Sprungmarken:

http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/produktivitaet-im-vergleich.html

Produktivität im Vergleich

Die Erzeugungsbedingungen in Bayern sind gut: Bayern verfügt über fruchtbare Böden und ein ausgewogenes Klima mit ausreichenden Niederschlägen. Darüber hinaus sind die Landwirte hervorragend ausgebildet. Auch die landwirtschaftlichen Selbsthilfeeinrichtungen, wie z. B. das LKV oder LKP, haben durch Ermittlung und Vergleich von landwirtschaftlichen Produktionskennzahlen einen wichtigen Beitrag zur kontinuierlichen Produktivitätssteigerung geleistet.

Diese günstigen Bedingungen schlagen sich auch in guten, zum Teil sehr guten produktionstechnischen Ergebnissen nieder. Die bayerische Rinderhaltung steht mit folgenden Produktionsleistungen bundesweit an der Spitze:

  • Eiweißgehalt der Milch:
    mit 3,48 % weist Bayern den höchsten Eiweißgehalt auf,
  • Schlachtkörperqualität:
    rd. 60 % der Jungbullenschlachtkörper wurden 2009 in die Handelsklassen E und U eingestuft,
  • Eutergesundheit:
    der durchschnittliche Zellgehalt lag im Jahr 2009 mit 167 000 Zellen um 22 000 Zellen niedriger als der Durchschnitt Deutschlands,
  • Zwischenkalbezeit (ZKZ):
    Zeit zwischen zwei aufeinanderfolgenden Kalbungen. 2009 betrug die durchschnittliche ZKZ 400 Tage gegenüber 405 Tagen im Bundesdurchschnitt,
  • Abkalberate:
    Anzahl der Abkalbungen bezogen auf die Anzahl besamter Tiere. Sie lag im Jahr 2009 bei 84,1 % gegenüber 78,3 % im Bundesdurchschnitt.

Milchleistungsergebnisse im Bundesvergleich:

Durchschnittsleistungen aller Kühe in der MilchleistungsprüfungSchaubild 8 in höherer Auflösung

 

Bei der in Bayern im Vergleich zum Bundesdurchschnitt geringeren Milchleistung muss berücksichtigt werden, dass in Bayern mit dem Fleckvieh eine typische Zwei-Nutzungsrasse vorherrschend ist. Bei einer Gesamtbetrachtung der betriebswirtschaftlichen Ergebnisse für die Milchviehhaltung einschließlich Vermarktung der Kälber und der Altkühe schneidet Bayern im Bundesvergleich hervorragend ab.

Auch wenn Bayern viele Spitzenpraktiker hat, bestehen bei einem Großteil der Landwirte durchaus noch weitere Reserven. Besonders durch eine schnellere Übernahme neuer wissenschaftlich-technischer Erkenntnisse könnte in einigen Produktionszweigen das vorhandene Potential noch besser ausgeschöpft werden.

Für die schweinehaltenden Betriebe steht neben guten biologischen Leistungen die Wirtschaftlichkeit der Produktion an erster Stelle. Hier zeigt sich, dass die direktkostenfreien Leistungen in Bayern in der Ferkelerzeugung um 55 € pro Sau und Jahr und in der Schweinemast um ca. 3 €/100 kg Zuwachs höher liegen als im Durchschnitt der anderen Regionen Deutschlands.

Wichtige Produktionskennzahlen im Bereich der Schweinehaltung sind die Zahl der je Sau und Jahr abgesetzten Ferkel sowie die bei den Mastschweinen erzielten täglichen Zunahmen. In den Schaubildern „Kontrollergebnisse aus der Ferkelerzeugung“ und „Kontrollergebnisse aus der Schweinemast“ sind diese Kennzahlen sowie die direktkostenfreie Leistung für Erzeuger- bzw. Beratungsringe aus verschiedenen Regionen Deutschlands dargestellt.

Kontrollergebnisse aus der Ferkelerzeugung – Leistungsstand der Ferkelerzeugung 2008/2009Schaubild 9 in höherer Auflösung

 

Wie sich aus dem Schaubild „Kontrollergebnisse aus der Ferkelerzeugung“ ergibt, liegt Bayern bei der Zahl der abgesetzten Ferkel nur im Mittelfeld. Aufgrund der z. T. unterschiedlichen Datenerfassung und -auswertung sind diese Ergebnisse aber nicht direkt miteinander vergleichbar. Auswertungen zeigen, dass spezialisierte Schweinehalter mit zunehmender Betriebsgröße bessere Leistungen erzielen.

Kontrollergebnisse aus der SchweinemastSchaubild 10 in höherer Auflösung

 

Vom süddeutschen Markt wird ein eher fleischreiches Mastschwein gefordert. Aufgrund des höheren Magerfleischanteils, der das Wachstum tendenziell eher etwas verringert, liegen die durchschnittlichen Zunahmen der bayerischen Masttiere leicht unter dem Durchschnitt der anderen Regionen. Allerdings bietet der Export nach Osteuropa noch Chancen, insbesondere für Schweine mit einem geringeren Magerfleischanteil. Auch dieser Markt darf nicht vernachlässigt werden.

In Bayern steht die tierische Veredelung im Vordergrund. Von daher ist der hohe Maisertrag, der wesentlich über dem anderer Bundesländer liegt, besonders wichtig. Im Bereich des Zuckerrübenanbaus liegen die bayerischen Erträge ebenso über dem Bundesdurchschnitt. Die Zuckerrübe ist für die Marktfruchtbaubetriebe in den Gäulagen nach wie vor eine wichtige Säule des Betriebseinkommens. Bei den anderen Feldfrüchten bestehen dagegen noch Produktionspotentiale, wobei die Ökonomik nicht außer Acht gelassen werden darf.

Erträge der wichtigsten Ackerbau-Kulturen in Bayern im Vergleich zum Bundesdurchschnitt im Jahr 2009 (dt/ha)

GebietGetreide insg.WeizenGersteRoggenKörnermaisKartoffelnWinterrapsZuckerrüben bez. Zuckerertrag
Bayern63,368,958,759,2102,9424,038,6130,0
Bund70,278,165,457,098,6443,042,9