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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/landwirtschaft.html

Landwirtschaftsberatung

Verbundberatung

Zur Umsetzung des Bayerischen Agrarwirtschaftsgesetzes wurde zum 1. Januar 2008 in Bayern die Verbundberatung eingeführt. Die produktionstechnische und betriebswirtschaftliche Beratung in der Landwirtschaft erfolgt seither im Verbund von staatlicher Beratung und anerkannten nicht staatlichen Anbietern.

Die staatliche Landwirtschaftsberatung behält ihre Kompetenzen für die gemeinwohlorientierten Bereiche und den Verwaltungsvollzug sowie Kernkompetenzen in allen produktionstechnischen und verfahrensökonomischen Fragen.

Die nichtstaatlichen Beratungsanbieter beraten vorwiegend den Einzelbetrieb und bieten weitergehende Serviceleistungen an. Die staatliche Beratung ergänzt das nichtstaatliche Beratungsangebot z. B. durch Arbeitskreise und Informationsveranstaltungen und bleibt weiterhin kostenfrei. Ziel ist es, den Landwirten flächendeckend ein kompetentes, neutrales und kostengünstiges Beratungsangebot zur Verfügung zu stellen.

Zusätzlich zu den Landeskuratorien für pflanzliche Erzeugung (LKP) und der Erzeugerringe für tierische Veredelung (LKV), die bereits seit dem Start der Verbundberatung im Jahr 2008 anerkannt sind, wurde im Jahr 2009 durch die Anerkennung der Buchstellen des Bayerischen Bauernverbands, der ECOVIS-BLB Steuerberatung, der PC-Agrar Informations- und Beratungsdienst GmbH und im Jahr 2010 durch die Anerkennung des Kuratoriums Bayerischer Maschinen- und Betriebshilfsringe (KBM) das Beratungsangebot deutlich erweitert. Dieses schließt nunmehr neben der Produktionstechnik, auch die Themenbereiche Betriebszweigauswertung, Mechanisierung und Arbeitswirtschaft mit ein.

Die Verbundberatung umfasst zum jetzigen Stand die Beratung in den folgenden Bereichen:

  • Fütterung, Milchvieh, Jungvieh und Kälber (LKV),
  • Produktionstechnik Ferkelerzeugung (LKV),
  • Produktionstechnik Schweinemast (LKV),
  • Produktionstechnik Rindermast (LKV),
  • Stallklimaberatung (LKV),
  • Produktionstechnik „Ökologischer Landbau“ (LKP),
  • Produktionstechnik Pflanzenbau (LKP),
  • Produktionstechnik Gartenbau (LKP),
  • Produktionstechnik Ökologischer Gartenbau (LKP),
  • Produktionstechnik Obstbau (LKP),
  • Produktionstechnik Hopfenbau (LKP),
  • Produktionstechnik Weinbau (LKP),
  • Betriebszweigauswertung (anerkannte Buchstellen).

Im Jahr 2010 stehen folgende weitere Beratungsbereiche zur Verfügung:

  • Qualitätsmilchberatung (LKV)
  • Betriebsorganisationscheck (KBM)
  • Überbetriebliches Technisierungskonzept für den Einzelbetrieb (KBM)

Die Beratungsleistungen der nichtstaatlichen Beratungsanbieter werden mit bis zu 50 % gefördert. Will der Landwirt diese Förderung in Anspruch nehmen, muss er mit dem Unternehmen einen Beratungsvertrag schließen, der gleichzeitig als Förderantrag gilt.

Das LKP bietet neben den o. g. einzelbetrieblichen produktionstechnischen Beratungsmodulen in Abstimmung und Zusammenarbeit mit der staatlichen Beratung weitere Beratungsleistungen (z. B. Telefonhotline, Fax und E-Mailangebote, Gruppenveranstaltungen) an. Auch diese Angebote werden gefördert.

Im Bereich der sonstigen Beratungsleistungen gibt es im Jahr 2010 folgende neue Angebote:

  • Orientierungsseminar für Landwirte zum Themengebiet Außenwirtschaft (KBM)
  • Seminar „Konzepte für kooperative Arbeitserledigung in der Außenwirtschaft“ (KBM)

Beratungsprojekt „Wirtschaftliche Milchviehhaltung“ 

Zur Unterstützung der Milchviehhalter wurde im Herbst 2009 das Beratungsprojekt „Wirtschaftliche Milchviehhaltung“ mit dem Ziel „Erhaltung und Sicherung einer starken Milchproduktion und -verarbeitung in Bayern“ gestartet. Dazu werden sogenannte Berater auf Zeit an ausgewählten Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu Verstärkung in den Sachgebieten Milchviehhaltung eingesetzt. Für die Bearbeitung von 17 Teilprojekten stehen 13,4 Vollzeitstellen zur Verfügung. Das Projekt läuft bis Juni 2012.

In den Projekten werden folgende Ziele verfolgt:

  • Verbesserung der Arbeitsproduktivität in Milchviehbetrieben,
  • Beseitigung von betrieblichen Schwachstellen in Milchviehbetrieben,
  • Mobilisierung von Einkommensreserven in Milchviehbetrieben,
  • Senkung von Produktionskosten in der Milcherzeugung.