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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/hopfen-flaechennutzung.html

Hopfen

Die Zahl der bayerischen Hopfenbaubetriebe hat im Berichtszeitraum nur geringfügig abgenommen und liegt jetzt bei 1 275. Der gebremste Strukturwandel ist v. a. auf die gute Vorvertragssituation bis in den Sommer 2008 zurückzuführen, die die meisten Hopfenpflanzer zum Abschluss langjähriger Lieferverträge genutzt haben. Die Hopfenfläche lag im Jahr 2009 bei durchschnittlich 12,4 ha pro Betrieb.

Aufgrund der stark gestiegenen Nachfrage im Jahr 2008 wurde die Hopfenfläche in Bayern um 923 ha auf 16 065 ha ausgeweitet. Der Flächenrückgang in 2009 von 213 ha ging ausschließlich zu Lasten der Aromasorten. Weltweit wurde 2009 auf rd. 58 000 ha Hopfen angebaut. Der Anteil der Aromasorten hat sich in den letzten beiden Jahren stark vermindert und lag 2009 nur noch bei 53 %. Grund dafür ist der teilweise Ausstieg des Brauereikonzerns Anheuser-Busch InBev aus der Sorte Hallertauer Mittelfrüher.

Bei den Bitterstoffsorten sorgt weiterhin die sehr ertragreiche, neue Hochalphasorte Herkules für Furore. Im Berichtszeitraum ist ihr Anbau um 1 449 ha auf 2 229 ha hochgeschnellt. Herkules ist somit innerhalb der letzten Jahre zur zweitgrößten Bitterstoffsorte und viertgrößten Sorte in Bayern aufgestiegen.

2009 nahmen 89 Betriebe am Qualitätsmanagementsystem des Hopfenrings nach DIN EN ISO 9001 teil und sind ISO-zertifiziert. Von den zertifizierten Betrieben stammen 15 % der bayerischen Hopfenernte 2009.

Die Rückverfolgbarkeit des Hopfens von der Brauerei zum Erzeuger ist in Deutschland seit langem gesetzlich geregelt. Zur Identifizierung erhält jedes Verpackungsgebinde auf dem Betrieb ein Klebesiegel mit einer eigenen Nummer. Bei der Zertifizierung werden vom Hopfenring von jeder Partie Muster für die neutrale Qualitätsfeststellung gezogen. Das Untersuchungsergebnis eines unabhängigen Labors wird in Form von Zu- oder Abschlägen bei der Bezahlung berücksichtigt.

Struktur des Hopfenanbaues in Bayern

AnbaujahrZahl der BetriebeHopfenfläche in ha insgesamtHopfenfläche in ha je BetriebErntemenge in dtErtrag in dt/ha
19805.21216.7863,22256.54515,3
19903.70418.6485,03257.57513,8
20001.86015.6468,41259.45916,6
20051.39414.62810,49302.77320,7
20081.29516.06512,41349.80321,8
20091.27515.85212,43270.41217,1

Hopfenanbau nach Anbaugebieten

MerkmalAnbaujahrAnbaugebiet Hallertau1)Anbaugebiet Spalt/Lindau (Tettnang)2)Bayern
Zahl der Betriebe20081.213821.295
20091.197781.275
Hopfenfläche (ha)200815.67838716.065
200915.48536715.852
Hopfenfläche je Betrieb (ha)200812,94,712,4
200912,94,712,4
Fläche der Aromasorten (ha)20088.7493589.107
20098.1423338.475
Fläche der Bittersorten (ha)20086.929296.958
20097.343347.377
Erntemenge (t)200834.331,7648,634.980,3
200926.422,8618,427.041,2

1) Das Anbaugebiet Hersbrucker Gebirge gehört seit 2004 zur Hallertau.

2) Zusammenfassende Darstellung der Hopfenbaugebiete Spalt und Lindau (Tettnang) aus datenschutzrechtlichen Gründen.