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Zukunftskommission Landwirtschaft

Die Land- und Ernährungswirtschaft steht wieder einmal vor einem Scheideweg und muss zudem große Herausforderungen, wie z. B. durch die Deregulierung der Agrarmärkte, die Globalisierung der Wirtschaft, die demographischen Veränderungen oder den Klimawandel bewältigen.

Vor diesem Hintergrund hatten Ministerpräsident Horst Seehofer und Staatsminister Helmut Brunner unter der Leitung des früheren EU-Agrarkommissars Dr. Franz Fischler eine Zukunftskommission Landwirtschaft eingerichtet, an der möglichst viele von der Land- und Ernährungswirtschaft berührten gesellschaftlichen Gruppen teilnahmen. Ziel der Zukunftskommission war es, einen Dialog über die künftige Rolle und Wertigkeit der bayerischen Land- und Ernährungswirtschaft zu führen. Darauf aufbauend sollten Handlungsempfehlungen entwickelt werden, wie die Akteure der Land- und Ernährungswirtschaft im sich weiter verschärfenden Wettbewerb gestärkt und gleichzeitig die zunehmenden gesellschaftlichen Anforderungen in den Bereichen Umwelt- und Naturschutz, Tierschutz sowie Verbraucherschutz erfüllt werden können.

Im Ergebnisbericht schlägt die Zukunftskommission verschiedene Strategien und ein Bündel von Maßnahmen vor, wie die bayerische Land- und Ernährungswirtschaft für die Zukunft besser aufgestellt und so der ländliche Raum insgesamt gestärkt werden kann.

Die Zukunftskommission empfiehlt, vor allem folgende Projekte zu verfolgen:

  • Durch ein Kompetenzzentrum Ernährung soll der Bevölkerung die Bedeutung eines nachhaltigen Lebensstils bestehend aus gesunder Ernährung sowie ausreichender Bewegung und Erholung nähergebracht werden, um die erheblichen Folgekosten durch Fehlverhalten auf diesen Gebieten zu reduzieren.
  • Mit Hilfe einer Innovationsoffensive und durch eine verstärkte vertikale Integration der Erzeuger entlang der Wertschöpfungskette sollen die Marktchancen heimischer Lebensmittelprodukte, Technologien und Dienstleistungen verbessert werden.
  • Über eine ständige Modernisierung der Bildung, angefangen von der Unternehmerqualifikation über die Stärkung der Marktkompetenz bis hin zur Persönlichkeitsentwicklung und der Bereitschaft zu einem lebenslangen Lernen, sollen die Landwirte auf die ständig steigenden Anforderungen aus Wirtschaft und Gesellschaft so gut wie möglich vorbereitet werden.
  • Durch eine Professionalisierung bei der Entwicklung weiterer Unternehmensstandbeine soll Wachstum und Beschäftigung im ländlichen Raum gesichert werden. Dabei sieht die Zukunftskommission z. B. im Bereich von Energiedienstleistungen oder bei haushaltsnahen Dienstleistungen noch enormes Wachstumspotenzial.
  • Die Land- und Ernährungswirtschaft ist konsequent auf Nachhaltigkeitsziele auszurichten, und die Chancen im Bereich der nachwachsenden Rohstoffe müssen noch intensiver genutzt werden.

In Bezug auf die Gestaltung der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik nach 2013 tritt die Zukunftskommission für eine Beibehaltung des Budgets und für eine Fortführung des bestehenden Zwei-Säulen-Modells ein. Außerdem plädiert sie auch in Zukunft für ein ausreichendes Sicherheitsnetz zur Bewältigung von Marktkrisen im Rahmen der Gemeinsamen Marktorganisation. Eine EU-weit einheitliche Flächenprämie pro Hektar („Flatrate“) bei den Direktzahlungen lehnt sie ebenso ab wie eine Fortführung der Modulation.

Die Staatsregierung wird den Ergebnisbericht prüfen und sinnvolle Vorschläge im Rahmen ihrer Gestaltungsmöglichkeiten und der künftig bestehenden Ressourcen umsetzen.