Sprungmarken:

http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/kartoffeln-flaechennutzung.html

Kartoffeln

Die Kartoffelanbaufläche in Bayern lag 2008 und 2009 jeweils knapp unter 46 000 ha und hat damit deutlich die 50 000-ha-Grenze der Vorjahre unterschritten. Dank der beständig hohen Erträge von 422 und 424 Dezitonnen pro Hektar in den Jahren 2008 und 2009, die fast das Rekordergebnis von 2007 (435 Dezitonnen pro Hektar) erreichten, lag die Erntemenge konstant über 1,9 Mio. Tonnen. Ursachen dafür waren eine bessere Produktionstechnik und günstige Witterungsbedingungen. Nach wie vor wurden auf rund einem Drittel der Anbaufläche Stärkekartoffeln erzeugt, die 2009 sehr hohe Stärkegehalte erzielten.

Mit Sorge wird der geplante Wegfall der Stärkekartoffelbeihilfe gesehen. Dadurch sind wirtschaftliche Beeinträchtigungen für die Stärkewirtschaft sowie für Züchterbetriebe und die Pflanzgutwirtschaft zu befürchten.

Nachdem 2008 die Vermehrungsflächen auf 2 388 ha zurückgenommen wurden, verringerte sich die nach der Pflanzgutvorschätzung erzeugte Pflanzgutmenge auf insgesamt rd. 74 000 Tonnen. Die Anerkennungsquote war mit 88 % noch gut. Wegen der ungewöhnlich hohen Aberkennung in Norddeutschland verknappte sich das Pflanzgutangebot für den Anbau 2009 spürbar. Mit einer Vermehrungsfläche von 2 515 ha, guten Erträgen und einer sehr hohen Anerkennungsquote von 94 % stehen für den Anbau 2010 Pflanzgutmengen von über 86 000 Tonnen zur Verfügung. Dank der konsequenten Einhaltung der Quarantäneauflagen traten in den letzten Jahren Ring- und Schleimfäule nicht mehr in Vermehrungsbeständen auf. Dagegen hat die Aberkennung aufgrund von Schwarzbeinigkeit vor allem im Jahr 2008 zugenommen. Pflanzenbauliche Gegenmaßnahmen werden bereits geprüft und in die Praxis eingeführt sowie die Züchtung auf diesem Gebiet intensiviert.

Beratungs- und Forschungsschwerpunkte der LfL liegen beim Kartoffelbau in erster Linie bei Maßnahmen zur Verbesserung von Qualität und Wirtschaftlichkeit. Im Rahmen der Projekte „Agroklima Bayern“ wird intensiv an wasser- und energiesparenden Bewässerungs- und umweltschonenden Düngungsverfahren bei Kartoffeln geforscht. Neu erarbeitet wurden Erkenntnisse zur Kontrolle der Blattkrankheiten Krautfäule und Alternaria, die besonders bedeutsam zur Verminderung des Kupfereinsatzes im ökologischen Landbau sind.

Kartoffelerzeugung in Bayern

JahrAnbaufläche in haErtrag in dt/haErntemenge in 1.000 t
200845.7854221.934
200945.5894241.933
2003 – 20081)49.0743871.901

1) 6-jähriger Durchschnitt 2001 – 2006.