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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/futterbau-futterkonservierung-gruenland.html

Grünland und Futterbau

Insgesamt werden auf knapp 50 % der LF in Bayern Grobfutter für Rinder, Schafe und Pferde erzeugt. Für den Veredelungsstandort Bayern bilden der Futterbau und die Grünlandwirtschaft daher eine wichtige Wirtschaftsgrundlage. Die Schwerpunkte liegen in der Nutzung des Dauergrünlandes, im Silomais-, Klee- und Kleegrasanbau.

Flächenentwicklung bei Grünland und im Feldfutterbau (in ha)

Kulturart1980/19851990/19952000/20052006200720082009
Dauergrünland1.366.2211.260.7871.154.9981.133.5741.127.6791.124.8941.103.171
Feldfutterbau insgesamt520.284469.248418.541445.989461.161461.397484.482
dav. Runkelrüben42.49310.7361.365794708698533
Klee, Kleegras101.400103.47297.75396.13193.40095.42085.472
Luzerne16.7259.5644.1384.4204.9004.3455.340
Silomais343.478327.886295.513314.899325.920325.281356.544
Sonstiges Ackerfutter (einschließlich Grasanbau)16.18817.59019.77329.74636.23335.65236.593
Dauergrünland und Feldfutter zusammen1.886.5051.730.0351.573.5391.579.5631.588.8401.586.2911.587.654

Das Grünland ist in Bayern aufgrund der differenzierten, regionalen, topographischen, klimatischen und nutzungsbedingten Gegebenheiten sehr unterschiedlich ausgeprägt. Mit gut 34 % der LF ist es nicht nur eine bedeutende Futtergrundlage, sondern auch ein wichtiger Schutz für die Umweltgüter Boden und Wasser sowie die Biodiversität. Grünland erfüllt durch seine CO2-Bindung eine wichtige Funktion beim Klimaschutz und ist darüber hinaus ein prägender Bestandteil der attraktiven Kulturlandschaften in Bayern.

Neben dem intensiver genutzten Grünland hat sich die Bewirtschaftung von Grünland über extensive Tierhaltungsformen (Mutterkühe, Jungvieh, Schafe etc.) etabliert. Insgesamt werden in Bayern über freiwillige Agrarumweltprogramme extensive Bewirtschaftungsweisen auf rd. 480 000 ha (rd. 48 % der Dauergrünlandfläche) gefördert.

Abnehmende Kuhzahlen bei steigender Tierleistung und vermehrter Biomassebedarf für die Energiegewinnung (Biogasanlagen) einerseits und die gezielte Nutzung von spezifischen Umweltleistungen des Grünlandes, wie z. B. Erosionsschutz, Artenvielfalt anderseits, führen zu dessen verstärkter Nutzungsdifferenzierung. Dadurch wächst es zunehmend aus der Rolle des reinen Grobfutter- und Nährstofflieferanten für die Milchviehhaltung heraus.

Das Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung (IPZ) der LfL erarbeitet Beratungsunterlagen für die Grünlandnutzung und den Feldfutterbau. Im Bereich Feldfutterbau stehen hierbei die Resistenzzüchtung gegenüber südlichen Stengelbrenner und Kleekrebs beim besonders im ökologischen Landbau wichtigen Rotklee im Vordergrund. Im Rahmen des „Biogasforums Bayern“ werden Beratungsunterlagen zur Optimierung des Kleegrasanbaus in Biogasfruchtfolgen erarbeitet. Beim Grünland liegt der Fokus auf der standortgerechten und nachhaltigen Pflege und falls nötig Sanierung intensiv genutzten Grünlandes. Hierzu werden insbesondere angepasste Sorten- und Mischungsempfehlungen gegeben, wobei diese in hohem Maß vom bayerischen Handel umgesetzt werden. Die mit den benachbarten Bundesländern nach einem neuen Konzept gemeinsam angelegten und nach Anbauregionen ausgewerteten Landessortenversuche zeigen dabei hohe regionale Sortenunterschiede.

Das Institut für Agrarökologie, Ökologischen Landbau und Bodenschutz (IAB) der LfL untersucht im Dauergrünland mit in der Regel langjährigen Feldversuchen und dem „Grünlandmonitoring Bayern“ die von unterschiedlichen Nutzungsintensitäten ausgehenden, langfristigen Änderungen der floristischen Artenvielfalt, der Grasnarbenzusammensetzung, des Wandels des Ertragspotenzials, des Nährstoffhaushaltes und der Futterqualität.

Über 25 % des Grünlandes wird zumindest zeitweise auch als Weide genutzt. Speziell bearbeitet wird vom Institut für Tierernährung (ITE) der LfL die Nutzung als Kurzrasenweide (Vollweide) bei Mutterkühen, Jungrindern und Milchkühen unter Berücksichtigung einer saisonalen Abkalbung im Winter. In der Bullenmast wird Grassilage im Austausch gegen Maissilage geprüft. Eine weitere Alternative ist der Einsatz von Luzernesilage.

Die Silomaisanbaufläche erreicht im Jahr 2009 mit ca. 358 000 ha wieder das Niveau von Ende der 80er Jahre. Nach einem kontinuierlichen Rückgang ist seit dem Jahr 2003 ein erheblicher Flächenanstieg zu verzeichnen. Die für die Nutzung in Biogasanlagen zu veranschlagende Fläche liegt in einem Bereich von schätzungsweise 80 000 ha. Der weit überwiegende Anteil wird also nach wie vor zur Viehfütterung verwendet. Beim Silomais sind Anbaubeschränkungen unumgänglich, um den Fruchtfolgeschädling Westlicher Maiswurzelbohrer einzudämmen.

Die Trockengrünerzeugung auf der Basis von Feldfutterbau und intensiv genutztem Grünland in den 31 bayerischen Grünfuttertrocknungsgenossenschaften hat sich trotz einer Verschlechterung der agrarpolitischen Rahmenbedingungen auf einem hohen Niveau stabilisiert. Allerdings ist durch die Preisentwicklung auf dem Heizenergiemarkt und die vollkommene Entkoppelung der Trockenfutterprämie ab 2012 mittelfristig mit größeren wirtschaftlichen Problemen zu rechnen. Neben der hauptsächlichen Verfütterung der Trockengrün-Cobs in den Betrieben der Genossenschaftsmitglieder spielt die Vermarktung von Qualitätstrockengrünfutter eine zunehmend größere Rolle.

Entwicklung der Trockenguterzeugung in Erzeugerringen für wirtschaftseigenes Futter (Futtertrocknung) - in t

JahrTrockengrünHackfrüchteSonstigesZusammen
2008231.6596145.644277.364
2009230.65924034.403265.302