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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/vermoegen-und-finanzierung.html

Vermögen und Finanzierung

Das vorhandene Vermögen und dessen Finanzierung durch Fremd- und Eigenkapital, vor allem aber die jährliche Eigenkapitalbildung, bestimmen die Stabilität eines Betriebes sowie dessen Existenz- und Entwicklungsfähigkeit.

Mit 11,7 % Fremdkapital und 88,3 % Eigenkapital ist in Bayern die Kapitalstruktur der landwirtschaftlichen Betriebe vergleichsweise günstig.

Vermögen, Verbindlichkeiten und Eigenkapitalbildung

Merkmal Einheit Wirtschaftsjahr 2007/2008 Wirtschaftsjahr 2008/2009
Vermögen1)
Boden €/Unternehmen 501.869 504.832
Wirtschaftsgebäude, bauliche Anlagen €/Unternehmen 81.478 80.576
Technische Anlagen und Maschinen €/Unternehmen 66.959 69.605
Tiervermögen €/Unternehmen 38.048 38.494
Umlaufvermögen €/Unternehmen 36.892 37.158
Insgesamt2) €/Unternehmen 772.966 780.614
Verbindlichkeiten1)3)
Langfristige Verbindlichkeiten €/Unternehmen 40.334 41.931
Kurzfristige Verbindlichkeiten €/Unternehmen 26.388 27.938
Verbindlichkeiten insgesamt €/Unternehmen 79.709 84.073
Eigenkapital
Eigenkapitalanteil % des Vermögens 88,8 88,3
Eigenkapitalveränderung €/Unternehmen 10.778 4.167
Eigenkapitalveränderung bereinigt4) €/Unternehmer 21.335 (2.155)

1) Bei den Bilanzwerten sind jeweils die Daten der Schlussbilanz ausgewiesen.

2) Einschließlich Vorrätevermögen.

3) Wegen des überproportionalen Anteils geförderter Betriebe ist die Repräsentanz der Bilanzwerte etwas eingeschränkt. Die Veränderungen werden jedoch in ihrer Tendenz als zutreffend angesehen.

4) Bereinigt um Entnahmen zur Bildung von Privatvermögen und Einlagen aus Privatvermögen.

Mit einer Mehrung des Eigenkapitals in Höhe von 4.167 € wurde im WJ 2008/2009 die für ein betriebliches Wachstum notwendige Eigenkapitalbildung von mindestens 8.000 € im Durchschnitt der Betriebe nicht erreicht. Nur rund ein Drittel der Betriebe erfüllt dieses Ziel. Bereinigt um die Entnahmen zur Bildung von Privatvermögen und die Einlagen aus dem Privatvermögen betrug die Eigenkapitalbildung nur 2.155 €.

Es ist zu erwarten, dass bei den gegebenen Einkommensverhältnissen nur rund ein Drittel bis die Hälfte der jetzigen Haupterwerbsbetriebe die Finanzkraft besitzt, um sich langfristig im Haupterwerb behaupten zu können.

Die gute Einkommenssituation des WJ 2007/2008 hatte auch Auswirkungen auf das Investitionsverhalten der Landwirte, das sich auch im WJ 2008/2009 fortsetzte. Die Nettoinvestitionen im WJ 2008/2009 lagen mit 7.883 € je Unternehmen auf etwa gleichem Niveau wie im Vorjahr. Dies gilt auch für die Bruttoinvestitionen, die im WJ 2008/2009 um 1.200 € (3,6 %) über dem Wert des Vorjahres lagen.

Investitionen und Finanzierung

Merkmal 2007/2008 (€/Unternehmen) 2007/2008 (%) 2008/2009 (€/Unternehmen) 2008/2009 (%)
Bruttoinvestitionen
Boden 3.927 11,8 3.410 9,9
Wirtschaftsgebäude, bauliche Anlagen 1.954 5,87 2.686 7,79
Technische Anlagen und Maschinen 13.937 41,88 15.132 43,88
Sonstiges Anlagevermögen 9.618 28,9 9.845 28,54
Bestandsmehrung Tiere 1.839 5,52 1.858 5,39
Bestandsmehrung Vorräte 2.005 6,02 1.558 4,52
Bruttoinvestitionen 33.280 100 34.489 100
davon Nettoinvestitionen1) 7.765 23,33 7.883 22,86
Finanzierung
Abschreibungen und Abgänge, sonst. Eigenmittel2) 36.062 108,4 31.188 90,4
Fremdkapital3) –2.783 –8,4 3.301 9,6
Insgesamt 33.280 100 34.489 100

1) Bruttoinvestitionen abzüglich Abschreibungen und Anlageabgänge.

2) Veränderung des Eigenkapitals und der Sonderposten.

3) Einschließlich Veränderung des Finanzumlaufvermögens.