 Mio. € werden noch gekoppelt ausbezahlt, z. B. bei der Gewährung der Eiweißpflanzenprämie, der Flächenzahlungen für Schalenfrüchte sowie den Beihilfen für Stärkekartoffeln.

Neben diesen direkt an die Landwirte ausgereichten Direktzahlungen wird noch eine Verarbeitungsbeihilfe für Trockenfutter gewährt. Durch entsprechende Zahlungen an die Trockenwerke verringern sich die, vom Landwirt je Dezitonne erzeugtes Trockengut zu entrichtenden Beträge. Das Gesamtvolumen der Trockenfutterbeihilfe beträgt für Bayern ca. 6,7 Mio. € jährlich.

Im Durchschnitt erhielt ein Direktzahlungsempfänger im EU-Haushaltjahr 2008 rd. 8.980 €. 30 % der Betriebe mit den höchsten Direktzahlungen erhalten rd. 70 % Fördermittel. Rd. 50 % der Direktzahlungsempfänger erhalten weniger als 5.000 €.

Entsprechend der Vorgaben der EU werden seit 2009 Informationen über die Empfänger von Mitteln aus dem Europäischen Garantiefond für die Landwirtschaft (EGFL) und dem Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) veröffentlicht.

Die Direktzahlungen sind an die Einhaltung fachrechtlicher Vorgaben gebunden (Cross Compliance [CC]).

Im Zuge des sog. Health Checks kommt für die Einhaltung der CC-Vorgaben die Kontrolle der Genehmigungen bei der Entnahme von Wasser für Bewässerungen hinzu.

Im Jahr 2008 wurden bei den CC-Kontrollen keine gravierenden Mängel festgestellt. Insgesamt erfolgte eine Kürzung der Direktzahlungen bei 1,7 % der Betriebe. Die überwiegende Anzahl der Beanstandungen waren leichte und mittlere Verstöße, die mit Kürzungen in Höhe von 1 bis 3 % sanktioniert wurden.