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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/schweine.html

Schweine

In Bayern wurden 2009 rd. 3,6 Mio. Schweine gehalten. Das entspricht einem Anteil von ca. 13 % am Gesamtschweinebestand der Bundesrepublik.

Von 2005 bis 2009 verringerte sich die Zahl der Schweinehalter von 25 300 auf 18 800 (-26 %). Der Strukturwandel ist damit deutlich höher als in der Rinderhaltung (-12 %).

Ein langfristiger Vergleich spiegelt den Strukturwandel in der Schweinehaltung noch deutlicher wider. In den letzten 20 Jahren ging die Zahl der Schweinehalter in Bayern um rd. 80 % zurück. Die Zahl der gehaltenen Schweine blieb in diesem Zeitraum jedoch relativ konstant. Der Rückgang bei Zuchtsauen steht einer leichten Erhöhung bei Mastschweinen gegenüber. Durch eine verbesserte Zuchtleistung konnte der Rückgang der Zuchtsauen kompensiert werden, so dass auch die Zahl der erzeugten Ferkel in den letzten Jahren konstant blieb.

Entwicklung der Schweinehaltung in Bayern seit 1980Schaubild 43 in höherer Auflösung

Entwicklung der Schweinehaltung in Bayern

Jahr Schweinebestand 1.000 Schweinehalter 1.000 Zuchtsauenbestand 1.000 Zuchtsauenhalter 1.000 Schweine je Halter1) Zuchtsauen je Halter1)
1960 3.305 395 300 8
1970 4.161 273 418 15
1980 4.146 158 475 56 26 8
1990 3.693 91 443 28 40 16
2000 3.731 38 423 14 98 30
2003 3.731 29 413 11 130 36
2005 3.711 25 402 10 147 39
2006 3.650 24 400 10 154 41
2007 3.760 23 389 9 171 43
2008 3.660 21 375 8 177 48
2009 3.625 19 348 7 193 50

1) Durchschnittsbestand in Stück.

Sowohl die Ferkelerzeugung als auch die Schweinemast ist im Vergleich zum bundesdeutschen Durchschnitt in Bayern relativ klein strukturiert. In der Ferkelerzeugung steht noch fast die Hälfte der Sauen in Betrieben mit weniger als 100 Zuchtsauen (Tabelle „Zuchtsauenhalter und Zahl der Zuchtsauen nach Bestandsgrößen in den Jahren 1980, 1990, 2003, 2005 und 2007“). Große Ferkelpartien mit einheitlicher Genetik und definiertem Gesundheitsstatus zu wettbewerbsfähigen Preisen sind dadurch nur schwer zu erreichen.

Nach den Erhebungen aus dem Jahr 2007 werden nur 44,4 % der Mastschweine in Beständen mit mehr als 400 Tieren gehalten (Tabelle „Mastschweinehalter und Zahl der Mastschweine nach Bestandsgrößen im Jahr 2007“). Die Wachstumsschwelle in der Ferkelerzeugung liegt derzeit bei Betrieben mit rd. 100 Zuchtsauen. In der Schweinemast liegt diese Schwelle bei Betrieben mit mehr als 800 Plätzen.

Zuchtsauenhalter und Zahl der Zuchtsauen nach Bestandsgrößen in den Jahren 1980, 1990, 2003, 2005 und 2007

Bestandsgrößen von . . . bis . . . (Stück) 19801) 19901) 20031) 20051) 20071) 19802) 19902) 20032) 20052) 20072)
Anzahl der Betriebe bzw. Tiere
1 – 9 43.408 16.815 4.475 3.832 3.034 128.282 55.721 16.706 14.359 11.530
10 – 19 6.409 4.106 1.714 1.441 1.192 86.480 56.285 23.859 20.928 16.646
20 – 49 5.186 4.722 2.544 2.433 1.845 154.908 147.048 81.956 79.209 59.537
50 – 99 1.282 1.950 1.649 1.440 1.434 83.192 131.256 117.491 103.014 102.676
100 oder mehr 158 394 1.024 1.108 1.150 22.114 52.758 172.803 184.549 198.148
Bayern 56.443 27.987 11.406 10.254 8.655 474.976 443.068 412.815 402.059 388.537
%-Anteil
1 – 9 76,9 60,1 39,2 37,4 35,0 27,0 12,6 4,0 3,6 3,0
10 – 19 11,4 14,7 15,0 14,1 13,8 18,2 12,7 5,8 5,2 4,3
20 – 49 9,2 16,8 22,3 23,7 21,3 32,6 33,2 19,9 19,7 15,3
50 – 99 2,2 7,0 14,5 14,0 16,6 17,5 29,6 28,5 25,6 26,4
100 oder mehr 0,3 1,4 9,0 10,8 13,3 4,7 11,9 41,8 45,9 51,0
Bayern 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100

1) Zahl der Betriebe. Ab 1999 bleiben Tiere in Schlachthöfen und bei Viehhändlern unberücksichtigt.

2) Zahl der Tiere.

Mastschweinehalter und Zahl der Mastschweine nach Bestandsgrößen im Jahr 2007

Bestandsgrößen von . . . bis . . . (St.)Zahl der Betriebe 2007Zahl der Tiere 2007
Anzahl der Betriebe bzw. Tiere
1 – 97.56428.805
10 – 495.522121.610
50 – 991.35391.716
100 – 1991.172163.344
200 – 3991.032289.309
400 – 999800458.604
1.000 und mehr7696.808
Bayern17.5191.250.196
%-Anteil
1 – 943,22,3
10 – 4931,59,7
50 – 997,77,3
100 – 1996,713,1
200 – 3995,923,1
400 – 9994,636,7
1.000 und mehr0,47,7
Bayern100100

2009 standen in 128 bayerischen Herdbuchzuchtbetrieben 118 Zuchteber und 4 567 Herdbuchsauen. Die Herdbuchtiere gehörten folgenden Rassen an: Deutsche Landrasse (73,3 %), Piétrain (16,7 %), Deutsches Edelschwein (9,9 %) und sonstige Rassen (0,1 %).

Im Mai 2009 wurde das Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum (LVFZ) Schwarzenau offiziell eröffnet. Zu den wichtigsten Aufgaben des Fachzentrums gehören die Aus- und Weiterbildung sowie die angewandte Forschung. Hier werden die überbetriebliche Ausbildung der Lehrlinge und die Praxis-Schultage der Landwirtschaftsschule abgehalten. Darüber hinaus werden Veranstaltungen und Seminare zu speziellen Themen der Schweinehaltung für Landwirte und Berater abgehalten. Auf dem Gebiet der angewandten Forschung werden praxisorientierte Versuche in den Bereichen Fütterung, Haltung und Tierschutz sowie Lüftung und Immissionsschutz in Zusammenarbeit mit den Instituten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) durchgeführt.