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Unternehmensbezogene Beihilfen

Die unternehmensbezogenen Beihilfen betrugen im WJ 2008/2009 durchschnittlich 23.634 € je Betrieb. Gegenüber dem Vorjahr gab es kaum Veränderungen.

Durch die Einbeziehung der dritten Stufe des Zuckerausgleichs in den betriebsindividuellen Betrag bei Zuckerrübenanbauern stieg die entkoppelte Betriebsprämie um 1,6 %. Aufgrund des Wegfalls des Selbstbehaltes von 350 € und der Obergrenze von 10 000 Liter Diesel je Betrieb stieg die Agrardieselerstattung um 13 % an. Bedingt durch die Investitionstätigkeit der Betriebe und die günstigen Förderkonditionen bei der Einzelbetrieblichen Investitionsförderung erhöhten sich die Investitionszuschüsse um 49 %.

Dagegen sanken die Prämien für umweltgerechte Agrarerzeugung um 23 %. Hier wirkten sich die in 2007 und 2008 abgesenkten Fördersätze im Kulturlandschaftsprogramm und die verminderte Inanspruchnahme durch die Betriebe infolge der guten Markterwartungen aus.

Von den Zulagen und Zuschüssen entfallen nunmehr 71,3 % auf die Betriebsprämie. Weiterhin bedeutsam waren die Prämien für umweltgerechte Agrarerzeugung (9,6 % der Zulagen und Zuschüsse) und die Ausgleichszulage (7,4 %). Die noch verbliebenen gekoppelten Prämien in der pflanzlichen und tierischen Produktion haben mit 1,4 % an den Zulagen und Zuschüssen praktisch keine Bedeutung mehr.

Der Anteil der unternehmensbezogenen Beihilfen am Unternehmensertrag betrug 13,5 %, der Anteil am Gewinn 69,3 %.

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Beihilfen stellt eine Entlohnung für die von der Gesellschaft erwarteten Gemeinwohlleistungen dar. Ohne diese Honorierung wäre ein Großteil der Betriebe nicht überlebensfähig, unsere intakte Kulturlandschaft aber in weiten Teilen gefährdet.

Unternehmensbezogene Beihilfen nach Betriebsformen

Bei den Ackerbaubetrieben stieg die Summe der Beihilfen um 3,5 %. Hierzu trug in erster Linie die Anhebung der Betriebsprämie aufgrund des Zuckerausgleichs bei. Der Wegfall der Ober- und Untergrenzen führte bei der Agrardieselerstattung zu höheren Erstattungsbeträgen. Im WJ 2008/2009 wurden 24.741 € Zulagen und Zuschüsse je Betrieb ausgezahlt.

Bei den Milchviehbetrieben sanken die Beihilfen geringfügig um 0,3 % auf 22.646 €. Negativ wirkten sich die gesunkenen Prämien für umweltgerechte Agrarerzeugung aus (Rückgang um 24,9 %). Die Honorierung für umweltgerechte Agrarerzeugung (Kulturlandschaftsprogramm) betrug 2.607 €. Positiv dagegen wirkten Steigerungen bei den Investitionszuschüssen (45,7 %) und bei der Agrardieselerstattung (13,7 %). Die Betriebsprämie nahm, bedingt durch den Flächenzuwachs, nur leicht um 1,1 % zu. Die Milchviehbetriebe haben im Verhältnis zu den anderen Betriebsformen mehr LF im benachteiligten Gebiet und profitieren von der Ausgleichszulage am stärksten. Im Durchschnitt erhielten die Betriebe 2.339 € Ausgleichszulage.

Unternehmensbezogene Beihilfen nach Betriebsformen im WJ 2008/2009

Merkmal Einheit Ackerbau Milch-vieh Sonstiger Futterbau Veredelung Wein-bau Sonstige Dauer-kulturen Verbund-betriebe Ins-gesamt
Anteil an der Gesamtheit % 13,8 61,7 5,6 1,8 0,3 0,2 16,8 100
Betriebsgröße ha LF 55,64 41,75 51,48 39,95 16,49 11,04 57,64 46,62
Vergleichswert €/ha LF 770 551 613 648 (370) 480 677 606
Gewinn €/Unternehmen 47.938 31.761 34.680 47.150 42.556 21.206 29.607 34.096
Unternehmensertrag €/Unternehmen 199.897 144.863 219.414 279.905 145.675 76.315 244.148 175.397
Ausgleichszulage €/Unternehmen 409 2.339 1.374 655 173 (1) 972 1.743
Agrardieselerstattung €/Unternehmen 1.238 898 1.212 865 306 123 1.252 1.015
Zinszuschüsse €/Unternehmen 122 547 265 540 (505) 428 278 427
Investitionszuschüsse ohne Zinszuschüsse €/Unternehmen (163) 984 (257) (397) (2.101) 0 (410) 727
Beihilfen pflanzliche Produktion €/Unternehmen 867 56 (289) (51) (36) 0 185 202
Zuschüsse Tierproduktion €/Unternehmen (1) 180 (37) (49) 0 0 28 118
Entkoppelte Betriebsprämie €/Unternehmen 19.885 14.785 25.809 11.694 3.004 1.053 20.224 16.853
Prämien für umweltgerechte Agrarerzeugung €/Unternehmen 1.588 2.607 2.853 719 932 292 1.589 2.261
Summe Beihilfen €/Unternehmen 24.741 22.646 32.204 15.261 7.147 1.999 25.283 23.634
Veränderung gegenüber 2007/2008 % 3,5 –0,3 2,8 2,6 57,8 –10,1 2,0 0,6
Beihilfen am Unternehmensertrag % 12,4 15,6 14,7 5,5 4,9 2,6 10,4 13,5
Beihilfen am Gewinn % 51,6 71,3 92,9 32,4 16,8 9,4 85,4 69,3

Die sonstigen Futterbaubetriebe erhielten im WJ 2008/2009 mit 32.204 € den größten Betrag an staatlichen Beihilfen aller Betriebsformen. Der Grund hierfür lag in der überdurchschnittlichen Flächenausstattung und der hohen Betriebsprämie. Diese ist in den vorwiegend Bullen und Mutterkühe haltenden Betrieben höher, da die ehemaligen gekoppelten Prämien für Bullen und Mutterkühe in den betriebsindividuellen Betrag der Zahlungsansprüche eingeflossen sind. Die Betriebsprämie beträgt bei den sonstigen Futterbaubetrieben durchschnittlich 25.809 €.

Bei den Veredelungsbetrieben stiegen die Zulagen und Zuschüsse gegenüber dem Vorjahr um 2,6 % an. Der Grund hierfür lag vor allem in der höheren Betriebsprämie aufgrund von Flächenzuwächsen in dieser Gruppe. Im Durchschnitt erhielten die Betriebe 15.261 € Beihilfen. Die entkoppelte Betriebsprämie betrug 11.694 €.

In den Weinbaubetrieben bildete die Betriebsprämie den bedeutendsten Posten. Diese stieg gegenüber dem WJ 2007/2008 um 30 % an, da die Rebflächen nun auch innerhalb der Betriebsprämienregelung beihilfefähig sind. Wegen verstärkter Investitionstätigkeit erreichten die Investitionszuschüsse einen erheblichen Umfang, der wegen der kleinen Stichprobe jedoch statistisch nicht abgesichert ist. Auch die Prämien für umweltgerechte Agrarerzeugung (Kulturlandschaftsprogramm) waren bedeutsam. Bei den sonstigen Dauerkulturbetrieben überwog die Betriebsprämie ebenfalls, wobei diese Betriebe in der Summe die geringsten staatlichen Zuwendungen erhalten.

Die vielseitig wirtschaftenden Verbundbetriebe erhielten mit 25.283 € rd. 2 % höhere staatliche Zuwendungen als im Vorjahr. Auch bei ihnen stiegen die Betriebsprämie, die Agrardieselerstattung und die Investitionszuschüsse aus den oben genannten Gründen an.