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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/hopfen-allgemein.html

Hopfenmarkt

Die bayerischen Hopfenpflanzer erzeugen rund ein Viertel des Hopfens weltweit. Vermarktet wird der Hopfen überwiegend von den Handelsfirmen Hopsteiner, Joh. Barth und Sohn und der Hopfenverwertungsgenossenschaft (HVG), die zusammen am Weltmarkt einen Anteil von über 70 % inne haben.

Auch auf der Abnehmerseite ist eine immer größere Konzentration zu verzeichnen. Die zehn größten Brauereikonzerne produzieren weltweit bereits über 60 % des Bieres. Im Sog der Weltwirtschaftskrise hat sich 2008 das Wachstum des Weltbierausstoßes abgeschwächt. Für 2009 muss sogar mit einem leichten Rückgang gerechnet werden. Derzeit liegt die Produktion bei rd. 1 800 Mio. Hektoliter. Aufgrund eines sinkenden Hopfeneinsatzes pro Hektoliter Bier (derzeit 4,3 Gramm Alphasäure pro Hektoliter Bier) und zunehmender Verwendung isomerisierter Hopfenprodukte sinkt der Hopfenbedarf.

Die bayerische Hopfenernte 2008 war sowohl von der Menge als auch von den Inhaltsstoffen her eine Spitzenernte. Mit durchschnittlich 21,8 Dezitonnen je Hektar wurde das höchste Ergebnis der letzten Jahrzehnte erzielt. Auch der Alphasäurengehalt, der Hauptinhaltsstoff des Hopfens, übertraf bei allen Sorten das langjährige Mittel. Trotz Überproduktion konnten die über die Vertragsmengen hinaus produzierten Freihopfen zu sehr guten Preisen verkauft werden. Auf dem Spotmarkt konnte für Aromahopfen bis zu 7,00 € je kg und für Bitterhopfen bis zu 10,50 € je kg erlöst werden. Die positive Marktsituation hat zu einer Ausweitung der Hopfenfläche geführt (vgl. Hopfen).

Vorverträge oder Vertragsverlängerungen bis teilweise 2018 konnten noch bis Anfang August 2008 abgeschlossen werden, der Freihopfenmarkt für die Ernte 2008 kam Mitte Oktober zum Erliegen. Bis dahin nicht verkaufte Bitterhopfen konnten erst wieder im Frühjahr 2009 mit großen Preiszugeständnissen abgesetzt werden, restliche Aromahopfen der Ernte 2008 wurden von einem Teil des Handels ohne Preisgarantie übernommen.

Die bayerische Hopfenernte 2009 lag mengenmäßig mit 17,1 Dezitonnen je Hektar unter dem Durchschnitt. Berücksichtigt man die Ertragsausfälle aufgrund des Hagelschlags vom 26. Mai 2009, bei dem ca. 4 000 ha Hopfen in der südlichen Hallertau geschädigt und davon rd. 1 000 ha nicht beerntet werden konnten, kann man von einer leicht überdurchschnittlichen Erntemenge auf den nicht geschädigten Hopfenflächen ausgehen. Auch die Alphasäurengehalte lagen wieder über dem langjährigen Mittel, so dass bezogen auf den Brauwert im Jahr 2009 ebenfalls eine überdurchschnittliche Ernte heranwuchs.

Die ausbleibende Nachfrage seitens der Brauereien, die zudem mit Vertragshopfen z. T. überversorgt waren, führte dazu, dass 2009 kein nennenswerter Freihopfenmarkt zustande kam. Übrige Freihopfenmengen wurden vom Handel in Hopfenpools oder mit Übernahmeaktionen zum Anzahlungspreis von nur rd. 0,5 € je kg bei den gängigen Aromasorten und bis zu 1,10 € je kg für Hochalphasorten übernommen.

Insgesamt stellt sich die wirtschaftliche Situation der bayerischen Hopfenbaubetriebe wieder besser dar als in den Vorjahren. Die überdurchschnittlichen Ernten im Berichtszeitraum und die gestiegenen Preise verbessern die Einkommenssituation, so dass wieder mehr Spielraum für notwendige Investitionen besteht. Die sehr gute Vertragsdeckung der bayerischen Hopfenbaubetriebe für die kommenden Jahre gibt Sicherheit, dass die derzeitige Überschusssituation mit niedrigen Freihopfenpreisen unbeschadet überstanden wird. Um notwendige Flächenreduzierungen werden aber auch die bayerischen Hopfenpflanzer in den nächsten Jahren nicht herumkommen.