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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/produktionstechnische-erzeugerringe.html

Produktionstechnische Erzeugerringe

Die Erzeugerringe der pflanzlichen und tierischen Produktion sind jeweils im

  • Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung in Bayern e. V. (LKP) und im
  • Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern e. V. (LKV) zusammengeschlossen.

Die Erzeugerringe führen mit eigenem Personal für ihre Mitgliedsbetriebe Leistungs- und Qualitätsprüfungen durch und beraten sie in produktionstechnischen Fragen.

Darüber hinaus sind dem LKP Hoheitsaufgaben

  • im Rahmen des Anerkennungsverfahrens für Saat- und Pflanzgut,
  • bei der Qualitätskontrolle von Obst und Gemüse,
  • bei der Probennahme im Rahmen des Saatgutverkehrsgesetzes und des Pflanzenschutzgesetzes und
  • bei der Zertifizierung von Hopfen übertragen.

Weiter liefert das LKP für die Landesanstalt für Landwirtschaft im Rahmen von zwei Projekten Daten, die
a) der Folgeabschätzung der Klimaveränderung dienen und
b) die Produktions- und Qualitätsinitiative für die Landwirtschaft und den Garten- und Weinbau unterstützen.

Im Bereich der tierischen Erzeugung führt das LKV Leistungsprüfungen gemäß Tierzuchtgesetz als übertragene Hoheitsaufgaben durch.

Der Zielsetzung des Bayerischen Agrarwirtschaftsgesetzes entsprechend wird durch die Arbeit der Ringe die Erzeugung qualitativ hochwertiger und sicherer Nahrungsmittel gefördert.

Erzeugerringe in der pflanzlichen und tierischen Produktion 2009

BereichAnzahl der ErzeugerringeMitglieder (Betriebe)Fördermittel und Kostenerstattung in Mio. €
Pflanzliche Produktion65104.0115,931)
Tierische Produktion4933.86617,77
Insgesamt114137.87723,7

1) Inkl. Klima- u. Dienstleistungsprojekt 1,6 Mio. € und Verbundberatung.

Erzeugerringe in der pflanzlichen Erzeugung

Im Berichtszeitraum waren dem LKP 65 Erzeugerringe in neun verschiedenen Fachgruppen angeschlossen. Die Ringmitgliedschaften sind im Berichtszeitraum aufgrund des Strukturwandels weiter um 4 940 (4,5 %) auf 104 011 Betriebe zurückgegangen (vgl. Tabelle 19).

Hauptaufgabe des LKP und der angeschlossenen Erzeugerringe ist die Förderung der Qualitätsproduktion in der Landwirtschaft und im Gartenbau sowohl konventionell wie auch ökologisch wirtschaftender Betriebe. Ein wichtiger Bereich wird dabei zukünftig die produktionstechnische Beratung gemeinsam mit der staatlichen Beratung im Rahmen eines Verbundberatungssystems sein (vgl. Beratung).

Erzeugerringe in der tierischen Veredelung

Im LKV sind die Milch- und Fleischerzeugerringe zusammengeschlossen (vgl. Tabelle 20). Die Arbeit ist schwerpunktmäßig auf die Erzeugung von qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln und die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Mitgliedsbetriebe ausgerichtet.

Erzeugerringe in der tierischen Produktion (LKV-Jahresbericht für 2009)

ErzeugerringeMitglieder (Betriebe)TiereBestandsgrößen/BetriebJahresproduktion
Milch27.001962.25135,66.768 (1.000 t) Milch
Fleisch
      Ferkel2.422197.50379,14.039.432 Ferkel
      Schweinemast1.9221.141.2845942.970.688 Mastschweine
      Rindermast1.008112.493111,683.035 Rinder
      Lämmermast71228.24539,718.523 Lämmer
      Fisch8011.298 Teilfläche (ha)10.703 dt Fische
Insgesamt33.866

Stand: 31.12.2009

Die Serviceleistungen des LKV in der Qualitäts- und Leistungsprüfung, z. B. Futteruntersuchungen, Ermittlung der Milchharnstoffwerte, Leistungsvergleich und dessen produktionstechnische Beratung im Verbund mit der staatlichen Beratung werden aufgrund der gestiegenen qualitativen und ökonomischen Anforderungen immer bedeutsamer.

In Bayern waren im Jahr 2009 ca. 60 % aller Milchviehhalter mit 77 % aller Milchkühe dem LKV angeschlossen. In den Erzeugerringen für Rindermast hat sich die Anzahl der kontrollierten Tiere geringfügig erhöht.

In der Ferkelerzeugung waren etwa 57 % der Zuchtsauen und in der Schweinemast 50 % der in Bayern gemästeten Tiere der Leistungs- und Qualitätskontrolle unterstellt.

Die Zahl der kontrollierten Tiere in der Lämmermast ging im Berichtszeitraum um ca. 8 500 Stück zurück. In der Fischerzeugung ist gegenüber den Vorjahren ein weiterer Rückgang bei den Betrieben und auch in der Teichfläche festzustellen.

Im Rahmen der Verbundberatung schloss das LKV mit ca. 3 760 Schweine haltenden Betrieben (2 120 Ferkelerzeuger, 1 640 Schweinemäster) und rd. 800 Mastrinder haltenden Betrieben Beratungsverträge ab. Darüber hinaus wurden ca. 3 300 Milchviehhalter zur Fütterung und etwa 1 000 zur Qualitätsmilcherzeugung beraten (vgl. Beratung).

Insbesondere in der Schweinehaltung spielt das Hygiene- und Gesundheitsmanagement eine zunehmend wichtige Rolle. Hier arbeiten das LKV bzw. die Fleischerzeugerringe eng mit dem Tiergesundheitsdienst Bayern e. V. zusammen (vgl. Tiergesundheitsdienst).