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Preisentwicklungen

Auch die Märkte für landwirtschaftliche Produkte und Betriebsmittel standen im Berichtszeitraum unter dem Einfluss der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise.

Während das Jahr 2008 anfangs noch von Preissteigerungen gekennzeichnet war, kam es im weiteren Verlauf der Jahre 2008 und 2009 zu einem insgesamt deutlichen Preisverfall bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

Bei den tierischen Produkten sorgten der bis Mitte 2008 höhere Milcherzeugerpreis und die ganzjährig höheren Tierpreise dafür, dass die Erzeugerpreise im Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 6,1 % zulegen konnten. Demgegenüber waren die Preise für pflanzliche Produkte (–2,3 %) im Jahr 2008 bereits rückläufig. Im Jahr 2009 erfolgte sowohl im pflanzlichen, als auch im tierischen Segment ein starker Preisrückgang um etwa 15 %.

Die Preisentwicklung bei den landwirtschaftlichen Betriebsmitteln war in den vergangenen zwei Jahren nicht einheitlich. Im Jahr 2008 war ein gravierender Anstieg der Betriebsmittelpreise von über 17 % gegenüber dem Jahr 2007 zu verzeichnen. Vor allem die Preise für Düngemittel (87 %), Futtermittel (22 %), Saat- und Pflanzgut (19 %) sowie Energie und Schmierstoffe (17 %) verteuerten sich. Im Vergleich zum Jahr 2008 entspannte sich die Preissituation im Jahr 2009 (vgl. Übersicht zur Entwicklung der Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte und der Einkaufspreise für landwirtschaftliche Betriebsmittel in Deutschland).

Entwicklung der Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte und der Einkaufspreise für landwirtschaftliche Betriebsmittel in Deutschland

Erzeugnis Indizes (2000 = 100) 2008 Indizes (2000 = 100) 2009 Veränderung zum Vorjahr in % 2008 Veränderung zum Vorjahr in % 2009
Landwirtschaftliche Produkte insgesamt 121,1 102,7 2,5 –15,2
Pflanzliche Produkte zusammen 128,9 110,1 –2,3 –14,6
Tierische Produkte zusammen 116,0 97,8 6,1 –15,7
Landwirtschaftliche Betriebsmittel 139,6 134,5 17,2 –3,7

Quelle: Statistisches Bundesamt

Im längerfristigen Vergleich weisen die Betriebsmittelpreise deutlich höhere Steigerungsraten auf als die Produktpreise. Während der Erzeugerpreisindex für landwirtschaftliche Produkte 2009 wieder unter das Niveau von 1991 fiel, ging der Index für Einkaufspreise landwirtschaftlicher Betriebsmittel nach dem steilen Anstieg im Jahr 2008 nur geringfügig zurück (vgl. Schaubild zur Entwicklung der Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte und Einkaufspreise landwirtschaftlicher Betriebsmittel in Deutschland).

Entwicklung der Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte und Einkaufspreise landwirtschaftlicher Betriebsmittel in Deutschland (1991 = 100) Schaubild 5 in höherer Auflösung

 

Trotz des oben beschriebenen starken Preisrückgangs bei den landwirtschaftlichen Erzeugerpreisen ging der Preisindex für Nahrungsmittel (einschl. alkoholfreie Getränke) nur geringfügig zurück. Im Gegensatz zu den überdurchschnittlichen Preissteigerungsraten bei Nahrungsmitteln in den Jahren 2007 und 2008, konnte im Jahr 2009 ein Rückgang von 1,2 % beobachtet werden (vgl. Übersicht zur Entwicklung der Preisindizes für Lebenshaltung). Vor allem Molkereiprodukte und Eier sowie Speisefette und -öle wurden billiger.

Entwicklung der Preisindizes für Lebenshaltung

Erzeugnis Indizes (2005 = 100) 2008 Indizes (2005 = 100) 2009 Veränderung zum Vorjahr in % 2008 Veränderung zum Vorjahr in % 2009
Verbraucherpreisindex insgesamt 106,6 107,0 2,6 0,4
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke 112,3 110,9 6,0 –1,2
Verkehr (u. a. Kraftstoffe) 110,5 108,3 3,4 –2,0
Wohnungsmiete, Wasser, Strom und Brennstoffe 108,5 108,9 3,4 0,4

Quelle: Statistisches Bundesamt

Die inflationsdämpfende Wirkung der Nahrungsmittelpreise wird besonders bei einem längerfristigen Vergleich deutlich. Während die Nahrungsmittelpreise von 1991 bis 2009 jährlich um durchschnittlich gut 1 % stiegen, war die Steigerungsrate bei den Verbraucherpreisen insgesamt nahezu doppelt so hoch.

Entwicklung ausgewählter Preisindizes für die Lebenshaltung in Deutschland (1991 = 100)Schaubild 6 in höherer Auflösung

 

Seit Jahren sinkt der Anteil der landwirtschaftlichen Verkaufserlöse an den Verbraucherausgaben im Zuge der volkswirtschaftlichen Arbeitsteilung und einer vermehrten Nachfrage nach komplementären Sach- und Dienstleistungen. Noch Anfang der siebziger Jahre betrug dieser Anteil fast 50 % und sank auf nunmehr etwas weniger als 25 % ab. Insbesondere bei Lebensmitteln mit einem hohen Verarbeitungs- und Veredelungsgrad, wie z. B. Getreide, Milch und Fleisch ist der Anteil der Verbraucherausgaben, der beim Landwirt ankommt, gering.

Anteil der Verkaufserlöse der Landwirtschaft an den Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel inländischer Herkunft in DeutschlandSchaubild 7 in höherer Auflösung