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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/obst-und-gemuese.html

Obst und Gemüse

Marktentwicklung bei Gemüse

Seit Anfang der 90er Jahre sind der Anbau und die Erntemengen von Freilandgemüse in Bayern stark ausgedehnt worden. Zu dieser Entwicklung haben gute bis sehr gute natürliche Produktionsvoraussetzungen vor allem in Niederbayern, die Einführung der Tröpfchenbewässerung und leistungsfähige Verarbeitungsbetriebe im Sauerkonservenbereich beigetragen. Darüber hinaus standen mit der Wiedervereinigung Deutschlands und der damit verbundenen Öffnung der Grenzen nach Osteuropa genügend saisonale Arbeitskräfte zur Verfügung. In den letzten Jahren beruht die Ausdehnung der Erntemenge vor allem auf verbesserter Produktionstechnik, insbesondere der Bewässerung, die zunehmend auch bei Speisezwiebeln und -kartoffeln genutzt wird.

Entwicklung des bayerischen Freilandgemüseanbaus nach Flächen und Erntemengen an Hand der wichtigeren GemüseartenSchaubild 26 in höherer Auflösung

 

Leitprodukte sind Spargel, Einlegegurken, Zwiebeln, Kraut und Karotten. Während der Spargel vor allem regional auf Großmärkten und im Erzeuger-Verbraucher-Direktverkehr abgesetzt wird und in den letzten beiden Jahren erhebliche Marktanteile hinzugewinnen konnte, werden Speisezwiebeln in großem Umfang exportiert. Kraut und Einlegegurken sowie Karotten, rote Bete und Sellerie werden zu großen Anteilen industriell verarbeitet. Eine breite Gemüsepalette wird als Frischware in Bayern und den angrenzenden Regionen über den Lebensmitteleinzelhandel und die Großmärkte München und Nürnberg abgesetzt.

Bedarf und Produktionsmenge von Freilandgemüse in Bayern 2008Schaubild 27 in höherer Auflösung

 

Unbefriedigend ist die heimische Versorgung mit Fruchtgemüse (Tomaten, Paprika, Gurken) aus geschütztem Anbau (unter Glas und Folie). Regionale Unterglasware in ausreichender Menge würde auch vom heimischen Lebensmitteleinzelhandel trotz hoher Kapazitäten in anderen europäischen Regionen nachgefragt. Für diesen Betriebszweig bietet sich die Abwärmenutzung aus dezentralen Biomasseheiz- und Heizkraftwerken auf der Basis erneuerbarer Energieträger an. Die meist fehlende Verfügbarkeit von Kapital verhindert hier die erforderlichen Investitionen.

Bedarf und Produktionsmenge von Gemüse aus geschütztem Anbau in Bayern 2008Schaubild 28 in höherer Auflösung

 

Eine insgesamt positive Entwicklung weisen die Erzeugerorganisationen für Gemüse auf. So konnte sich die Gartenbauzentrale Main-Donau auf dem regionalen Frischemarkt erfolgreich etablieren und über längere Zeiträume Lagergemüse wie Karotten, Petersilienwurzeln und Kraut sowie im Sommer ganzjährig Frischgemüse vermarkten. Bei Gurken und Tomaten ist fast ganzjährig Ware vorhanden. Eine günstige Entwicklung kann in den letzten beiden Jahren der Einlegegurkenanbau aufweisen, wo es durch die Bündelung der Erzeuger gelang, bessere Preise durchzusetzen und der rückläufigen Anzahl von Erzeugern Einhalt zu gebieten.

Marktentwicklung bei Obst

Leitfrüchte bei bayerischem Obst sind Erdbeeren und Kirschen. Weniger große Bedeutung haben Tafeläpfel, sieht man einmal vom Streuobst ab, für das es keine statistischen Erhebungen mehr gibt. 2008 zeigte sich dabei als besonders gutes Jahr für das Steinobst, während 2009 eher unbefriedigend war. Oft völlig unzureichende Preise wurden bei Sauerkirschen (Verarbeitung) und Zwetschgen erzielt. Erdbeeren werden regional verteilt meist durch Selbstpflückanlagen bzw. mit Hilfe saisonaler Verkaufsstände vermarktet. Vereinzelt liefern Großbetriebe direkt an den Lebensmitteleinzelhandel. Äpfel werden im Norden Bayerns und am Bodensee vor allem von den Erzeugern selbst vermarktet. Darüber hinaus erfolgt dort die Vermarktung oft über die Apfelerzeugerorganisationen in Baden-Württemberg.

Vergleich Bedarf und Produktionsmenge von Marktobst in Bayern 2008Schaubild 29 in höherer Auflösung

 

Mit der Franken Obst GmbH konnte 2009 die erste Erzeugerorganisation nach EU-Recht für Obst anerkannt werden, die künftig die Ware von gut 1 000 Erzeugern bündelt.

Weniger erfreulich ist das erkennbare Defizit an Mostobst für in Bayern erzeugten Saft. Die regionalen Mostereien können für den Lebensmitteleinzelhandel nicht die notwendigen Mindestmengen bei den geforderten Preisen zur Verfügung stellen.

Verarbeitete Apfelmenge und Apfelpreise in Bayern von 1999 bis 2009Schaubild 30 in höherer Auflösung

 

Im Bereich der Schorlen werden ebenfalls in großem Maße billigere Konzentrate häufig aus Drittländern eingesetzt. Mostobst könnte eine Einkommensmöglichkeit darstellen, wenn es gelingt, die Mostobsterzeugung (Ernte) zu mechanisieren.