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Der Holzmarkt

Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise waren von Jahresbeginn 2009 an in der Forst- und Holzwirtschaft zu spüren. Eine nachlassende Nachfrage nach Schnittholz aufgrund von Einbrüchen auf wichtigen Exportmärkten hatte rückläufige Rundholzpreise zur Folge. Vor allem die Exportmärkte USA, Spanien, Großbritannien, Italien und Irland waren davon stark betroffen. Die Holzwirtschaft reagierte darauf mit Produktionsrücknahmen, der Klein-Privatwald mit zurückhaltendem Rundholzeinschlag.

Nadelholz

Zu Beginn des Jahres 2008 bestanden für Nadelstammholz nur begrenzte Absatzmöglichkeiten. Frisch eingeschlagene Hölzer konnten dennoch einen Preis zwischen 80 und 87 € je Festmeter frei Wald für das Leitsortiment Fichte SL B/C 2b erlösen.

Anfang März 2008 belastete der Orkan „Emma“ den Holzmarkt mit 2 Mio. Festmetern. Das Überangebot an Rundholz führte zu sinkenden Rundholzpreisen.

Bayernweit wurde der Frischholzeinschlag bei der Baumart Fichte stark reduziert, bei den Bayerischen Staatsforsten zeitweise sogar gänzlich ausgesetzt.

Gegen Jahresende 2008 konnte wieder eine gute Nachfrage nach Nadelrundholz mit stabilen bis leicht steigenden Preisen beobachtet werden.

Im Lauf des Jahres 2009 kam es durch witterungsbedingt weitgehend ausbleibenden Käferholzanfall und weiterhin zurückhaltenden Frischholzeinschlag im Klein-Privatwald zu einer Verschärfung der Nachfrage, was zu steigenden Fichten-Rundholzpreisen führte.

Laubholz

Die Nachfrage nach Eiche befand sich im Jahr 2008 nach wie vor auf hohem Niveau, was sich teilweise in weiteren Preissteigerungen widerspiegelte. Im Jahr 2009 reduzierte sich die Nachfrage nach Eiche spürbar. Die Preise lagen ca. 7 bis 10 € je Festmeter unter dem Niveau von 2008. Auf den Wertholzsubmissionen war ein Preisrückgang von 5 bis 10 % festzustellen. Eichen-Rundholz war hauptsächlich von einem Nachfragerückgang bei schwächerem und qualitativ geringem Stammholz der Güteklasse C und D betroffen.

Über den Jahresverlauf 2008 verlief der Absatz von Buche nur sehr zögerlich. Vor allem bei den mittleren Qualitäten herrschte überwiegend eine zurückhaltende Nachfrage. Preisrücknahmen von rd. 10 € je Festmeter gegenüber 2007 mussten hingenommen werden. Im Jahr 2009 spiegelten die Ergebnisse der Wertholzsubmissionen einen Preisrückgang von 15 bis 20 % gegenüber 2008 wider. Preislich haben sich Palettenholz-Sortimente und Brennholz weiter angenähert.

Industrieholz

Preisverhandlungen zwischen Papierholzabnehmern und Lieferanten aus dem Bereich der Dachverbände forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse führten 2008 mit 31,50 € je Raummeter frei Wald (Basispreis) zu einer annähernden Fortschreibung des Vorjahresniveaus. Windwurfbedingte Mehrmengen waren über die Sommermonate nur zu Preisabschlägen von 3 bis 4 € je Raummeter frei Wald absetzbar. Zum Jahresende 2008 gab es aufgrund einer sehr guten Versorgungslage der Papierindustrie und zunehmenden Absatzschwierigkeiten einen erheblichen Nachfrageeinbruch bei Papierholz.

Holzverbrauch in Bayern nach Besitz- und Baumarten in 2008 (in 1.000 fm)

BesitzartFichte, Tanne, DouglasieKiefer, LärcheBunde, anderes LaubholzEiche, RoteicheSumme
Bundeswald1167965233
Staatswald3.416689676934.873
Kommunalwald1.218253263651.800
Privatwald7.5291.8801.03422010.664
Summe12.2782.9012.00738417.570

Quelle: Statistisches Bundesamt

Im Jahr 2009 konnten sich die Forstwirtschaftlichen Vereinigungen mit der Papier- und Zellstoffindustrie nur über geringere Liefermengen zu stark reduzierten Preisen zwischen 23,50 bis 25,50 € je Raummeter frei Wald für Fichten-Schleifholz einigen, was Umschichtungen von Mengen hin zur energetischen Verwertung zur Folge hatte.

Für Laubhölzer herrschte im Bereich der energetischen Verwertung weiterhin eine starke Nachfrage.

Entwicklung der Holzpreise im bayerischen Staatswald (Index: 1989 = 100) – Schaubild 51 in höherer Auflösung

Quelle: Preisindex der ehem. Bayerischen Staatsforstverwaltung und den Bayerischen Staatsforsten AöR (ab 07/2005).