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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/haupterwerbsbetriebe-des-oekologischen-landbaues.html

Haupterwerbsbetriebe des ökologischen Landbaues

Betriebe, die nach den Kriterien des ökologischen Landbaus (öL) wirtschaften, haben gegenüber dem Durchschnitt der in der Buchführung erfassten Haupterwerbsbetriebe eine etwas geringere Flächenausstattung, einen deutlich höheren Grünlandanteil, weniger Silomais, einen geringeren Viehbesatz pro ha LF, niedrigeren Handelsdüngeraufwand, weniger Aufwendungen für Zukaufsfuttermittel und fast keinen Pflanzenschutzaufwand.

Der geringen speziellen Intensität entsprechen niedrigere Naturalerträge im Ackerbau, in der Viehhaltung und ein höherer Bedarf an Hauptfutterfläche je Großvieheinheit. Die Produktpreise liegen z. T. erheblich über denen konventioneller Betriebe.

Im WJ 2008/2009 sanken in den Betrieben des öL die Umsatzerlöse je Unternehmen um 5,2 % und damit etwas weniger, als bei allen Haupterwerbsbetrieben (–5,7 %). Der Umsatzrückgang sowohl bei pflanzlichen (–6,5 %) als auch bei tierischen Produkten (–4,1 %) fiel geringer aus als bei allen Haupterwerbsbetrieben. Beispielsweise sank der Milchpreis in den ökologisch wirtschaftenden Betrieben wesentlich weniger als im Durchschnitt aller Betriebe (vgl. Tabelle „Haupterwerbsbetriebe des ökologischen Landbaues im Vergleich zum Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe in den WJ 2007/2008 und 2008/2009“).

Haupterwerbsbetriebe des ökologischen Landbaues im Vergleich zum Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe in den WJ 2007/2008 und 2008/2009

Merkmal Einheit HE-Betriebe insgesamt 2007/2008 HE-Betriebe ökol. Landbau 2007/2008 HE-Betriebe insgesamt 2008/2009 HE-Betriebe ökol. Landbau 2008/2009
Betriebsgröße ha LF 46,25 40,55 46,62 40,39
Vergleichswert €/ha LF 608 573 606 575
Arbeitskräfte AK/Betrieb 1,61 1,56 1,63 1,57
dar. Familien-AK FAK/Betrieb 1,47 1,46 1,48 1,48
Ackerfläche (AF) % LF 61,8 36,9 61,7 35,2
Dauergrünland % LF 36,8 63,0 36,7 64,7
Getreide ohne Körnermais % AF 50,5 49,4 52,6 54,1
Kartoffeln % AF 2,1 2,1 2,0 2,7
Feldgemüse und sonst. Marktfrüchte % AF 5,5 2,1 3,0 1,5
Ackerfutter ohne Silomais % AF 6,2 30,4 6,4 26,7
Silomais % AF 16,0 5,2 17,6 4,9
Viehbesatz Rinder VE/Betrieb 46,7 43,4 47,8 44,4
Viehbesatz Schweine VE/Betrieb 21,3 (1,8) 20,9 2,1
Viehbesatz insgesamt VE/ha LF 1,5 1,2 1,5 1,2
Hauptfutterfläche a/RGV 50 70 50 68
Referenzmenge kg/Betrieb 142.099 126.288 147.930 137.851
Milchkühe St./Betrieb 23,3 23,2 23,7 24,5
Milchleistung kg/Kuh und Jahr 6.355 5.550 (6.456) (5.634)
Milchpreis €/kg 0,40 0,48 0,32 0,44
Ertrag – Getreide ohne Körnermais dt/ha 65,2 38,7 64,1 (37,5)
Ertrag – Kartoffeln dt/ha 386,8 205,7 371,9 176,0
Erlös – Getreide ohne Körnermais €/dt 21,46 40,04 15,15 43,45
Erlös – Kartoffeln €/dt (8,85) (40,16) (9,01) (41,26)
Vermögen €/ha LF 16.728 16.676 16.745 16.863
Fremdkapital €/ha LF 1.872 2.122 1.963 2.121
Umsatzerlöse €/ha LF 2.975 2.473 2.782 2.352
dar. Umsatzerlöse landwirtschaftlicher Pflanzenproduktion €/ha LF 568 278 514 261
      Umsatzerlöse Tierproduktion €/ha LF 2.218 2.007 2.094 1.933
Sonstige betriebliche Erträge €/ha LF 998 1.049 965 1.096
dar. Zulagen und Zuschüsse €/ha LF 508 651 507 677
Materialaufwand €/ha LF 1.418 907 1.532 942
dar. Materialaufwand Pflanzenproduktion €/ha LF 269 84 296 83
      Materialaufwand Tierproduktion €/ha LF 749 453 811 459
Personalaufwand €/ha LF 79 87 81 78
Abschreibungen €/ha LF 467 460 475 469
Sonstige betriebliche Aufwendungen €/ha LF 834 784 865 851
Zinsaufwand €/ha LF 62 68 66 68
betriebliche Steuern €/ha LF 16 15 16 14
Gewinn €/ha LF 1.123 1.228 731 1.025
Gewinn €/Unternehmen 51.924 49.806 34.096 41.409
Gewinn €/FAK 35.208 34.111 23.034 28.020
Gewinnrate % 28,1 34,6 19,4 29,8
Gesamteinkommen €/Inhaberehepaar 58.041 57.951 39.681 48.178
Unternehmensbezogenen Beihilfen €/Unternehmen 23.488 26.380 23.634 27.360
Beihilfen am Unternehmensertrag % 12,5 18,3 13,2 19,7
Beihilfen am Unternehmensgewinn % 45,2 53,0 69,3 66,1

Die Betriebe des öL erwirtschafteten im WJ 2008/2009 einen Gewinn von 41.409 €. Der Wert lag damit um rd. 7.300 € über dem Durchschnittsgewinn aller Betriebe.

Die Betriebe des öL erhielten aufgrund ihrer vielfältigen Umweltleistungen höhere staatliche Zuwendungen als der Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe. Der Anteil unternehmensbezogener Beihilfen am Gewinn der ökologisch wirtschaftenden Betriebe betrug 66 %. Die Prämien für umweltgerechte Agrarerzeugung (Kulturlandschaftsprogramm) machten 38 % der gesamten staatlichen Zuwendungen aus (bei Haupterwerbsbetrieben insgesamt 10 %).