Sprungmarken:

http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/klimaschutz.html

Klimaschutz

Mit der landwirtschaftlichen Produktion sind klimarelevante Emissionen verbunden, die im Wesentlichen durch die Düngung (Lachgasemissionen) und die Tierhaltung (Methanemissionen, hauptsächlich durch Rinder) bedingt sind.

Der Anteil der Landwirtschaft an den Treibhausgasemissionen wird aus den Emissionen berechnet, die sich aus der Verdauung, der Düngung und aus landwirtschaftlichen Böden ergeben. Dieser landwirtschaftliche Anteil der gesamten emittierten Menge an Treibhausgasen in Deutschland beträgt im Mittel 5 bis 7 %.

Auswirkungen der Klimaänderung auf die Landwirtschaft

Durch die Klimaänderung sind erhebliche negative Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit und damit auf Höhe und Qualität der Erträge landwirtschaftlicher Kulturen möglich. Auch die Leistungsfähigkeit in der tierischen Produktion ist bedroht.

Folgende Beispiele zeigen mögliche Auswirkungen:

  • witterungsbedingte Schäden, z. B. „Sonnenbrandflecken“ bei Getreide,
  • zunehmender Wasserstress im Sommer, v. a. in Franken,
  • Ausbreitung von bisher bei uns weniger bekannten oder neu auftretenden Pflanzenschädlingen, z. B. Maiszünsler, Westlicher Maiswurzelbohrer,
  • Zunahme von mit Insekten übertragenen Krankheitserregern, z. B. die von Mücken übertragene Blauzungenkrankheit bei Schafen, Ziegen und Rindern,
  • verminderte Leistungsfähigkeit der Nutztiere während sommerlicher Hitzeperioden,
  • höhere Schäden durch Stürme und Starkregenereignisse.

Maßnahmen zur Anpassung der Landwirtschaft an die Klimaänderung

Die Klimaänderung mit zunehmend extremen Wettererscheinungen zwingt die Landwirte zu Anpassungsmaßnahmen, die oft nur mit zusätzlichem Kapitaleinsatz und neuestem Wissen erreicht werden können. An der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) werden zahlreiche Untersuchungen dazu durchgeführt. Eine detaillierte Zusammenstellung der untersuchten Themengebiete ist im Kapitel „Angewandte Forschung“ zu finden.

Im Rahmen des im November 2007 von der Bayerischen Staatsregierung verabschiedeten Klimaprogramms Bayern 2020 wird für die Jahre 2008 bis 2011 zur Erforschung wichtiger Fragestellungen im Bereich Pflanzenbau, Nährstoff- und Wasserhaushalt, Bodenbearbeitung und Prüfung genetischer Ressourcen unter Klimastress jeweils 1 Mio. € zur Verfügung gestellt.

Neben der produktionstechnischen Optimierung in der landwirtschaftlichen Produktion sind auch forstliche Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels notwendig (vgl. Forstliche Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels).

Beiträge der Landwirtschaft zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase

Eine ganzheitliche Klimapolitik muss auch die Möglichkeiten zur weiteren Senkung der Emissionen, die mit der landwirtschaftlichen Produktion verbunden sind, konsequent ausschöpfen.

Durch die Speicherung von Kohlenstoff in Böden kann die Landwirtschaft zum Klimaschutz beitragen. Auch die züchterische Ausrichtung der bayerischen Rinderrassen auf Doppelnutzung (insbesondere bei Fleckvieh) mindert bezogen auf die erzeugten Mengen an Milch und Rindfleisch die Emissionen um ca. 10 %. Durch Steigerung der Energieeffizienz kann der Ausstoß des wichtigsten Treibhausgases CO2 verringert werden. Insgesamt besteht hier noch Beratungs- und Forschungsbedarf, der im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel gedeckt werden soll.

Auch die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen (vgl. Nachwachsende Rohstoffe) vermindert die Treibhausgasemissionen. Einen wesentlichen Beitrag kann dabei die Erzeugung regenerativer Energie in landwirtschaftlichen Biogasanlagen leisten. In Bayern wurde an 10 typischen Anlagen das CO2-Einsparpotential ermittelt. Im Vergleich zum fossilen Referenzsystem sparen alle in Bayern untersuchten Biogasanlagen erhebliche Mengen an klimaschädlichen Emissionen ein. Unter Berücksichtigung der Verfahrenskette von der Errichtung der Anlage über die Pflanzenproduktion bis zur Nutzung des erzeugten Biogases in einem Blockheizkraftwerk betragen die Einsparungen zwischen 539 und 910 Gramm CO2-Äquivalente je eingespeiste kWhel.

Das Schaubild „Treibhausgasbilanz der Stromproduktion aus Biogas aus bayerischen Pilotbetrieben“ vermittelt einen kurzen Eindruck der Versuchsergebnisse.

Treibhausgasbilanz der Stromproduktion aus Biogas aus bayerischen Pilotbetrieben (inkl. Gutschrift für Stromeinspeisung, Wärme und abgegebenen Dünger) – Schaubild 38 in höherer Auflösung

Quelle: Effenberger, M.; Bachmaier, H.; Kränsel, E.; Lehner, A.; Gronauer, A. (2010): Wissenschaftliche Begleitung der Pilotbetriebe zur Biogasproduktion in Bayern. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft. Freising. 
Umweltbundesamt, Hrsg. (2008): Nationale Trendtabellen für die deutsche Berichterstattung atmosphärischer Emissionen 1990 – 2007 (Endstand: 12.11.2008)