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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/kologischer-landbau.html

Ökologischer Landbau

Entwicklung der gesetzlichen Grundlagen

  • Am 1. Januar 2009 sind die VO (EG) Nr. 834/2007 und die VO (EG) Nr. 889/2008 in Kraft getreten. Demnach dürfen verarbeitete Erzeugnisse nur dann als ökologisch erzeugte Produkte verkauft werden, wenn sie einen Bioanteil von mindestens 95 % aufweisen. Die Verwendung des ab 1. Juli 2010 neu eingeführten EU-Öko-Logos ist für diese Produkte ebenso Pflicht wie die Angabe des Ursprungs. Zusätzlich sind nationale oder private Logos möglich, die auf strengeren Normen basieren können.
  • Das Gentechnikverbot im Ökolandbau bleibt erhalten. Allerdings kann die Kommission Lebensmittel- oder Futtermittelzusatzstoffe oder andere Stoffe, die durch gentechnisch veränderte Organismen (GVO) hergestellt wurden, zulassen, wenn diese verwendet werden müssen und in der erforderlichen Qualität auf dem Markt nicht erhältlich sind.
  • Die Importbestimmungen für ökologisch erzeugte Lebensmittel wurden überarbeitet. So wurde eine neue permanente Einfuhrregelung geschaffen, in deren Rahmen Drittländer unter gleichen oder entsprechenden Erzeugungsbedingungen ebenso den EU-Markt beliefern können wie Erzeuger in der Europäischen Gemeinschaft.
  • Neu hinzugekommen sind mit der VO (EG) Nr. 710/2009 Durchführungsvorschriften für die Produktion von Tieren und Meeresalgen in ökologischer/biologischer Aquakultur. Diese Verordnung tritt am 1. Juli 2010 in Kraft. 
    Im Verlauf des Jahres 2010 sollen Durchführungsbestimmungen für die ökologische Kellereiwirtschaft erlassen werden.

Tätigkeiten der zuständigen Behörde und Kontrollbehörde im Sinne der EG-Öko-Verordnung

Für den Vollzug der EG-Öko-Verordnung ist in Bayern die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) die verantwortliche Kontrollbehörde.

Insgesamt waren im Berichtszeitraum in Bayern 16 private Kontrollstellen zugelassen. Diese werden von der LfL auf die Einhaltung der Zulassungsvoraussetzungen sowie ihr Kontroll- und Sanktionsverhalten geprüft. Im Jahr 2006 wurde von der LfL ein Sanktionskatalog gemäß EG-Öko-Verordnung vorgelegt, der für alle beliehenen Kontrollstellen in Bayern verbindlich ist. Dieser Sanktionskatalog ist auch Grundlage für die Ahndung von Verstößen gegen die Bestimmungen des Bayerischen Kulturlandschaftsprogramms (KULAP-A) für den ökologischen Landbau.

Die privaten Kontrollstellen beschäftigen insgesamt 612 Kontrolleure. Die Zulassung der Kontrolleure wird zentral von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) vorgenommen. Auch die Kontrolleure wurden staatlicherseits überwacht.

Die LfL ist außerdem für die Kontroll- und Überwachungsprüfungen nach dem Qualitätsprogramm „Öko-Qualität garantiert – Bayern“ zuständig (vgl. Förderung ökologisch erzeugter Produkte).

Betriebsentwicklung

Ökologischer Landbau in Bayern (nach EG-Öko-Verordnung)

Merkmal Einheit Wirtschafts-jahr 2006 Wirtschafts-jahr 2007 Wirtschafts-jahr 2008 Wirtschafts-jahr 2009 Veränderungen im Berichtszeitraum 2009 zu 2007 (in %)
Betriebe Zahl 5.042 5.090 5.632 6.046 18,8
Anteil an den Betrieben insgesamt % 1) 4,2 1) 5,2 ·
Fläche ha LF 148.850 152.628 169.119 186.209 22,0
Anteil an der Fläche insgesamt % 1) 4,7 1) 5,8 ·
Durchschnittliche Betriebsgröße ha LF 29,5 30,0 30,0 30,8 2,7

1) Keine Erhebung der Zahl der Betriebe insgesamt.

2) Kreisergebnisse von 2007 vgl. Karte 7.

Erzeuger, Verarbeitungs- und Einfuhrunternehmen, die sich dem Kontrollsystem der EG-Öko-Verordnung unterstellt haben (bis 31.12.1999 nur Erzeuger, Verarbeiter und Einführer pflanzlicher Produkte)

ZeitraumAABBBCCABCEHInsgesamt
19921.017761811.274
19951.5791003842082.091
20003.067210526621433.882
20013.642228645711634.605
20023.959270716792035.047
20034.26935078890223165.538
20044.22347485495243525.725
20054.27155797610925457296.028
20064.4505881.124124324491426.513
20074.5045821.387123324652536.950
20084.9916361.665161475513717.927
20092)5.4505931.677155493834408.450

1) A = landwirtschaftliche Betriebe, AB/BC/ABC = Mischbetriebe, B = Be- und Verarbeitungsbetriebe, C = Einführer aus Drittländern, E = Futtermittelhersteller, H = Handelsbetriebe. Jeweils der Stand am 31.12. des Jahres.

2) Vorläufige Zahlen.

Betriebs- und Flächenentwicklung im ökologischen Landbau (nach Verbänden)

VerbändeBetriebe 2008ha LF 2008Betriebe 2009ha LF 2009
Bioland1.59852.2341.69058.182
Naturland1.42250.2421.61257.317
Demeter Bayern41914.10944015.069
Biokreis52115.59757117.790
Insgesamt3.960132.1821)4.313148.3581)

1) Durchschnittliche Betriebsgröße 34,40 ha LF.

Jeweils der Stand am 31.12. des Jahres.

Betriebliche Förderung im Rahmen des Bayerischen Kulturlandschaftsprogramms Teil A
(KULAP-A)

Über das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm können Betriebe gefördert werden, die ihren gesamten Betrieb nach den Kriterien des ökologischen Landbaus bewirtschaften.

Zur Erhöhung des Anreizes für die Bewirtschaftung des Betriebes nach den Kriterien des ökologischen Landbaus wurden die Prämien erhöht und differenziert ausgestaltet. Die „normale“ Prämie für Biobauern wurde um über 10 % von 190 auf 210 € angehoben. Umstellungswillige Landwirte erhalten in der zweijährigen Übergangsphase statt 210 € Ökoprämie 300 € pro Hektar.

Förderung im Rahmen des Bayerischen Kulturlandschaftsprogramms

JahrAnzahl der BetriebeFläche in haFörderung in Mio. €Förderung/Betrieb in €
19973.59768.100133.553
19984.13586.075184.390
19993.95989.573204.933
20004.12488.143214.984
20014.02893.014215.280
20024.232116.164255.929
20034.279121.683276.290
20044.165124.517296.939
20054.210131.056307.078
20064.441142.490327.177
20074.397142.567306.846
20084.529144.503347.419
20095.035163.265377.428

Förderung der Organisationen

Für verbandsübergreifende Aktivitäten war die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e. V. (LVÖ) auch in den Jahren 2008 und 2009 in die Öko-Förderung einbezogen. Im Berichtszeitraum wurden dafür rd. 82.000 € aufgewendet.

Die vier verbandsorientierten Erzeugerringe für den ökologischen Landbau im Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung e. V. (LKP) erhielten für ihre Beratungstätigkeit im Jahr 2008 Fördermittel in Höhe von 0,99 Mio. € und im Jahr 2009 in Höhe von 1,12 Mio. €.