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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/getreide-flaechennutz.html

Getreide

Auf über der Hälfte der Ackerflächen wurde in den Jahren 2008 und 2009 Getreide angebaut. Im Vergleich zum letzten Betrachtungszeitraum nahmen die Winterweizen- und die Roggenflächen deutlich zu. Hafer verlor dagegen, wie schon seit Jahren, an Bedeutung. Wegen des niedrigen Braugerstenpreises sank die Sommergerstenfläche 2009 auf einen Tiefstand von 125 000 ha.

Aufgrund des Witterungsverlaufs konnten bei den Sommerungen nur dort gute Erträge und Qualitäten erzielt werden, wo früh gesät wurde und ausreichend Niederschläge fielen. Dies war 2008 eher in Südbayern der Fall. Bayernweit betrachtet fielen die Erträge 2008 bei Weizen und Roggen überdurchschnittlich aus. Die Erntemengen bei den anderen Getreidearten lagen im mittleren Bereich.

Der sehr warme April und die anhaltend wechselhafte Witterung ohne längere Trocken- und Hitzephasen ließen das Getreide 2009 gut gedeihen. Die regenreiche strahlungsarme Witterung in der Kornfüllungsphase bedingte nur knapp mittlere Weizenerträge. Bei den anderen Getreidearten konnten überdurchschnittliche Erträge erzielt werden.

Die Weizenqualität war 2008 und 2009 größtenteils gut. Die Proteingehalte bewegten sich etwa auf mittlerem Niveau. Probleme mit Auswuchs oder Ährenfusarium traten kaum auf. 2008 lagen nur knapp 50 % der Sommergersten unterhalb der geforderten Obergrenze für Braugerste von 11,5 % Eiweiß. 2009 war der Eiweißgehalt aufgrund des hohen Ertragsniveaus deutlich niedriger, so dass über 80 % der Partien unterhalb des geforderten Werts lagen.

In den beiden Jahren 2008 und 2009 wurden bei Körnermais mit durchschnittlichen 103 Dezitonnen pro Hektar Rekorderträge erzielt. Die Anbaufläche war von 2007 auf 2008 um über 30 % auf 133 000 ha ausgedehnt worden, die Erzeugung stieg auf 1,37 Mio. Tonnen. 2009 wurden die Flächen wieder um etwa 15 % reduziert. Der westliche Maiswurzelbohrer, einer der weltweit gefährlichsten Schädlinge im Maisanbau, konnte sich in Bayern weiter ausbreiten. In den betroffenen Regionen mussten zur Bekämpfung Anbaubeschränkungen erlassen werden.

Getreideerzeugung in Bayern

Jahr Getreide1) Insgesamt Darunter Winter-weizen Darunter Sommer-weizen2) Darunter Winter-gerste Darunter Sommer-gerste Darunter Roggen Darunter Hafer Darunter Triticale Darunter Körner-mais3)
Anbaufläche in 1.000 ha
2008 1.245,8 518,6 5,3 285,0 148,5 45,5 33,1 70,1 133,3
2009 1.227,9 537,4 5,3 287,6 125,0 45,4 34,6 72,7 113,1
Ø 2003/2008 1.209,5 472,2 12,1 286,3 161,9 36,9 44,4 69,1 117,5
Hektarertrag in dt/ha
2008 67,2 73,7 62,2 57,6 45,0 54,9 45,2 57,1 103,2
2009 67,0 69,0 58,8 62,5 49,8 59,2 47,7 59,5 102,9
Ø 2003/2008 63,8 71,2 58,1 56,7 45,7 52,3 45,1 57,9 92,6
Erntemenge in 1.000 t
2008 8.368,6 3.823,1 32,8 1.640,6 667,6 249,9 149,7 400,7 1.375,3
2009 8.224,6 3.710,1 30,9 1.798,3 622,2 268,8 164,8 432,8 1.163,8
Ø 2003/20084) 7.718,8 3.364,1 70,4 1.622,2 739,8 192,2 200,0 400,0 1.088,3

1) Einschließlich Körnermais.

2) Ohne Durum (Durumfläche 2009: 659 ha, 2008: 1.862 ha, Ø 2003/2008: 1.213 ha.

3) Einschließlich CCM.

4) 6-jähriger Durchschnitt 2003 – 2008.