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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/landesmittel.html

Landesmittel

Der Einzelplan 08 des Haushaltsplanes des Freistaates Bayern umfasst sowohl die Landwirtschaft als auch die Forstwirtschaft.

Die Gesamtausgaben für Agrarförderung belaufen sich ohne EU-Direktzahlungen im Jahr 2009 auf 1,196 Mrd. €. In dieser Gesamtsumme sind auch Mittel enthalten, die dem Freistaat Bayern teilweise vom Bund im Rahmen der GAK (60 % Bundesanteil) bzw. der EU (ELER) erstattet werden. Die reinen Landesmittel betragen 915 Mio. €.

Die Gesamtausgaben (Einzelplan 08) in Bayern verteilten sich im Jahr 2009 auf folgende Bereiche:

  • 54,4 % Fördermaßnahmen
  • 17,8 % Bildung, Beratung und Verwaltung
  • 8,8 % Forschung, Landesanstalten
  • 22,0 % Sonstiges (u. a. Ruhegehälter, Beihilfe in Krankheitsfällen)

Für das Jahr 2010 sind Gesamtausgaben in Höhe von 1,231 Mrd. € veranschlagt.

Für die Förderung der Landwirtschaft aus Landesmitteln und für Kostenerstattungen für übertragene Aufgaben ist seit 1. Januar 2007 das Bayerische Agrarwirtschaftsgesetz (BayAgrarWiG) vom 8. Dezember 2006 die Fördergrundlage.

Bayerisches Kulturlandschaftsprogramm – Teil B Weide-, Alm- und Alpwirtschaft

Almen und Alpen sind ein wesentlicher Teil der bergbäuerlichen Kulturlandschaft. Sie sind nicht nur notwendige Produktionsstätten für die Landwirtschaft, sondern haben auch eine landeskulturelle und wirtschaftliche Bedeutung – insbesondere für den Tourismus. Die Erhaltung der Alm- und Alpwirtschaft bzw. der Weidewirtschaft ist aber nicht nur aus kulturellen und soziologischen, sondern auch aus ökologischen Gründen notwendig. Mit der Förderung von investiven Maßnahmen im Bereich der Weide-, Alm- und Alpwirtschaft soll deshalb die Bewirtschaftung und Erhaltung von ökologisch wertvollen Flächen erleichtert bzw. gesichert werden (vgl. Alm- und Alpwirtschaft).

Bayerisches Kulturlandschaftsprogramm – Teil B (KULAP-B) Weide-, Alm- und Alpwirtschaft

JahrMio. €
20071,5
20081,5
20091,9
20101)2,1

1) Haushaltsansatz.

Förderung der Tier- und Pflanzenzucht

Um den Anforderungen nach leistungsfähigen und robusten Tieren sowie nach ertragreichen und resistenten Pflanzen gerecht zu werden, unterstützt der Freistaat Bayern züchterische Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität und Qualität. Es werden auch Globalmaßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens landwirtschaftlicher Nutztiere sowie zur Sicherung und Verbesserung der Wertigkeit der vom Tier stammenden Lebensmittel gefördert. Bayern verfolgt hiermit ein zukunftsweisendes Konzept für eine integrierte Tiergesundheits- und Lebensmittelsicherheitspolitik gemäß der neuen Tiergesundheitsstrategie der EU: „Vorbeugen ist besser als Heilen“.

Förderung der Tier- und Pflanzenzucht (Mio. €)

JahrInsgesamtDarunter Globalmaßnahmen für Tiergesundheit
200753,1
200853,1
20095,33,1
20101)5,83,4

1) Haushaltsansatz.

Verbesserung der Vermarktung bayerischer Agrarprodukte

Im Rahmen der Absatzförderung werden Informations- und Kommunikationsmaßnahmen insbesondere auch zur Erschließung neuer Märkte im In- und Ausland durchgeführt.

Die Förderung von Kontrollen und Zertifizierungen im Rahmen von Qualitäts- und Herkunftssicherungsprogrammen leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Wettbewerbsposition der überwiegend kleinstrukturierten landwirtschaftlichen Betriebe. Darüber hinaus bietet eine durchgängige Qualitäts- und Herkunftssicherung auch dem Verbraucher höhere Standards bei Agrarprodukten und Lebensmitteln. Außerdem wird dadurch dem Wunsch der Verbraucher nach Transparenz und Regionalität Rechnung getragen.

Wegen der schweren Krise auf dem Milchmarkt im Jahr 2009 und der damit verbundenen äußerst schwierigen Situation für die bayerischen Milcherzeuger wurde eine Informationskampagne unter dem Thema „Unsere Milch macht Bayern stark“ durchgeführt (vgl. Erschließung neuer Märkte).

Verbesserung der Vermarktung bayerischer Agrarprodukte (Mio. €)

JahrAbsatzförderung, MarkenprogrammFörderung der Vermarktung regionaler und ökologischer Produkte1)Qualitäts- und Herkunftssicherungsprogramme
20072,80,60,7
20083,40,10,7
20092)6,90,10,6
20103)3,40,50,5

1) Einschl. Bundesmittel (GAK-finanzierte Maßnahme).

2) Informationskampagne für bayerische Milch- und Molkereiprodukte.

3) Haushaltsansatz.

Bayerische Kuhprämie

Bayern hat 2009 in einem 30-Mio.-€-Sofortprogramm die von dem unerwartet hohen Absturz der Milchpreise in den vergangenen Jahren sowie dem gleichzeitigen Anstieg der Betriebsmittelkosten betroffenen Milchviehhalter unterstützt. Die Hilfe ist in einer ausschließlich von Bayern finanzierten Milchkuhprämie in Höhe von 35 € je Kuh ausgereicht worden.

Liquiditätshilfeprogramm

Für ein gemeinsames Liquiditätshilfeprogramm mit dem Bund stellte Bayern 2009 knapp 4,8 Mio. € zur Verfügung. Die Finanzhilfen wurden über zinsverbilligte Kredite ausbezahlt (vgl. Sonstige Fördermaßnahmen).

Gesamtkonzept Nachwachsende Rohstoffe

Im Rahmen des Gesamtkonzeptes „Nachwachsende Rohstoffe" unterstützt der Freistaat Bayern vielfältige Forschungs-, Entwicklungs-, Demonstrations- und Investitionsvorhaben.

Für die Markteinführung im Bereich der energetischen und stofflichen Verwertung nachwachsender Rohstoffe sowie für Maßnahmen bei Biomasse im Rahmen des Klimaprogramms 2020 der Bayerischen Staatsregierung (Bioenergie für Bayern) sind für das Jahr 2010 Haushaltsmittel in Höhe von 8,8 Mio. € veranschlagt (vgl. Nachwachsende Rohstoffe).

Berufliche Aus- und Fortbildung

Eine gute Betriebsleiterqualifikation zählt heute zu den wichtigsten betrieblichen Erfolgsfaktoren.

Für die staatlichen land- und forstwirtschaftlichen sowie hauswirtschaftlichen Fachschulen und Fachakademien besteht Gebühren- und Schulgeldfreiheit. Bei überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen können das von privaten Einrichtungen oder Körperschaften des öffentlichen Rechts erhobene Lehrgangsentgelt, die Fahrtkosten sowie 70 % der notwendigen Kosten für Unterkunft und Verpflegung erstattet werden. Die Lehrgänge der Landwirtschaftsverwaltung zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung sind für die Teilnehmer kostenfrei (vgl. Aus- und Fortbildung).

Mittel für die Aus- und Fortbildung sowie für einschlägige außerstaatliche Einrichtungen und Organisationen (in 1.000 €)

Maßnahmen20072008200920101)
Förderung der Aus- und Fortbildung 4.3964.4744.9834.851
Förderung der Bildungszentren Ländlicher Raum und der Landjugendorganisationen 8751.2151.2151.607
Förderung von Baumaßnahmen für agrar- und forstwirtschaftliche Bildungsstätten45235397745
Insgesamt5.7226.0426.2957.203

1) Haushaltsansatz.

Konzept Ernährung in Bayern
Ziel des Konzepts ist es, in Bayern in allen Teilen der Gesellschaft ein Umdenken zu erreichen hin zu einem gesundheitsförderlichen Lebensstil. Das Konzept setzt auf Ernährungsbildung und gesunde Verpflegung von klein auf mit gezielten Angeboten in erster Linie für Familien, Kindertagesstätten und Schulen. Zur Umsetzung wurden 2009 zunächst bayernweit an jedem der 47 Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansprechpartner benannt und acht Schwerpunktämter Ernährung eingerichtet. Sie sind zentrale Anlaufstelle für Wirtschaft und Gesellschaft, bauen Netzwerke auf, organisieren Projekte, führen Schulungen für Multiplikatoren durch und sorgen für die Bündelung der Angebote (vgl. Ernährung).

Forschung, Bildung, Beratung und Verwaltung
Für die Inanspruchnahme der staatlichen land- und forstwirtschaftlichen Beratung werden in Bayern keine Gebühren und Auslagen erhoben.

Zum 1. Januar 2008 wurde in Bayern die Verbundberatung (vertragliche Zusammenarbeit von staatlicher Beratung und anerkannten nichtstaatlichen Beratungsanbietern) eingeführt. Die Beratungsleistungen der nichtstaatlichen Beratungsanbieter werden mit bis zu 50 % gefördert. Dafür wird ein Förderbetrag von insgesamt rd. 5 Mio. € pro Jahr eingesetzt.

Die Kosten für die gesamte Verwaltung einschließlich aller nachgeordneten Behörden sowie Bildung und Beratung in den Bereichen Landwirtschaft, Ländliche Entwicklung und Forst und für praxisorientierte Forschungsprojekte betrugen im Jahr 2009 rd. 580 Mio. € (vgl. Beratung und Verwaltung – Organisation, Aufgaben, Personal).

Forschung, Bildung, Beratung und Verwaltung

JahrMio. €
2007543,8
2008555,8
2009580,8
20101)605,1

1) Haushaltsansatz.

Förderung der Selbsthilfeeinrichtungen der Landwirtschaft, sowie sonstiger Zusammenschlüsse

Zu den Selbsthilfeeinrichtungen der Landwirtschaft nach dem BayAgrarWiG zählen die Erzeugerringe, der Dorfhelferinnen- und Betriebshelferdienst sowie der Melkeraushilfsdienst. Den anerkannten Vereinigungen dieser Einrichtungen gewährt der Freistaat Bayern nach Vorgabe des BayAgrarWiG ab 1. Januar 2007 für übertragene Aufgaben eine angemessene Erstattung nach Pauschalsätzen (Projektförderung). Weitere Maßnahmen können nach Maßgabe des BayAgrarWiG gefördert werden (vgl. Selbsthilfeeinrichtungen und Organisationen).

Insgesamt erhielten die landwirtschaftlichen Selbsthilfeeinrichtungen und sonstigen Zusammenschlüsse in den Jahren 2008 und 2009 jeweils rd. 36 Mio. € an Kostenerstattungen bzw. Fördermitteln.

Haushaltsmittel für Selbsthilfeeinrichtungen und sonstige Zusammenschlüsse (in 1.000 €)

Einrichtung20072008200920101)
Erstattung von Aufwendungen für Leistungs- und Qualitätsprüfungen nach dem Tierzuchtgesetz (Landeskuratorium für tierische Veredelung)19.37217.77517.76817.768
Erstattung von Aufwendungen für übertragenen Aufgaben nach Art. 6 Abs. 2 BayAgrarWiG 1. – 5. Tiret (Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung LKP)252376523575
Erstattung von Aufwendungen des LKP für Projekte bei der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)8351.8951.895
Zuschüsse zur Förderung der Qualitätsproduktion im pflanzlichen Bereich (LKP)5.8762.1741.0251.466
Zuschüsse für die produktionstechnische und betriebswirtschaftliche Verbundberatung4.6784.2245.444
Zuschüsse zur Ausbildung und zum Einsatz von Dorfhelferinnen und Betriebshelfern (Landeskuratorium für Dorfhelferinnen und Betriebshelfer/Melkeraushilfsdienst)3.6553.0993.3654.170
Förderung der Betriebshilfe und des überbetrieblichen Maschineneinsatzes (Kuratorium Bayer. Maschinen- und Betriebshilfsringe)3.1003.0003.0003.334
Erstattung von Aufwendungen für die Untersuchung der Anlieferungsmilch auf der Basis der Milchgüteverordnung (Milchprüfring Bayern e. V.) 2.6162.6002.6702.970
Erstattung von Aufwendungen für die Einstufung von Schlachtkörpern in Handelsklassen auf der Basis des Vieh- und Fleischgesetzes (Fleischprüfring) 1.8471.4811.5111.511
Insgesamt36.71836.01835.98139.133

1) Haushaltsansatz.

Förderung der Selbsthilfeeinrichtungen der Forstwirtschaft

Die Selbsthilfeeinrichtungen der Forstwirtschaft erhalten Zuschüsse für Projekte sowie für überbetriebliche Investitionen (v. a. Maschinen und Geräte für die Waldbewirtschaftung und zur Erzeugung von Hackschnitzeln). In den Jahren 2008 und 2009 wurden die Zusammenschlüsse mit insgesamt 6,1 Mio. € gefördert.