Sprungmarken:

http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/schafe.html

Schafe

Nachdem durch die GAP-Reform (Entkoppelung) die Mutterschafprämie in den Flächenzahlungen aufging, war deutschlandweit eine Verringerung der Schafbestände zu beobachten, wovon mittlere und größere Bestände stärker betroffen sind. Nach wie vor ist Bayern mit rd. 18 % des deutschen Schafbestandes das schafreichste Bundesland.

Entwicklung der Schafhaltung

JahrSchafhalterSchafe insgesamtSchafe/Halter
20018.339471.98456,6
20037.982462.86158,0
20058.042448.80055,8
20077.854441.62056,2
20097.474422.90056,6

Die 7 474 schafhaltenden Betriebe in Bayern setzen sich aus ca. 270 Hütehaltungen mit durchschnittlich 480 Mutterschafen, ca. 540 größeren Koppelschafhaltungen zwischen 50 und 200 Mutterschafen und 6 700 kleineren Schafhaltern bis 50 Mutterschafen zusammen (Stand 2009).

In der Schafhaltung stehen heute die Erzeugung von Lammfleisch und die Einnahmen aus der Landschaftspflege an vorrangiger Stelle.

Ohne Zahlungen der Betriebsprämie, der Ausgleichszulage und der Honorierung von Gemeinwohlleistungen ist eine wirtschaftliche Schafhaltung in Bayern nicht möglich.

Die Schurwolle hat derzeit trotz der unstrittig positiven Eigenschaften als Textilfaser für das Betriebseinkommen kaum noch eine Bedeutung. Wegen der Freilandhaltung kommt der Wolle für das Wohlbefinden der Schafe in der Zucht und Haltung aber weiterhin eine wichtige Rolle zu.

Die Direktvermarktung nimmt bei Lammfleisch einen hohen Anteil ein. Darüber hinaus vermarktet eine bayernweit tätige Erzeugergemeinschaft jährlich rd. 50 000 Lämmer an den Handel. Durch Kontrollwiegungen zur Ermittlung des optimalen Schlachtgewichtes werden die Betriebe vom Erzeugerring für Mastlämmer bei der marktgerechten Erzeugung unterstützt.

Mittels regionaler Markenprogramme, wie beispielsweise „Juralamm“, „Rhönlamm“ oder „Altmühltallamm“, werden die Vorteile der heimischen, regionalen Erzeugung und die Bedeutung für die Landschaftspflege deutlich herausgestellt. Dadurch verbessern sich die Vermarkungsmöglichkeiten deutlich.

Das Rassenspektrum in der Schafzucht ist sehr groß. Im bayerischen Zuchtbuch für Schafe mit 17 369 Herdbuchtieren werden derzeit 35 Rassen in 378 Zuchtbetrieben betreut. Neben den für die Lammfleischerzeugung wichtigen sogenannten Wirtschaftsrassen, wie z. B. Merinolandschaf, Schwarzköpfiges Fleischschaf und Suffolk sowie den speziellen geografischen und klimatischen Verhältnissen angepassten Landrassen sind im Zuchtbuch auch Schafrassen eingetragen, bei denen die Wirtschaftlichkeit nicht im Vordergrund steht (vgl. Förderung der Tierzucht).