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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/neue-kulturen.html

Neue Kulturen

Die Bedeutung der energetischen Verwertung von Biomasse (vgl. Energetische Nutzung) durch Biogaserzeugung hat zugenommen. Dadurch werden verstärkt neue Kulturpflanzen als nachwachsende Rohstoffe angebaut, die neben den klassischen Pflanzen als Biogassubstrat besonders interessant sind.

Sorghumhirsen sind im Moment eine vielversprechende Option, da sie ein ähnliches Ertragspotenzial wie Mais aufweisen, aber auch auf marginalen Standorten angebaut werden können. Vor allem ihre ausgeprägte Trockenheitstoleranz könnte das Ausfallrisiko unter sommertrockenen Bedingungen verringern. Die bisher verfügbaren Sorten zeigen allerdings noch Verbesserungsbedarf hinsichtlich Frühreife und Standfestigkeit. Momentan werden neue Sorghumsorten geprüft, die Anbautechnik verbessert und biogasspezifische Anforderungen erarbeitet.

Andere Sommerungen, wie Buchweizen, Quinoa oder Amarant können ertraglich nicht mit Mais konkurrieren, bieten aber ökologische Vorteile wie zum Beispiel Blütenangebot für Bienen sowie pflanzenbauliche Vorteile durch ihre gute Vorfruchtwirkung.

Miscanthus oder auch Chinaschilf ist eine Dauerkultur, die durch die Ernte im vollständig abgetrockneten Zustand sowohl eine stoffliche Nutzung (z. B. als Einstreu) als auch die thermische Verwertung in halmgutgeeigneten Heizanlagen erlaubt. Andere Dauerkulturen wie Durchwachsene Silphie sind in Beobachtung; diese sind allerdings noch nicht für eine großflächige Nutzung geeignet.

Neben den Kulturen, die als nachwachsende Rohstoffe genutzt werden, hat auch der Haselnussanbau Bedeutung erlangt und stößt auf zunehmendes Interesse bei den Landwirten. Die Anbaueignung in Bayern wurde mit Hilfe eines EU-finanzierten Forschungsvorhabens untersucht. Im Jahr 2009 wurden ca. 300 ha angebaut. Die Haselnuss (Corylus avellana) ist eine Dauerkultur, der Anbau erfolgt in Plantagen mit ca. 600 Sträuchern pro Hektar. Hauptabnehmer ist die Verarbeitungsindustrie.

Das Ziel bei der Erprobung neuer Kulturpflanzen sind nicht einzelne vorzügliche Kulturen, sondern langfristig nachhaltige und damit dauerhaft wirtschaftliche, dem Standort und den Verwertungsrichtungen angepasste Produktionsweisen und Fruchtfolgen.