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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/zuckerrueben-allgemein.html

Zuckermarkt

Nach einer guten Ernte 2008 mit einer Zuckererzeugung von 709 000 Tonnen konnten in den drei bayerischen Zuckerfabriken Plattling, Rain am Lech und Ochsenfurt im laufenden Wirtschaftsjahr (WJ) 2009/2010 (Kampagne 2009) rd. 809 000 Tonnen Zucker erzeugt werden. Ursachen für die Steigerung sind die Flächenausdehnung um über 5 %, ein hoher Zuckergehalt von 18,1 % sowie ein Rekordhektarertrag von über 776 Dezitonnen (vgl. Zuckerrüben). Auch in Deutschland liegt die Zuckererzeugung im WJ 2009/2010 mit 4,2 Mio. Tonnen deutlich über dem Vorjahr, ebenso in der EU mit ca. 17,7 Mio. Tonnen.

Entsprechend der reformierten Zuckermarktordnung wurden die Rübenmindestpreise im WJ 2008/2009 auf 27,83 € je Tonne und letztmalig im WJ 2009/2010 auf 26,29 € je Tonne abgesenkt. Für die Absenkung der Preise erhalten die Landwirte eine entkoppelte Ausgleichszahlung. Diese gleicht die Preissenkungen allerdings nur zu gut 64 % aus und der Kompensationseffekt sinkt mit Beginn des sogenannten Gleitflugs ab dem Jahr 2010 (vgl. Europa).

Der Weltzuckermarkt hat sich aus Sicht der europäischen Zuckerwirtschaft im Jahr 2009 sehr positiv entwickelt. Die Weltzuckerbilanzen für 2008/2009 und 2009/2010 zeigen erstmals seit 2004/2005 wieder eine deutlich unter dem Verbrauch liegende Weltzuckererzeugung. Ursachen sind u. a. erhebliche Ernteausfälle in Indien und Brasilien sowie steigender Importbedarf mehrerer Länder infolge schwacher Ernten. Insbesondere in Brasilien beeinflusst auch die Ethanol-Produktion den Zuckermarkt.

Auf Drängen der Zuckerwirtschaft und einiger Mitgliedstaaten hat die EU-Kommission die Exportmenge für Nichtquotenzucker von 0,65 Mio. Tonnen auf 1,35 Mio. Tonnen erhöht. Nach den WTO-Vereinbarungen ist die Grenze eigentlich bei 1,37 Mio. Tonnen jährlich. Aufgrund der gestiegenen Weltmarktpreise und der hohen Ernte in der EU hat die Kommission im Februar 2010 die Exportquote für Nichtquotenzucker für dieses WJ nochmals um weitere 500 000 Tonnen erhöht. Die Notierungen für Weißzucker auf der Londoner Börse zogen von 237 € je Tonne im Dezember 2008 auf 515 € je Tonne im Februar 2010 an. Diese Exporte entlasten den EU-Markt und verringern die auf das nächste WJ zu übertragende Zuckermenge. So kann eine drastische Einschränkung der Rübenflächen vermieden werden. Hinsichtlich des Preises erfolgte allerdings ein Rückgang auf 368 € je Tonne im Mai 2010.

Rübenverarbeitung und Zuckererzeugung in Bayern

Merkmal2007/20082008/20092009/20101)
Rübenverarbeitung (1.000 t)4.4664.3515.232
Zuckergehalt (%)1817,918,1
Zuckererzeugung (1.000 t)709692847

1) Vorläufig.