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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/soziostrukturelle-verhaeltnisse.html

Soziostrukturelle Verhältnisse

Zu den soziostrukturellen Verhältnissen der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern werden erst im Rahmen der Landwirtschaftszählung 2010 neue Daten erhoben.

Im Jahr 2007 wurden rd. 55 000 Haupterwerbs- (HE) und rd. 63 000 Nebenerwerbsbetriebe (NE-Betriebe) gezählt (vgl. Tabelle 10).

Die Betriebsinhaber sind meist männlich (Einzelunternehmen insgesamt 92 %, HE-Betriebe 94 %, NE-Betriebe 90 %).

Der Anteil der HE-Betriebe beträgt rd. 46 %, der der NE-Betriebe rd. 54 %.

Bis 1997 stieg der Anteil der NE-Betriebe kontinuierlich an. Die Trendumkehr ab 1999 bzw. 2003 und 2005 ist zum Teil methodisch bedingt, zum Teil aber auch auf eingeschränkte Entwicklungsmöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bzw. auf die besseren Betriebsergebnisse in der Landwirtschaft zurückzuführen.

Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt in HE Betrieben 39,2 ha LF. Die NE-Betriebe verfügen über durchschnittlich 12,7 ha LF.

Sozioökonomische Betriebstypen 2007 in Bayern 
(100 % = Summe aller Einzelunternehmen) – Schaubild 14 in höherer Auflösung

 

 

Bewirtschaftete Fläche von Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben in Bayern 2007
(100 % = Summe der LF aller Einzelunternehmen) – Schaubild 15 in höherer Auflösung

 

 

Entwicklung der Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe
(Anteil in % an allen landwirtschaftlichen Betrieben) – Schaubild 16 in höherer Auflösung

Betriebsformen

Die Betriebsformen wurden nach dem von der EU vorgegebenen EU-Klassifizierungssystem (EU-Typologie) durchgeführt. Dabei wird unterschieden in sogenannte spezialisierte Betriebe und in Gemischtbetriebe (Verbundbetriebe).

Spezialisierte Betriebe unterteilen sich in Betriebe mit Schwerpunkt

  • Ackerbau,
  • Gartenbau,
  • Dauerkulturen (Wein-, Obstbau und Sonstige),
  • Futterbau,
  • Veredelung.

Die Gemischtbetriebe (Verbundbetriebe) werden untergliedert in

  • Pflanzenbauverbundbetriebe (z. B. kombiniert aus Ackerbau und Gartenbau),
  • Viehhaltungsverbundbetriebe (kombiniert aus Futterbau und Veredelung),
  • Betriebe mit der Kombination Pflanzenbau und Viehhaltung (Betriebe, die aufgrund ihrer geringen Spezialisierung nicht den o. g. Klassen zugeordnet werden können).

Die Betriebsform eines landwirtschaftlichen Betriebes wird durch den Anteil einzelner Produkte und Betriebszweige am gesamten Standarddeckungsbeitrag eines Betriebes bestimmt.

Landwirtschaftliche Betriebe in Bayern 2009 nach Betriebsform und sozialökonomischer Klassifikation

Sozialökonomik Landwirt-schaftliche Betriebe insgesamt1) davon Acker-bau4) davon Garten-bau3)4) davon Dauer-kulturen4) davon Futterbau4) davon Ver-edelung4) davon Pflanzenbau (Verbund)5) davon Viehhaltung (Verbund)5) davon Pflanzen-bau – Vieh-haltung5)
Betriebe (Anzahl)
Haupterwerb2) 49.687 7.769 183 425 31.990 923 614 1.106 6.677
Nebenerwerb2) 69.415 23.092 82 982 32.184 744 1.982 1.554 8.795
Betriebe zusammen 119.102 30.861 265 1.407 64.174 1.667 2.596 2.660 15.472
Anteil an Betrieben insgesamt in % 100 25,9 0,2 1,2 53,9 1,4 2,2 2,2 13,0
Anteil der HE-Betriebe in % 41,7 25,2 69,1 30,2 49,8 55,4 23,7 41,6 43,2
Landwirtschaftlich genutzte Fläche in ha
Haupterwerb 2.363.158 499.466 2.973 6.464 1.314.223 36.045 36.695 59.317 407.975
Nebenerwerb 856.924 326.537 717 4.216 349.700 5.961 22.473 17.353 129.967
Betriebe zusammen 3.220.082 826.003 3.690 10.680 1.663.923 42.006 59.168 76.670 537.942
Anteil an der Fläche insgesamt in % 100 25,7 0,1 0,3 51,7 1,3 1,8 2,4 16,7
Anteil der HE-Betriebe in % 73,4 60,5 80,6 60,5 79,0 85,8 62,0 77,4 75,8
Durchschnittliche Betriebsgröße in ha
Haupterwerb 47,6 64,3 16,3 15,2 41,1 39,1 59,8 53,6 61,1
Nebenerwerb 12,3 14,1 8,7 4,3 10,9 8,0 11,3 11,2 14,8
Betriebe zusammen 27,0 26,8 13,9 7,6 25,9 25,2 22,8 28,8 34,8

1) Anzahl der Betriebe nach InVeKoS.

2) Einteilung nach Haupt- und Nebenerwerb nach Selbsteinschätzung.

3) Einteilung der Betriebe nach EU-Typologie.

4) Spezialisierte Betriebe. – 5) Gemischtbetriebe (Verbund).

Quelle: StMELF/InVeKoS

Mit 54 % dominiert in Bayern die Gruppe der Futterbaubetriebe. Die zweitgrößte Gruppe bilden die spezialisierten Betriebe „Ackerbau“ (26 %).

In den Gemischtbetrieben „Pflanzenbau-Viehhaltung“ (13 %) befindet sich auch eine größere Zahl an Betrieben mit Schweinehaltung, die sich aufgrund eines geringeren Anteils des Standarddeckungsbeitrags aus diesem Bereich nicht der Gruppe Veredelung zuordnen lassen.

Bei den spezialisierten Futterbau- und Veredelungsbetrieben und vor allem bei der Betriebsform Gartenbau liegt der Anteil der Haupterwerbsbetriebe bei 50 % oder darüber. Spezialisierte Ackerbaubetriebe werden zu 75 % im Nebenerwerb geführt.