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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/flaecheninanspruchnahme.html

Flächeninanspruchnahme

Für Siedlungs- und Verkehrszwecke werden in Bayern täglich ca. 16 ha land- und forstwirtschaftliche Flächen beansprucht (in Deutschland ca. 115 ha) und dies obwohl die Bevölkerung abnimmt. Die gesamte LF hat allein in den letzten 30 Jahren um insgesamt 318 000 ha abgenommen. Bei einer mittleren Betriebsgröße in Bayern von 28,4 ha entspricht dies einer Produktionsgrundlage von rd. 11 000 Betrieben.

Hinzu kommen noch ökologische Ausgleichsflächen gemäß Baugesetzbuch (BauGB) und Naturschutzrecht (Bundesnaturschutzgesetz [BNatSchG], Bayerisches Naturschutzgesetz). Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, die Flächeninanspruchnahme auf 30 ha pro Tag in Deutschland zu begrenzen.

Weltweit nehmen die landwirtschaftlichen Nutzflächen vor allem aufgrund von Erosion, Versalzung, Wüstenbildung, Urbanisierung und massiven Ausbau der Verkehrs- und Energieinfrastrukturen infolge des wirtschaftlichen Wachstums deutlich ab. Die sichere Versorgung einer stetig wachsenden Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen, insbesondere Bioenergie, erfordert daher auch in Bayern eine wesentlich sparsamere Flächeninanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke sowie ein besseres Flächenmanagement bei ökologischen Ausgleichs- und Ersatzflächen.

Ein positives Signal für einen sorgsameren Umgang, insbesondere mit hochwertigen landwirtschaftlichen Nutzflächen, geht bereits von dem novellierten und am 1. März 2010 in Kraft getretenen BNatSchG aus, wonach künftig agrarstrukturelle Belange besser berücksichtigt werden und wertvolle landwirtschaftliche Flächen erst nach einem besonderen Abwägungsprozess in Anspruch genommen werden können (vgl. § 15 Abs. 3 BNatSchG). Für die landwirtschaftliche Nutzung besonders geeignete Böden sollen nur im notwendigen Umfang zur Realkompensation verwendet werden. Weiterhin wurden Ausgleich (Kompensation im gleichen Naturraum) und Ersatz gleichgestellt. Dies erhöht die Flexibilität bei der Flächenfindung.

Entwicklung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke in BayernSchaubild 20 in höherer Auflösung