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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/integrierte-laendliche-entwicklung.html

Integrierte ländliche Entwicklung (ILE)

Die Verwaltung für Ländliche Entwicklung unterstützt die Gemeinden bei der Wahrnehmung ihrer Planungsverantwortung und -hoheit sowie den immer komplexer werdenden Planungsaufgaben.

Ziel ist dabei, das Prinzip der Subsidiarität zu stärken, so dass die Gemeinden auch künftig in der Lage sind, die für ihre Gemeindeentwicklung maßgeblichen Entscheidungen eigenständig zu treffen und umzusetzen.

Immer mehr Gemeinden erkennen jedoch, dass viele ihrer Probleme in der Gemeinschaft mit anderen Gemeinden besser zu lösen sind als allein. Nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker“ entschließen sich benachbarte Gemeinden freiwillig zur Zusammenarbeit und bilden kommunale Allianzen. Dadurch können sie sich gegenseitig ergänzen und unterstützen.

Genau hier setzt die integrierte ländliche Entwicklung (ILE) an, denn Kernelement der ILE ist die Initiierung und Unterstützung interkommunaler Zusammenarbeit. Die ILE ist als Entwicklungsprozess unter aktiver Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger in den Gemeinden angelegt. Neben Vernetzung, Planung und Umsetzung spielt der moderierende und koordinierende Charakter eine entscheidende Rolle.

Inzwischen gibt es in Bayern schon über 70 kommunale Allianzen mit rd. 500 Gemeinden, davon 37 neue integrierte ländliche Entwicklungen seit 2005.

Relevante Handlungsfelder der ILE sind:

  • Dorf und Siedlung (Kernthema Innenentwicklung),
  • Landwirtschaft und Landschaft (nachhaltige Landnutzung),
  • Wirtschaft und Gewerbe,
  • Grund- und Nahversorgung (Infrastruktur),
  • Erholung und Tourismus

Konkrete Projekte für eine ILE können beispielsweise sein:

  • Planung und Realisierung von interkommunalen Gewerbegebieten,
  • Planung und Umsetzung gemeindeübergreifender Hochwasserschutzprojekte,
  • Erstellen von übergemeindlichen Energienutzungsplänen,
  • Entwicklung und Umsetzung von gemeindeübergreifenden Landnutzungskonzepten,
  • Regionalvermarktung im Zusammenhang mit Nahversorgung oder Tourismus und
  • Erstellung von gemeindeübergreifenden Naherholungseinrichtungen.

Ein Wesensmerkmal der ILE sind die integrierten ländlichen Entwicklungskonzepte (ILEK). Mit ihrer Hilfe wird der Einsatz von Dorferneuerung, Flurneuordnung und anderer Programme zielgerichtet aufeinander abgestimmt. Im Sinne einer integrierten Entwicklung werden bei der Konzepterstellung auch Hinweise gegeben, welche anderen Stellen und Verwaltungen (z. B. Wasserwirtschafts- oder Straßenbauverwaltung) einzubinden sind. Die Umsetzung der Entwicklungskonzepte erfolgt derzeit in über 150 Vorhaben der Ländlichen Entwicklung. Zusätzlich können die Gemeinden durch die Förderung von Umsetzungsbegleitungen unterstützt werden.

Die drei wesentlichen Grundprinzipien der ILE in Bayern sind somit:

  • die Ausrichtung auf die Gemeinden und deren Aufgaben,
  • die übergemeindliche Abstimmung von Aktivitäten und Lösungsansätzen sowie
  • der bedarfs- und zielorientierte Einsatz der Instrumente der Verwaltung für Ländliche Entwicklung bzw. die Koordinierung der Instrumente anderer Verwaltungen.