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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/kartoffeln-allgemein.html

Kartoffelmarkt

Im Wirtschaftsjahr (WJ) 2008/2009 wurde in Bayern mit 1,9 Mio. Tonnen eine durchschnittliche Erntemenge eingebracht. Abgesehen von trockenheitsbedingten Ertragseinbußen im fränkischen Raum gab es in den anderen Anbaugebieten eine mengenmäßig und qualitativ gute Ernte mit großen Knollen. Die Vermarktung der Speisekartoffeln verlief ohne Probleme. Mit durchschnittlich 11 bis 12 € je Dezitonne für vorwiegend festkochende Sorten konnten zufriedenstellende Erzeugerpreise erzielt werden.

Im WJ 2009/2010 lag die Gesamterntemenge mit 1,9 Mio. Tonnen auf dem Niveau von 2008. Sie liegt um 1,7 % über dem mehrjährigen Durchschnitt, obwohl die Fläche um 7,1 % auf 45 589 ha zurückging. Der Flächenrückgang wurde durch einen Hektarertrag von 423,9 Dezitonnen, der um 9,4 % über dem Durchschnitt liegt, ausgeglichen. Die Qualität der Ernte 2009 ist witterungsbedingt nur als befriedigend einzustufen. Die Lagerfähigkeit der Kartoffeln ist teilweise eingeschränkt.

Der Marktverlauf für Speisekartoffeln im laufenden WJ 2009/2010 wird durch ein reichliches Angebot bei verhaltener Nachfrage bestimmt. Dies bedingt um bis zu 3 € je Dezitonne niedrigere Erzeugerpreise.

Erfreulich ist die weitere Entwicklung im Veredelungsbereich. Trotz großer nationaler Konkurrenz konnte der Kartoffelabsatz in diesem Sektor weiter gesteigert werden. Sowohl die mittelständischen Verarbeitungsbetriebe in Bayern als auch die international tätigen Unternehmen mit Produktionsstätten in Bayern konnten sich am Markt behaupten und ihre Position weiter ausbauen.

Eine besondere wirtschaftliche Bedeutung für den Kartoffelbau hat die Verarbeitung zu Stärke. Im WJ 2008/2009 wurden von der Südstärke in den Werken Schrobenhausen und Sünching im Rahmen des Kontingents einschließlich Übermengen rd. 584 300 Tonnen (= 30,2 % der Ernte) verarbeitet. Im laufenden WJ 2008/2010 liegt die Verarbeitungsmenge bei rd. 650 000 Tonnen (= 33,6 % der Ernte). Nach dem Health Check gilt die aktuelle Stärkekartoffelregelung im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik noch bis einschließlich WJ 2011/2012. Ab dem WJ 2012/2013 entfällt diese Regelung mit Kontingent, Mindestpreis und Rohstoffbindung sowie Beihilfe für Stärkekartoffelerzeuger und Verarbeitungsprämie. Die Beihilfe und die Verarbeitungsprämie sollen dann in die Flächenprämie umgeschichtet werden.

In den landwirtschaftlichen Brennereien, die immer noch eine besondere Bedeutung für eine Reihe von landwirtschaftlichen Betrieben haben, wurden in den WJ 2007/2008 rd. 83 000 Tonnen und 2008/2009 64 000 Tonnen Kartoffeln zu Alkohol verarbeitet. Darüber hinaus wurden auch 24 500 Tonnen bzw. 28 700 Tonnen Getreide zur Alkoholherstellung verwendet. Die von der EU im Jahr 2003 getroffene Entscheidung für die beihilferechtliche Ausnahmeregelung zur Fortführung des Branntweinmonopols läuft im Jahr 2010 aus. Nach den Überlegungen der Kommission muss das deutsche Branntweinmonopol in seiner jetzigen Form abgeschafft werden. Dabei ist ein Ausstiegszenarium für die Kartoffel- und Getreidebrenner mit einer Übergangszeit bis 2013 und für die Obst- und Kleinbrenner bis 2017 vorgesehen.