Sprungmarken:

http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/lfruechte.html

Ölfrüchte

Raps

Nach der Rekordanbaufläche des Jahres 2007 wurde im Jahr 2008 die Rapsanbaufläche mit knapp 163 000 ha um rd. 5 % eingeschränkt, während im übrigen Deutschland über 10 % weniger Raps gesät wurde.

Bis zur Vegetationsruhe Mitte November 2007 konnten sich aufgrund der Witterung nicht alle Bestände ausreichend weit entwickeln, waren aber durch den langsamen Temperaturrückgang gut abgehärtet. Nach einer langsamen Frühjahrsentwicklung begann Ende April zeitgerecht die Blüte. Die kräftigen Niederschläge im April und Mai waren Auslöser für einen teilweise massiven Rapskrebsbefall. Der Ertrag blieb mit 35 Dezitonnen pro Hektar deutlich unter dem Spitzenwert von 40,1 Dezitonnen im Vorjahr.

Günstige Saatbedingungen in der letzten Augustdekade haben 2008 in Bayern wieder zu einer leichten Ausdehnung des Winterrapsanbaues auf 167 800 ha geführt. Trotz mehrerer Frostperioden mit Tiefsttemperaturen von –20° Celsius und darunter wurden nach dem langen und zeitweise sehr kalten Winter keine nennenswerten Auswinterungsschäden bekannt, da die Saaten fast überall unter einer ausreichend hohen Schneedecke geschützt waren.

Ab 1. April schnellten die Tageshöchsttemperaturen innerhalb 3 Tage von 9° Celsius auf über 20° Celsius hoch und blieben über 14 Tage auf diesem Niveau, während nachts die Temperaturen bis auf null Grad sanken. Bei intensiver Sonneneinstrahlung trocknete ein böiger Ostwind die Böden weiter aus und die Rapspflanzen schoben „ruckartig“ den Haupttrieb in die Höhe. Kurzfristig litten die Bestände zu diesem Zeitpunkt unter Wasser- und Nährstoffmangel, was dazu führte, dass kurzfristig ganze Schläge umgebrochen und Mais nachgesät wurde. Die ergiebigen Niederschläge von Mai bis Juli führten letztlich noch zu einem Ertrag von 38,6 Dezitonnen im Jahr 2009.

Sonnenblumen

Der Schwerpunkt des Sonnenblumenanbaus liegt nach wie vor in den unterfränkischen Ackerbaugebieten. Dort nimmt der Vertragsanbau von High-oleic-Sonnenblumen (Sorten mit einem besonders hohen Ölsäuregehalt) circa die Hälfte der Anbaufläche für Sonnenblumen ein. Wegen Absatzproblemen in 2008 und 2009 ist bei dieser Verwertungsrichtung ein großer Anbaurückgang zu verzeichnen gewesen.

Im übrigen Bayern werden nach wie vor kleinstrukturiert Sonnenblumen angebaut, deren Erfassung und Vermarktung deshalb kostenaufwändig ist.

Soja

Die Ölfrucht Sojabohne hat im Anbaujahr 2009 mit einer Anbaufläche von 953 ha einen beachtlichen Aufschwung erlebt, nachdem sich diese „Nischenkultur“ über 15 Jahre zwischen 100 bis 500 ha bewegte. Ausgehend von der Regionalmarke „Unser Land“ sind in Südbayern eine Reihe von Pionierlandwirten in den Sojaanbau eingestiegen. Abnehmer sind Futtermittelhersteller, die den getoasteten Bohnenschrot mit dem Label gentechnisch freies Eiweißfuttermittel in erster Linie an Betriebe der Organisation „Unser Land“ vermarkten. Der Anbau der wärmeliebenden Sojabohnen ist in den günstigen Ackerbaulagen Bayerns durchaus erfolgreich. Wichtig ist vor allem eine lange Schönwetterperiode von Ende August bis Ende September, damit die Bohnen zügig abreifen und zeitig mit akzeptablen Feuchtgehalten geerntet werden können. Entscheidend für eine bedeutende Anbauausweitung in der Zukunft wird aber die relative Vorzüglichkeit zu anderen Ackerkulturen sein. Das wichtigste Kriterium für die Konkurrenzfähigkeit sind stabile, gute Erträge. Dafür ist es notwendig, die Sojabohnen durch Züchtungsarbeit an unsere Klimaverhältnisse zu adaptieren. Dies ist auch Teil der bayerischen Eiweißfuttermittelstrategie (vgl. Verbesserung der heimischen Eiweißfuttermittelversorgung).

Ölfrüchteerzeugung in Bayern (Raps und Rübsen), Einschließlich nachwachsender Rohstoffe auf stillgelegten Flächen.

JahrAnbaufläche in 1.000 haErtrag in dt/haErntemenge in 1.000 t
2008162,935,0569,9
2009167,338,6645,9
Ø 2003 – 2008159,935,1561,9

Sonnenblumenanbau in Bayern

JahrAnbaufläche in 1.000 haErtrag in dt/haErntemenge in 1.000 t
20081,327,23,6
20091,332,84,2
Ø 2003 – 20083,626,39,6