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http://www.agrarbericht-2010.bayern.de/wald-forstwirtschaft-jagd/schutzwaldpflege-und-schutzwaldsanierung.html

Schutzwaldpflege und Schutzwaldsanierung

Um die Schutzwirkungen der Bergwälder erhalten bzw. wieder herstellen zu können, setzt die Bayerische Forstverwaltung auf das Konzept des integrierten Schutzwaldmanagements. Es besteht aus den Säulen Schutzwaldpflege, Schutzwaldsanierung, konsequenter Schalenwildbejagung und Trennung von Wald und Weide.

Um den Wald in einem Zustand zu halten, der die Erfüllung der Schutzfunktionen gewährleistet, ist eine konsequente Schutzwaldpflege erforderlich. Da forstliche Maßnahmen in Schutzwäldern häufig defizitär sind, werden private und körperschaftliche Waldbesitzer durch erhöhte Fördersätze unterstützt. Der Betrieb Bayerische Staatsforsten, Anstalt des öffentlichen Rechts (BaySF) erhält für defizitäre Maßnahmen im Schutzwald Zuwendungen im Rahmen der besonderen Gemeinwohlleistungen nach Art. 22 Abs. 4 BayWaldG.

Einen neuen Akzent bei der Anpassung der Bergwälder an den Klimawandel setzt die im Jahr 2008 gestartete „Bergwaldoffensive“. Ziel ist es insbesondere, Verjüngung und Pflege der Bergwälder im Privat- und Körperschaftswald zu intensivieren. Neben integraler Planung und gebündelten Maßnahmen steht eine intensive Beteiligung der Betroffenen in den Projektgebieten im Vordergrund. Projekte zur Sicherung der Genressourcen und der Saatgutversorgung sowie die Schaffung eines flächendeckenden Informationssystems runden das Maßnahmenpaket ab. Für die Bergwaldoffensive stehen im Rahmen des Klimaprogramms 2020 der Staatsregierung bis zum Jahr 2011 insgesamt 7,5 Mio. € zur Verfügung.

Wo die natürliche Regenerationskraft des Bergwaldes nicht ausreicht, werden Maßnahmen der Schutzwaldsanierung notwendig. Das Programm geht auf einen Beschluss des Bayerischen Landtages aus dem Jahr 1986, der zuletzt im Jahr 2001 erneuert wurde, zurück. Die Schutzwaldsanierung ist in allen Waldbesitzarten Aufgabe der staatlichen Forstverwaltung. Die wichtigsten Maßnahmen sind Pflanzungen in verlichteten Bergwäldern und der Schutz der Jungpflanzen vor Gleitschnee durch temporäre Verbauungen. In den Jahren 2008 und 2009 wurden rd. 6,8 Mio. € für die Schutzwaldsanierung in allen Waldbesitzarten investiert.

Entscheidend für die Erhaltung der Schutzfunktionen der Bergwälder ist ihre rechtzeitige Verjüngung. Durch Reduzierung der Wildbestände und durch angepasste Waldbauverfahren konnte in den letzten Jahren die Verjüngungssituation im Bergwald vielerorts deutlich verbessert werden. Die Ergebnisse der zweiten Bundeswaldinventur belegen die Trendwende hin zu höheren Vorausverjüngungsvorräten und mehr Laubbäumen im Bergwald. Die Ergebnisse der Forstlichen Gutachten im Jahr 2009 zeigen nach einem starken Anstieg im Jahr 2006 bei den meisten Baumarten wieder eine Abnahme des Schalenwildverbisses im Bergwald des Alpenraumes. Problematisch ist aber, dass im Bergwald der Leittriebverbiss bei der Tanne entgegen dem bayernweiten Trend angestiegen ist. Denn gerade die Tanne spielt bei der Stabilisierung der Schutzwälder eine entscheidende Rolle.

Mehr Informationen sind im Internet-Angebot der Bayerischen Forstverwaltung zu finden.