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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/tierschutz-in-der-nutztierhaltung.html

Tierschutz in der Nutztierhaltung

Die Verpflichtung, Tiere artgemäß und tiergerecht zu halten, ergibt sich zum einen aus den gesetzlichen Regelwerken wie z. B. dem Grundgesetz, der Bayerischen Verfassung, dem Tierschutzgesetz, der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, der Tierschutz-Transportverordnung etc. und zum anderen aber auch aus grundsätzlichen Erwägungen sowie moralischen bzw. ethischen Gründen. Innerhalb des gesetzlich vorgegebenen Rahmens muss eine verantwortungsvolle Tierhaltung auch den ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten einer nachhaltigen Entwicklung entsprechen. Die Landwirte selbst haben ein großes Interesse an einem gesunden Tierbestand, denn nur Tiere, die sich wohl fühlen, bringen optimale Leistungen.

Der Freistaat Bayern fördert auf vielfältige Weise die artgemäße und tiergerechte Haltung von landwirtschaftlichen Nutztieren. Weitere Informationen finden sie im Förderwegweiser.

Die Forschungsaktivitäten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) sind auf eine nachhaltige Produktionsweise ausgerichtet und bieten den Landwirten und den Beratern vielfältige Informationsmöglichkeiten zur artgerechten Tierhaltung. Ein Arbeitsschwerpunkt ist u. a. das Projekt „Tiergerechte Haltungsverfahren“ mit den Forschungsthemen „Erforschung von Tier-Umweltbeziehungen“, „Stallbau und landwirtschaftliches Bauwesen“ sowie „Zukunftsorientierte Haltungsverfahren in der Nutztierhaltung – Precision Livestock Farming“.

In der Ferkelerzeugung ist ab 2013 die Gruppenhaltung für tragende Sauen gesetzlich vorgeschrieben. In Bayern halten derzeit über 60 % der Betriebe die Sauen noch in Kastenständen. Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Situation in den Ferkelerzeugerbetrieben ist zu befürchten, dass ein nicht unerheblicher Teil der Zuchtsauenhalter diese Umstellung auf Gruppenhaltung nicht mehr vornimmt und aus der Sauenhaltung aussteigt.

Durch die Kastration der Ferkel wird das Entstehen des Ebergeruchs im Fleisch verhindert, der beim Verbraucher auf massive Ablehnung stößt. Trotz neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse auf diesem Gebiet stehen nach Auffassung anerkannter Experten noch keine Alternativen zum herkömmlichen Kastrationsverfahren zur Verfügung.

Große finanzielle Herausforderungen hatten in den letzten Jahren die bayerischen Legehennenhalter zu bewältigen. Entsprechend den Vorgaben der deutschen Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung waren bis spätestens Ende 2009 auch in Bayern die konventionellen Käfigbatteriehaltungen auf alternative Legehennenhaltungssysteme umzustellen.

Um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden und „Tierschutzdumping“ zu verhindern, ist es das Ziel, Tierschutzstandards EU-weit zu harmonisieren und diese nach Möglichkeit in den WTO-Verhandlungen durchzusetzen.