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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/milch.html

Milch

Milcherzeugung und -anlieferung

Die bayerischen Milcherzeuger haben im Jahr 2008 7,56 Mio. Tonnen Milch produziert. Dies entspricht einem Anteil von rd. 27 % an der bundesdeutschen Produktion in Höhe von knapp 28 Mio. Tonnen.

An Molkereien wurden 2008 rd. 7,0 Mio. Tonnen Milch von bayerischen Erzeugern geliefert; das sind 93,1 % der erzeugten Milchmenge. 2007 lag die Liefermenge mit 7,1 Mio. Tonnen geringfügig darüber.

Die Zahl der Milchlieferanten ging im Berichtszeitraum weiter zurück. In den Jahren 2008 und 2009 stellten insgesamt 3 623 bzw. 8,3 % der Milcherzeuger die Milchanlieferung ein. Damit reduzierte sich die Zahl der Milchlieferanten in Bayern zum Ende des Jahres 2009 auf 40 042. Die Zahl der Milchkuhhalter lag im November 2009 bei knapp 44 000.

Milchleistung, Milcherzeugung, Milchanlieferung und Milcherfassung in Bayern

JahrDurchschnittliche Milchleistung je Kuh und Jahr in kgMilcherzeugung in 1.000 tMilchanlieferung an Molkereien und Milchsammelstellen in 1.000 t%-Anteil der an Molkereien gelieferten Milch
19501.8183.1131.79257,5
19603.1185.5873.61864,8
19703.4986.8745.52780,4
19804.2798.4937.68890,5
19904.4158.1427.24188,9
20005.4037.6507.02491,8
20045.8147.5106.98593
20055.9307.5537.04593,3
20066.1137.5316.98192,7
20076.2607.6967.13692,7
20086.0177.5617.04193,1

Molkereistruktur

Auch in den Jahren 2008 und 2009 hat sich bei der bayerischen Molkereiwirtschaft der Konzentrationsprozess fortgesetzt. Die Zahl der Molkereiunternehmen reduzierte sich bis Ende 2009 auf 80 Unternehmen mit 113 Betriebsstätten. Die bayerischen Verarbeitungsbetriebe hatten durch Anlieferung von Erzeugern innerhalb und außerhalb Bayerns sowie durch Zukauf im Jahr 2008 9,68 Mio. Tonnen Milch zur Verfügung. Die durchschnittliche Verarbeitungsmenge je Unternehmen stieg dadurch auf 123 000 Tonnen pro Jahr.

Im Rahmen der Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse hat das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für zukunftsweisende Investitionen im Bereich Milch und Milcherzeugnisse im Förderzeitraum 2007 bis 2013 bisher rd. 33,3 Mio. € an Fördergeldern bewilligt. Das förderfähige Investitionsvolumen beträgt rd. 165 Mio. €.

Milchauszahlungspreis

Die betriebseigene Auszahlung bei 3,7 % Fett und 3,4 % Eiweißgehalt ohne MwSt. betrug im Jahr 2009 25,50 Cent je kg. Damit lag der Milchauszahlungspreis 2009 um mehr als 10 Cent unter dem, in Bezug auf die Milchpreise außergewöhnlich positiven Jahr 2008.

Das aktuelle Preistief wurde ursächlich durch einen Nachfragerückgang beim Export v. a. in Drittländer wie z. B. Russland ausgelöst. Auch führten die stark angestiegenen Milchpreise in den Jahren 2007 und 2008 dazu, dass Milch und Milchbestandteile bei der Verarbeitung und Herstellung in der Lebensmittelindustrie durch pflanzliche Bestandteile ersetzt wurden. In Deutschland zeigten sich Nachfragerückgänge aufgrund der höheren Verbraucherpreise. Inzwischen hat erfreulicherweise eine Besserung der Marktlage eingesetzt, die sich auch in einem Anstieg der Milchauszahlungspreise niederschlägt.

Entwicklung der betriebseigenen Auszahlung für Milch in Bayern
(bei 3,7 % Fett und 3,4 % Eiweiß, ohne MwSt. mit Abschlusszahlungen und Rückvergütungen) – Schaubild 31 in höherer Auflösung

Milchquotenbörse

Obwohl die Preise für Milchquoten im Übertragungsgebiet Deutschland West im Börsenjahr 2008 kontinuierlich von 32 Cent je kg Milchquote im April auf 41 Cent je kg im November angestiegen waren, folgten sie in 2009 wieder dem Trend der letzten Jahre und sanken dabei deutlicher als erwartet: Der im April ermittelte Gleichgewichtspreis fiel um über 41 % auf nur noch 24 Cent je kg, der Julitermin folgte mit einem abermaligen Preisrückgang auf 15 Cent je kg. Erst im November 2009 kletterte der Preis wieder auf 20 Cent je kg. Dies war vornehmlich bedingt durch eine Nachfragemenge, welche die Angebotsmenge um 73 % überstieg und mit 355 Mio. kg nahezu doppelt so hoch war wie im April (161 Mio. kg). Im April 2010 ist der Preis für das Übertragungsgebiet West mit 11 Cent je kg auf den bisher tiefsten Stand gefallen.

Referenzmengenübertragungen an der Milchquotenverkaufsstelle Bayern in den Jahren 2000 bis 2009

JahrAnträge AnbieterAnträge NachfragerAngebotsmenge (Mio. kg)Nachfragemenge (Mio. kg)Gehandelte Menge1) (Mio. kg) Handeslvolumen (Mio. €)
20002673.65957333
20014.29410.425941747461
20025.0099.6921211678368
20036.73512.04918520215381
20045.86012.35515923715280
20054.85515.23413730512560
20065.58810.62316920813978
20077.18811.44425324516462
20085.26010.97217125113648
20095.4477.09121020613025

1) Ab 01.07.2007 gekaufte Menge.

Milchmarkt

Der Absatz von Milch- und Milchprodukten entwickelte sich in 2009 bis auf einige Ausnahmen rückläufig. Ursachen hierfür waren eine schwache Inlandsnachfrage und eine schwierige Situation auf den Exportmärkten.

Steigerungen gegenüber 2008 gab es bei Weichkäse und Pasta filata Käse mit 3,9 % bzw. 4,9 %, während sich die Produktion von Hartkäse um 5,4 % verringerte. Die Zunahme von 60,0 % bei Magermilchpulver und 2,8 % bei Butter liegt im Wesentlichen an der verstärkten Nutzung der Intervention durch die bayerischen Molkereiunternehmen.

Im Frischebereich wurde die Produktion von Konsummilch um 2,7 % und von Sahneerzeugnissen um 2,5 % gesteigert. Rückläufig entwickelte sich die Herstellung von Buttermilcherzeugnissen (–7,5 %) und Joghurterzeugnissen (–2,8 %).

Entwicklung der Produktionsmengen ausgewählter Molkereiprodukte in Bayern (in t)

Erzeugnis20082009
Konsummilch783.283804.600
Milchmischerzeugnisse1.100.1571.098.511
Sahneerzeugnisse123.872126.963
Buttermilcherzeugnisse34.90332.273
Joghurterzeugnisse139.617135.723
Käse806.415801.026
Magermilchpulver20.28532.440
Butter62.45064.192