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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/wald-forstwirtschaft-jagd/schutz-gegen-tierische-und-pflanzliche-schaeden.html

Schutz gegen tierische und pflanzliche Schäden

Im Jahr 2008 standen Maßnahmen gegen die Fichtenborkenkäfer im Zentrum der Waldschutzbemühungen.

2008 setzte der Schwärmflug des Buchdruckers im Vergleich zu den Vorjahren deutlich später ein. Bevorzugt wurden die durch Sturm „Emma“ gebrochenen und geworfenen Stämme als optimales Brutmaterial befallen. Dank günstiger Witterung und effektiver Aufarbeitung durch die Waldbesitzer konnte die Entwicklung des Buchdruckers in weiten Teilen gebremst werden. Nur in Nordbayern verschärfte sich die Situation aufgrund des sehr trockenen Frühsommers, der hohen Ausgangspopulation und der großen Mengen fängischen Materials. Insgesamt ging der Schadholzanfall durch Buchdrucker 2008 in Bayern deutlich zurück. Regional, v. a. in der nördlichen Frankenalp, Teilen des Bayerischen Waldes und des westlichen Mittelfrankens nahm der Kupferstecher 2008 zu.

Nach einem kalten und langen Winter mit Minusgraden bis in die zweite Märzhälfte 2009 stiegen die Temperaturen plötzlich und ohne Übergang auf Spitzentemperaturen um die 25° Celsius. Im nördlichen Bayern schwärmte daher der Buchdrucker bereits in der ersten Aprilhälfte und damit rund zwei Wochen früher als in Normaljahren. In den kühlen Bergwäldern setzte der Schwärmflug dagegen erst Mitte Mai voll ein. Im Jahresverlauf bremsten die wechselhafte Witterung und häufige Starkregenereignisse v. a. im Juni und Juli das Befallsgeschehen. In den Brennpunkten des Buchdruckerbefalls im Bayerischen Wald, in Oberfranken und der nördlichen Oberpfalz war aber auch 2009 eine anhaltende Massenvermehrung zu beobachten. Der Kupferstecher war 2009 intensiv am Befallsgeschehen beteiligt. Gerade in den von den Orkanen „Kyrill“ und „Emma“ betroffenen Bereichen und den Brennpunkten mit hohen Buchdruckerdichten ist eine weitere Zunahme zu verzeichnen.

Insgesamt entspannte sich die Situation in großen Teilen Bayerns wieder.

Bei den Eichenschädlingen bereiten v. a. die Entwicklung und Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners zunehmend Probleme. In erster Linie sind dies die durch seine Gifthaare hervorgerufenen Gesundheitsbeschwerden bei Mensch und Tier. Aus Waldschutzgründen und zur Sicherung der Waldfunktionen wurden 2008 und 2009 jeweils knapp 280 ha Wald mit zugelassenen Insektiziden aus der Luft besprüht. Für das Jahr 2010 ist mit keiner Entspannung der Situation zu rechnen.

Große Sorge ruft eine erstmals im Herbst 2008 in Bayern auffällig gewordene neuartige Erkrankung bei der Esche hervor. Verantwortlich für das Eschentriebsterben wird die Nebenfruchtform „Chalara fraxinea“ des unscheinbaren heimischen weißen Stengelbecherchen (Hymenoscyphus albidus) gemacht. Warum dieser bislang unauffällig lebende Pilz jetzt eine pathogene Lebensweise angenommen hat ist bislang ungeklärt.

Zwischenzeitlich erfolgte umfangreiche Untersuchungen erkrankter Eschen zeigen, dass das Eschentriebsterben in weiten Teilen Bayerns verbreitet ist. Der Befallsschwerpunkt liegt derzeit im südostbayerischen Raum. Befallen werden Eschen aller Altersklassen, bei jungen Eschen verläuft diese oft tödlich, während ältere Eschen chronisch kränkeln.

Die Krankheit wird durch Forschungsarbeiten in ganz Europa gründlich untersucht.